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Die Leipziger Kommissare

Die Leipziger Kommissare (MDR)

Hauptkommissarin Eva Saalfeld

Eva Saalfeld kennt die Straßen Leipzigs - sie ist hier geboren und aufgewachsen. Ihre Mutter ist Krankenschwester, ihr verstorbener Vater war Polizist. Eva hat ihren Beruf bewusst gewählt – er bringt sie mit Menschen zusammen, verspricht Aufregung, Abenteuer und viele Erfolgserlebnisse. Die Kommissarin ist ehrgeizig, erfasst die wesentlichen Dinge mit einem Blick. Schnell und entschlossen geht sie lieber das Risiko ein, Fehler zu machen, als untätig zu sein – manchmal zu aufbrausend, manchmal zu ungeduldig. Sie kann sich aufregen und streiten, ist aber nie nachtragend. "Schwamm drüber!", sagt sie dann.

Eva ist keine Frau der leisen Töne. Sie trägt ihr Herz auf der Zunge, kommt ohne Umschweife auf den Punkt, macht klare Ansagen. Man kann sie nicht überhören. Ihr Witz ist schlagfertig und selbstbewusst. Sie lacht gerne, durchaus auch mal über sich, vor allem aber viel und herzlich. Eine Eigenschaft, die ihr auch zugute kommt, wenn es darum geht, Kollegen zu motivieren, ohne zu kommandieren.

Sie weiß, dass Ermittlungsarbeit heute nur in der Zusammenarbeit von Spezialisten erfolgreich sein kann. "Führen muss man auch wollen" ist so ein Satz, den sie manchmal zitiert. Evas direkte und offene Art kommt an. "Ich kann die Welt nicht besser machen. Aber ich kann verhindern, dass sie schlechter wird" – das entspricht ihrem Verständnis von Gerechtigkeit. Denn für Eva ist Mord das Schlimmste, was Menschen anderen Menschen antun können. Die Mordfälle, die Schicksale der Opfer und ihrer Angehörigen gehen Eva immer noch an die Nieren. Zum Auftanken und Anlehnen hat sie dann ihre Mutter – auch wenn sie sich nie damit abfinden konnte, dass Eva als Polizistin arbeitet.

Womit Eva nicht gerechnet hat: dass sie von nun an mit Andreas Keppler zusammenarbeiten soll. Sie waren einmal miteinander verheiratet. Das ist lange her und nicht gut gegangen. Jetzt sind sie Partner. Daran müssen sich beide erst gewöhnen. Eva freut sich zwar, Keppler wieder zu sehen, aber sie fürchtet, dass es in der täglichen Zusammenarbeit nicht ohne Reibung abgehen wird.

Schauspielerin Simone Thomalla
Die Tatort-Dreharbeiten in Leipzig sind für Simone Thomalla eine Rückkehr zu ihren Wurzeln: Hier kam sie 1965 zur Welt. Die Tochter eines Filmarchitekten und eines ehemaligen Fotomodels wuchs in Potsdam auf. Nach dem Abitur spielte sie im DEFA-Film "Abgefunden" (1982, Regie: Klaus Gendries) mit und studierte danach an der Hochschule für Schauspielkunst "Ernst Busch" in Berlin.

Ihren ersten Bühnenauftritt hatte sie 1987 im Rockmusical "Rosa Laub" am Metropoltheater, danach spielte sie in Dresden bis 1989 Theater. Fürs Fernsehen arbeitet Simone Thomalla seit Ende der 80er Jahre – ihre ersten Filme liefen im Programm des Fernsehens der DDR.

Bundesweit bekannt wurde sie 1992 durch ihre Rollen in der Serie "Unser Lehrer Dr. Specht" (Regie: Werner Masten) und im Sechsteiler "Durchreise" von Peter Weck. 1993 folgten 24 Folgen "Ein Bayer auf Rügen" (Regie: Wigbert Wicker, Walter Bannert).

Mehrere Serien-Engagements schlossen sich an: nach "Frauenarzt Dr. Markus Mertin" (1995-97, Regie: Matthias Gohlke) sah man sie als Titelheldin in "Mona M." (1996, Regie: Gunter Friedrich, Franz Josef Gottlieb) und in "Kinderärztin Leah" für die "Ärzte"-Reihe (sechs Filme 1997-99, Regie: Hartmut Griesmayr) sowie an der Seite von Walter Sittler in sechs Folgen der Fernsehreihe "Ein Fall für den Fuchs" (seit 2004, Regie: Franziska Meyer Price, Sigi Rothemund u. a.).
Darüber hinaus war sie Gast in vielen Krimis. Simone Thomalla übernahm in mehreren TV-Movies Hauptrollen, u. a. in "Männer aus zweiter Hand" (1993) oder in "La Dolce Rita" (2005) von Axel de Roche.

Kommissar Andreas Keppler

Andreas Keppler interessiert sich einfach für alles. Er lässt sich Zeit, um die Dinge zu betrachten, das Wesen einer Sache wirklich zu verstehen. Manchmal sitzt der Kommissar stundenlang allein an einem Tatort, lässt die Umgebung auf sich wirken, spielt in Gedanken x-mal den Tathergang durch und prüft dabei jedes Detail aufs Neue und aus verschiedenen Blickwinkeln. Fast meditativ. Und fast immer mit erstaunlichen Ergebnissen.

Keppler benimmt sich überall, als wäre er zuhause. Er bringt es fertig, den Inhaber einer Wohnung glatt zu übersehen, um sich umso geschäftiger gleich und ohne zu fragen über eine Schublade, ein Fotoalbum oder auch einen Kochtopf herzumachen, nur, um zu schauen, was drinnen ist. Wohl kein zweiter Polizeibeamter wird so oft verwundert nach einem Durchsuchungsbeschluss gefragt wie er. Häufig antwortet Eva für ihn: "Seien Sie froh, dass er keinen hat!" Denn eine Durchsuchung führt Keppler auf seine Art durch: professionell, akkurat, penibel, detailbesessen. Aber meistens "guckt er ja bloß mal" und entschuldigt sich auch sofort dafür, wenn er damit jemandem zu nahe tritt – was häufig der Fall ist.

Andreas Keppler ist neugierig - und misstrauisch. Seltsame Mischung, vielleicht eine Folge des Polizeiberufs. Keppler ist keiner, der sein Herz auf der Zunge trägt. Gefühle zeigt er nur selten, was ihn manchmal sehr abgeklärt und unberührt wirken lässt. Aber das täuscht. Eva weiß, dass er die Dinge in sich hineinfrisst und mit sich herumträgt. Ein langsamer Brüter, dieser Keppler. Seine ungeduldige Kollegin und Ex-Frau Eva wird manchmal verrückt bei seiner Bedächtigkeit. Keppler hasst Eile und Oberflächlichkeit. Folgerichtig ist er ein Fußgänger, liebt die langsame Bewegung, schaut sich um. Gründlich. Im Einsatz nimmt er natürlich den Dienstwagen, aber es ist ihm lieber, wenn Eva fährt.

Noch immer geht ihm jeder Mord nahe. Er weiß, was Schmerz bedeutet – für das Opfer, für die Hinterbliebenen. Eine Leiche ist für ihn kein "Fall". Ein Mensch wurde gewaltsam aus dem Leben gerissen. Aus dem Verstehen der Tatumstände wird bei Keppler nie ein Verständnis für den Täter. Der Kommissar vergisst nicht, er lässt nicht nach, ist unerbittlich und gründlich bis zum Ende.

Schauspieler Martin Wuttke
Geboren 1962 in Gelsenkirchen, erhielt Martin Wuttke seine Ausbildung am Figurentheaterkolleg (Deutsches Institut für Puppenspiel) in Bochum sowie an der Westfälischen Schauspielschule Bochum. Vor allem Theaterfans ist sein Name ein Begriff: Er spielte auf allen großen Bühnen Deutschlands, darunter allein in Berlin: Freie Volksbühne, Theater des Westens, Deutsches Theater, Schillertheater und Schaubühne am Lehniner Platz, Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz und Berliner Ensemble.

1995 leitete Martin Wuttke ein Jahr lang das Berliner Ensemble, seit 1997 inszeniert er auch selbst. Auch an den Schauspielhäusern Hamburg und Frankfurt trat er auf, ebenso bei den Salzburger Festspielen. Die Zeitschrift "Theater heute" kürte Martin Wuttke 1995 und 2003 zum "Schauspieler des Jahres". Er wurde auch mit dem Gertrud-Eysoldt-Ring (1995) und dem Boy-Gobert-Preis der Stadt Hamburg (2003) ausgezeichnet.

Im Fernsehen sah man ihn u. a. in den Theateraufzeichnungen von Brechts "Der aufhaltsame Aufstieg des Arturo Ui" (1996, Regie: Heiner Müller) und Camus’ "Dämonen" (2000, Regie: Frank Castorf). Fürs Kino entstanden hoch gelobte Filme wie Volker Schlöndorffs "Die Stille nach dem Schuss" (2000) und Margarethe von Trottas "Rosenstraße"» (2003), in dem Martin Wuttke Joseph Goebbels verkörperte. Abgedreht sind auch die deutsch-österreichische Koproduktion "Yoon", ein Thriller von Christian Frosch und die deutsch-ungarische Science Fiction-Produktion "Delta" von Kornél