Wirtschaft auf dem Prüfstand
Die Sternstunden haben sich immer wieder mit Fragen rund um die Wirtschaft und deren Krisen befasst, u.a. im November 2011 mit der vierteiligen Reihe «Wirtschaft auf dem Prüfstand».
Sternstunde Philosophie vom 30. Oktober 2011
Wo steht die Schweiz?
Monika Bütler über die Folgen der globalen Wirtschaftskrise für die Schweiz
Europäische Schuldenkrise, (gestoppter) Frankenanstieg, drohende Rezession – immer neue Hiobsbotschaften aus der Finanz- und Wirtschaftswelt verunsichern die Bevölkerung. Gleichzeitig haben die Turbulenzen auf den Kapitalmärkten die gesamte Weltwirtschaft erfasst. Was bedeuten diese globalen Veränderungen für unser Land? Wie sicher ist der Finanzplatz Schweiz noch? Welche politischen Massnahmen braucht es, um der Krise zu trotzen? Katja Gentinetta diskutiert mit der Wirtschaftsprofessorin Monika Bütler über die erhöhte Spannung im Feld von Wirtschaft, Politik und Gesellschaft. Das Gespräch eröffnet die vierteilige Sternstunden-Serie, die sich den Hintergründen der Finanzkrise widmet.
Sternstunde Philosophie vom 6. November 2011
Was wirklich zählt – oder: Eine Philosophie des Geldes
Michael Schefczyk und Georg von Wallwitz im Gespräch
Staaten leben auf Pump, Banken bilden Blasen, die Finanzmärkte schlingern – das Wirtschaftssystem ist aus den Fugen. Doch was genau ist aus den Fugen? Inwiefern versagen die Märkte? Und welche Alternativen der Wirtschaft stehen uns offen?
Barbara Bleisch geht mit dem Philosophen Michael Schefczyk und dem Fondsmanager und Mathematiker Georg von Wallwitz unseren Finanzmärkten auf den Grund und landet mit ihnen bei der Frage nach dem Wert des Geldes – und danach, was jetzt wirklich zählt.
Sternstunde Philosophie vom 13. November 2011
Ökonomie contra Philosophie
Der Philosoph Richard David Precht und der Ökonom Ernst Fehr im Gespräch mit Norbert Bischofberger
Der Mensch ist ein kooperatives Wesen und mit dem Instinkt für das Gute ausgerüstet. Zu diesem Schluss kommt ausgerechnet ein Ökonom. Der Wirtschaftsprofessor Ernst Fehr arbeitet eng mit der Hirnforschung zusammen. Gerne provoziert Fehr die Philosophinnen und Philosophen mit der Aussage: «Die Ökonomie ist die Königsdisziplin der Sozialwissenschaften!» Das lässt der Philosoph Richard David Precht nicht auf sich sitzen. Die Philosophie befasse sich schliesslich seit Jahrhunderten mit Fragen der Fairness und Gerechtigkeit und übe sich seit langem in der Kunst, den menschlichen Egoismus zu überwinden. Hat das alte Wissen der Philosophie wirklich ausgedient? Welche Impulse für eine zukunftsfähige Gesellschaft könnte die Zusammenarbeit von Philosophie und Ökonomie hervorbringen? Diese Fragen diskutiert Norbert Bischofberger mit Richard David Precht und Ernst Fehr.
Richard David Precht ist ein international bekannter Philosoph und Vermittler von Philosophie. Mit seinen Büchern («Wer bin ich – und wenn ja, wie viele?») erreicht er ein Millionenpublikum. Ernst Fehr ist Professor für Mikroökonomik und Direktor des Instituts für Empirische Wirtschaftsforschung an der Universität Zürich und «forschungsstärkster Professor» im Bereich Volkswirtschaft in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Die Sendung mit Ernst Fehr und Richard David Precht wird im Gottlieb Duttweiler Institut in Rüschlikon aufgezeichnet.
Sternstunde Religion vom 20. November 2011
Geld: Die neue Religion
Jochen Hörisch im Gespräch mit Norbert Bischofberger
Schuldenkrise und kein Ende: Immer mehr Staaten droht der Bankrott, Unternehmen und Banken müssen mit Steuergeldern gerettet werden, Laien können diese Vorgänge kaum mehr verstehen und fühlen sich hintergangen. Sie misstrauen dem globalen Finanzsystem und dem vielleicht wichtigsten Schmiermittel der Gesellschaft: dem Geld. Einige gehen auf die Strasse, besetzen symbolische Finanzplätze wie die Wallstreet oder den Paradeplatz. Dabei gründen viele Elemente des Geldwesens auf religiösen Konzepten: Verschuldung (in der Schuld stehen), Kredit (von «credo»), Konvertierung (von «Konversion»). Die Verbindungen zwischen dem Geldwesen und der Religion interessieren den renommierten Literatur- und Medienwissenschaftler Jochen Hörisch brennend. In der «Sternstunde Religion» zeigt er, welchen Beitrag Ethik und Religion zu einer gerechteren Finanz- und Wirtschaftsordnung leisten können.
Frühere Sendungen
Sternstunde Philosophie vom 28. November 2010
Der Unbequeme
Nationalbank-Chef Philipp Hildebrand im Gespräch
Er ruft die Grossbanken zur Ordnung und zur Vernunft: Philipp Hildebrand, Präsident des Direktoriums des Schweizerischen Nationalbank. Der Mann, den die Bahnhofstrasse abzuservieren versuchte – ohne Erfolg. In der «Sternstunde Philosophie» schont er niemanden: weder sich selbst, die Regulatoren und die Aufsichtsbehörden, die vor der Finanzkrise falsche Regen aufstellten, noch die UBS und die Credit Suisse, deren Geschäftsmodell seiner Meinung nach ein Misserfolg ist. Hildebrand blickt zurück auf die schlimmsten Krisentage – und nach vorn: Was ist die Zukunftsstrategie für den Finanzplatz Schweiz? Die Fragen stellt Roger de Weck.
Sternstunde Philosophie vom 24. Oktober 2010
Ein Global Player – Peter Brabeck
Nestlés Verwaltungsratspräsident im Gespräch mit Roger de Weck
Wie denkt und lenkt ein globaler Manager? Einer mit weltweiter Geltung?
Peter Brabeck, der Verwaltungsratspräsident des äusserst erfolgreichen und grössten Schweizer Konzerns ist ein Österreicher, der in Lateinamerika Karriere machte – und demnächst am Gipfeltreffen der G-20 in Südkorea als Gast mitwirken wird.
Was sind die Kategorien und Strategien des Wirtschaftsführers, den der liberale Staatsdenker Ralf Dahrendorf zur neuen «globalen Klasse» zählte? Mit welchen Augen sieht der Konzernchef die kurzatmige Finanzwelt, und wie steht er als Vizepräsident und als Mitglied des Lohnausschusses von Credit Suisse zu den Exzessen? Wo sind die «Checks and Balances», die Gegengewichte, um die Macht eines Konzernherrn über 280‘000 Mitarbeiter und mehr als 100 Milliarden Franken Umsatz einzugrenzen? Und wie viel Kritikfähigkeit lässt so viel Macht zu, wie viel Verantwortung fordert sie?
Sternstunde Philosophie vom 18. April 2010
Ganz oben – ganz unten. Riesen-Boni und neue Armut.
Sozialexperte Walter Schmid im Gespräch mit Roger de Weck
Zerreisst die Gesellschaft? Welche Sozialpolitik in Krisenzeiten? Hat soziale Marktwirtschaft eine Zukunft oder hat Solidarität ausgedient? Eine Handvoll Manager verdient masslos, während „working poors“ bei vollem Arbeitseinsatz ihre Familie nicht über die Runden bringen – der Lohn ist zu tief. Im schärfer werdenden Steuerwettbewerb werden Wohlhabende entlastet. Wohingegen der verschuldete Sozialstaat die Schwächeren in der Gesellschaft – darunter viele alleinerziehende Frauen – härter anfasst: Der Kampf gegen Missbrauch beherrscht die Debatte. Wir aber sehen Sozialhilfe und Sozialversicherungen der Zukunft aus?
Roger de Weck befragt einen Modernisierer unter den Sozialexperten: Walter Schmid ist Präsident der Schweizerischen Konferenz für Sozialhilfe (SKOS), Rektor der Luzerner Hochschule für soziale Arbeit und früherer Leiter des Amts für Jugend- und Sozialhilfe der Stadt Zürich. Der parteilose Jurist und Rechtsanwalt leitete in den 1980er die Schweizerische Flüchtlingshilfe.
Sternstunde Philosophie vom 11. April 2010
Dalai Lama: Mitgefühl statt Gier
Der XIV. Dalai Lama im Gespräch mit Nathalie Wappler
Der Dalai Lama besucht Anfang April 2010 für einige Tage die Schweiz. Auf dem Programm des geistlichen Oberhaupts der Tibeter und Friedensnobelpreisträgers steht eine mehrtägige Konferenz zum Thema «Altruismus und Mitgefühl in Wirtschaftssystemen». Ein brisantes Thema auf dem Hintergrund der globalen Wirtschaftskrise. Der Buddhismus will die menschliche Gier bekämpfen und den Menschen ein Leben in Freiheit ermöglichen. Wie geht das konkret und liesse sich dieser Ansatz auch in der Wirtschaft realisieren? In einem exklusiven Gespräch in der Sternstunde Philosophie gibt der Dalai Lama einen intimen Einblick in das Herz der buddhistischen Lehre und die gesellschaftlichen Konsequenzen tibetisch-buddhistischer Lebensweisheit.
Sternstunde Religion vom 14. März 2010
Wirtschaft oder Ethik? Der Wirtschaftsethiker Stefan Grotefeld im Gespräch mit Brigitta Rotach
Der derzeit krisengeschüttelten Wirtschaft wird oft nachgesagt, sie fördere menschliche Gier und Abzockertum und schütze ein Bankgeheimnis unter falschen Vorzeichen. Umgekehrt wirft man den Kirchen vor, in schwierigen Zeiten ganz abwesend zu sein oder bloss naive Appelle an das Gutmenschentum anzubieten. Für den Theologen und Wirtschaftsethiker Stefan Grotefeld ist es klar, dass Wirtschaft und Ethik keinen unversöhnlichen Widerspruch bilden müssen. Er plädiert dafür, Werte zu diskutieren und die Frage nach dem guten Leben neu zu stellen - dazu könnte eine theologisch begründete Ethik wichtige Beiträge leisten. mehr
Sternstunde Philosophie vom 21. Februar 2010
Steuerbetrug und Bankenboni - und wo bleibt die Ethik?
Der Wirtschaftsethiker Ulrich Thielemann im Gespräch mit Norbert Bischofberger
Dürfen Steuersünder mit gestohlenen Bankdaten überführt werden? Sollen Bankenboni auch in Krisenzeiten in gewohnter Höhe ausbezahlt werden? Das Unbehagen vieler Menschen gegenüber dem Kapitalismus wächst. Der Wirtschaftsethiker Ulrich Thielemann kritisiert die weitverbreitete Marktgläubigkeit und fordert einen Wandel von der «Hofierung zur Moderierung des Kapitals». mehr
Sternstunde Philosophie vom 14. Febuar 2010
Geld oder Leben. Gibt es noch einen Sinn, der uns leitet?
Der Literatur- und Medienwissenschaftler Jochen Hörisch im Gespräch mit Nathalie Wappler
Immer noch stecken wir mitten drin in der Finanzkrise, die eine weltweite System-, Werte- und Sinnkrise ist. Immer kritischer werden hohe Bonizahlungen für Manager quer durch alle politische Lager diskutiert. Gleichwohl scheinen sich die Märkte derzeit etwas zu erholen, die Banken sind vorerst gerettet, und das Geld fliesst wieder. Über das Medium Geld werden im Kapitalismus Güter, Fähigkeiten und Bedürfnisse organisiert und geregelt. Geld abstrahiert und setzt neue Werte. Regiert denn Geld allein die Welt?
Die Fähigkeit, Sinn und Bedeutung zu erschliessen, steht am Anfang jeder Kultur, und wir erschliessen uns heute die Welt vor allem durch Sinne und unterschiedliche Medien. Für Jochen Hörisch ist Geld sogar das Leitmedium überhaupt.
Der Literatur- und Medienwissenschaftler Jochen Hörisch im Gespräch mit Nathalie Wappler über den Zusammenhang von Zeit, Sinn und Medien.
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Sternstunde Philosophie vom 31. Januar 2010
Woher kommt der Hass auf den Westen?
Gret Haller und Jean Ziegler im Gespräch mit Norbert Bischofberger
«Der Hass auf den Westen, diese unausrottbare Leidenschaft, beherrscht heute eine grosse Mehrheit der Völker in der südlichen Hemisphäre», sagt der bekannte und streitbare Schweizer Soziologe Jean Ziegler. Als Gründe für diesen Hass ortet Ziegler die Sklavenzeit, die koloniale Besetzung und die heutige ungleiche Machtverteilung. Ist diese Analyse richtig? Wenn ja, was können die Schweiz und der Westen im Umgang mit den ärmsten Ländern und Menschen besser machen und wie liessen sich Menschenrechte und Werte wie Freiheit und Demokratie weltweit durchsetzen? In der «Sternstunde Philosophie» diskutiert Jean Ziegler seine Thesen mit der Juristin Gret Haller, welche die Rolle des Westens im Zusammmenhang mit den Menschenrechten kritisch hinterfragt. mehr
Sternstunde Philosophie: Das Unbehagen im globalisierten Kapitalismus
In der vierteiligen Reihe der «Sternstunde Philosophie» äussern sich namhafte Ökonomen und Wissenschaftler zu brisanten aktuellen Themen wie der Bankenkrise und den rasant steigenden Rohstoffpreisen.
Weitere Sendungen finden Sie hier.




