LiveTimeAward
Der LifeTimeAward 2011
Liselotte Pulver gewinnt den LifeTimeAward 2011
Der SwissAward würdigt die Schweizer «Grande Dame» des Films für ihr Lebenswerk
Seit den 50er Jahren bezaubert uns Liselotte Pulver auf Bühne und Leinwand. Ihr Markenzeichen: Ihr Lachen - mitreissend, erfrischend, befreiend. Nun erhält die Schweizer Schauspielerin den wohlverdienten LifeTimeAward.
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Ihr Lachen hat man geradezu im Ohr, wenn man den Namen Lilo Pulver hört. Im Oktober feierte die Schweizer Schauspielerin ihren 82. Geburtstag. Die grosse Zeit der Schauspielerin Liselotte Pulver waren die 50er und 60er Jahre - die Zeit des Deutschen Nachkriegsfilms, als ein Filmschauspieler noch ein Star und das Kino mehr als Unterhaltung war: ein Fluchtort, um die Zerstörung, die die Nazizeit und der Zweite Weltkrieg hinterlassen hatten, zu vergessen. «Das damals bis ins Innerste erschütterte deutsche Volk liess sich gerne von einer Schweizerin trösten», schrieb ihre Schwester, die Journalistin Corinne Pulver in ihrer Biografie «Meine Schwester Lilo Pulver». Liselotte setzte «dem Ernst der Stunde das hartnäckigste Lachen» entgegen. Kobold und Kumpel war sie, ein verschmitztes Mädchen, eine tollkühne Reiterin oder eine in Massen moderne junge Frau. Filme wie «Ich denke oft an Piroschka», die Spessart-Trilogie oder «Die Zürcher Verlobung» - und viele mehr - waren Kassenschlager.
Der deutsche Film entdeckt die junge Schweizerin als neuen, jungen Typ. Eine grosse Tragödin will sie werden - und wehrt sich monatelang gegen eine Rolle, die ihr den Durchbruch bringt: «Ich denke oft an Piroschka» unter der Regie von Kurt Hoffmann. Dieser Regisseur erkennt als erster das komische Talent der jungen Schauspielerin - und dreht mit ihr insgesamt 10 Filme. Bald gehört «Lilo», wie man sie in Deutschland nennt, zu den beliebtesten Schauspielern des deutschen Films. Fast wäre sie ein Weltstar geworden. Eine Rolle in «Ben Hur» wird ihr angeboten und die weibliche Hauptrolle an der Seite von Charlton Heston in «El Cid». Weil sie vertraglich gebunden ist, bekommt Sophia Loren diese Rolle. Aus der Hollywood-Karriere wird nichts. Noch heute, sagt sie, könnte sie sich deswegen «in den Hintern beissen». Dafür begegnet sie in «Gustav Adolfs Page» der Liebe ihres Lebens, dem Schauspieler und Theaterregisseur Helmut Schmid, den sie 1961 heiratet. Lilo kauft ein Anwesen am Genfer See und bekommt zwei Kinder: den Sohn Marc-Tell und Tochter Mélisande. Mit ihrem Ehemann zusammen geht sie auf Theater-Tournee und tritt im Fernsehen auf, als «Lilo» in der Sesamstrasse auf.
Die Frau, deren Lachen zu ihrem Markenzeichen wurde, muss privat schwere Schicksalsschläge ertragen, die ihre grosse Karriere schliesslich beenden. 1989 stürzt sich ihre Tochter vom Berner Münster. 1992 stirbt nach dreissig Jahren glücklicher Ehe ihr Mann. Lilo zieht sich an den Genfer See zurück und schreibt ihre Autobiografie, der Titel: «Wenn man trotzdem lacht».
Der SwissAward würdigt die Schweizer «Grande Dame» des Films für Ihr Lebenswerk mit dem LifeTime-Award 2011.
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