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Ein Jahr nach Fukushima

Themenmorgen am 11. März 2012

Daisuke Yoshida

Daisuke Yoshida

Sternstunde Religion um 10.00 Uhr

Fukushima - Eine Reise durch ein verstörtes Land

Film von Uri Schneider

Daisuke Yoshida ist buddhistischer Mönch, sein Kloster eine Oase der Stille an der Nordküste Japans. Doch nur zwei Kilometer entfernt betreibt der japanische Energiekonzern TEPCO das leistungsstärkste Atomkraftwerk der Welt. Nach der Atomkatastrophe in Fukushima sind Daisuke Yoshida und die Reisbauern der Gegend besorgt, dass es auch dort zu einer nuklearen Tragödie kommen könnte.
Japan ist stark geprägt von einem manchmal fast blinden Glauben an Technologie – doch Menschen wie Daisuke Yoshida stehen nicht allein. Ueberlebende der Atombomben auf Hiroshima und Nagasaki wehren sich bereits seit den 60er Jahren gegen Japans neue Atomindustrie. Und an den Gedenkstätten für die Opfer der Atombomben werden Parallelen zwischen Hiroshima und Fukushima gezogen.

Auf seiner Reise durch Nagasaki, Kyoto, Tokyo und Fukushima trifft der Filmautor Uri Schneider auf japanische Buddhisten, Shintoisten und Christen, die seit Jahrzehnten für eine Welt ohne Atombomben beten - heute, nach Fukushima, auch für eine Welt ohne Atomenergie.

Raji C. Steineck

Raji C. Steineck

Sternstunde Religion um 10.30 Uhr

Religion in Japan

Judith Hardegger im Gespräch mit dem Japanologen Raji C. Steineck

Die gefasste, ja beinahe stoische Haltung vieler Japanerinnen und Japaner nach der Atomreaktor-Katastrophe von Fukushima warf vielfach die Frage auf: Hat diese Haltung mit ihrer Religion zu tun? Und schnell wird klar: Über die religiösen Traditionen in Japan wissen wir hierzulande ziemlich wenig. Das Gespräch mit dem Japanologen Raji C. Steineck will Einblicke in diese unbekannte religiöse Landschaft Japans vermitteln. Wodurch zeichnet sich der japanische Buddhismus aus? Woran glauben Shintoisten? Wie gestaltet sich der religiöse Alltag zwischen Tradition und Moderne? Und wie ist das Verhältnis von Religion und Staat?

Literatur:
Ernst Lokowandt: Shinto. Eine Einführung. Iudicium Verlag 2001.
Christoph Kleine: Der Buddhismus in Japan. Geschichte, Lehre, Praxis. Mohr Siebeck Verlag 2011.

Kirsten Meyer

Kirsten Meyer

Sternstunde Philosophie um 11.00 Uhr

Risiko!

Gerd Gigerenzer und Kirsten Meyer über das Leben in unsicheren Zeiten

Moderne Technologien bergen Risiken – das hat der Unfall in Fukushima deutlich vor Augen geführt. Risiken zu minimieren, heisst in vielen Fällen allerdings auch, Chancen zu kappen. Die Ethikerin Kirsten Meyer von der Humboldt-Universität zu Berlin verlangt deshalb, dass transparent und demokratisch über gesellschaftliche Risiken gesprochen wird: Wen dürfen wir in Zukunft welchen Risiken aussetzen? Welche Unsicherheiten können wir kommenden Generationen hinterlassen? Müssen jene, die von Technologien profitieren, mehr Risiken auf sich nehmen?

Gerd Gigerenzer

Gerd Gigerenzer

Gerd Gigerenzer, Direktor des Max-Planck-Instituts in Berlin, behauptet, das gefühlte Risiko habe mit dem statistischen Risiko ohnehin oft wenig zu tun und will die Bevölkerung deshalb mit Statistik vertraut machen. Sicher allerdings ist nahezu nichts. Gigerenzer fordert deshalb auch mehr Mut zur Fehlerkultur.


Literatur:
Gerd Gigerenzer: Das Einmaleins der Skepsis: Über den richtigen Umgang mit Zahlen und Risiken Berlin 2009.
Gerd Gigerenzer: Bauchentscheidungen. Die Intelligenz des Unbewussten und die Macht der Intuition. München 2008.
Kirsten Meyer: Der Wert der Natur. Begründungsvielfalt im Naturschutz. Paderborn: 2003.

Kazuma Obara

Kazuma Obara

Sternstunde Kunst um 11.55 Uhr

Japan nach Fukushima

Japans Künstler als Pioniere einer neuen Gesellschaft

Am 11. März 2011 wurde Japan Opfer einer dreifachen Katastrophe. Erdbeben, Tsunami und Kernschmelze erschütterten jedoch nicht nur die Erde, sondern auch das Vertrauen in alte Autoritäten und Sicherheiten. Land und Gesellschaft werden sich aufgrund dieses Ereignisses verändern, meinen viele Künstler und sie wollen diesen Wandel mit gestalten.

Der 28jährige Fotograf Kazuma Obara, der verbotenerweise das verseuchte Werkgelände fotografierte, das Künstlerkollektiv Chim Pom und nicht zuletzt der Meisterarchitekt und Pritzker-Preisträger Tadao Ando sind die Protagonisten eines Films, der untersucht, wie Kunstschaffende auf die Katastrophe reagierten und wie diese ihr Leben verändert hat.

Fotobuch von Kazuma Obara:
Reset – Beyond Fukushima. Will the Nuclear Catastrophe Bring Humanity to Its Senses? Herausgegeben von Adriano A. Biondo und Lars Müller. Fotografien von Kazuma Obara. Verlag Lars Müller, 2012.

Sendungen zu Fukushima auf Radio DRS2

Auch Schweizer Radio DRS2 widmet sich mit zwei Kontext-Sendungen dem Japan nach Fukushima: Mit einer Reportage aus Futaba, der Stadt am Rande des Kraftwerks, deren Bewohner zwangsevakuiert wurden. Und mit einer beklemmenden Chronologie der ersten Tage, die anhand neuerer Untersuchungen deutlich macht, wie gross das Unvermögen von Behörden und AKW-Betreiber war. mehr