Israel – Palästina
Die Sternstunden haben immer wieder Gespräche zum Nahostkonflikt und seiner internationalen Bedeutung geführt – und werden dies auch in Zukunft tun. Wir legen Wert darauf, sowohl die Position der Palästinenser als auch die der Israeli zu berücksichtigen.
Sternstunde Philosophie vom 09. Oktober 2011
Wie viel ist ein palästinensischer Staat wert?
Der palästinensische Philosoph Sari Nusseibeh im Gespräch mit Norbert Bischofberger
Obwohl die USA mit einem Veto im Sicherheitsrat drohen und die europäischen Staaten uneins sind, würde eine Mehrheit der UNO-Generalversammlung Palästina als Staat anerkennen. Nur: was ist ein palästinensischer Staat heute wert? Macht eine Zwei-Staaten-Lösung angesichts der Zersiedelung des palästinensischen Gebiets durch israelische Siedlungen überhaupt Sinn? Sari Nusseibeh kennt die Geschichte und Tragödie des palästinensischen Volkes aus eigener Anschauung. Er ist in Ostjerusalem aufgewachsen. Heute ist er Rektor der Al-Quds-Universität, der einzigen arabischen Universität in Jerusalem, wo er auch Philosophie lehrt. Wie erlebt er den Islam und die Rolle der Religionen im Nahen Osten? Was verbindet ihn mit der islamischen und jüdischen Philosophie? In der «Sternstunde Philosophie» zeigt Sari Nusseibeh, welchen Weg zum Frieden er mit den Israeli sieht – über das Wahrnehmen von Leben und Leid der anderen Seite.
Sternstunde Religion vom 24. Oktober 2010
Wie weiter in Israel/Palästina?
Der israelische Historiker Moshe Zuckermann im Gespräch mit Judith Hardegger
Israel steht derzeit vor einer aussichtslosen Situation, hat aber nur die Wahl zwischen zwei Übeln – so die Überzeugung des Historikers Moshe Zuckermann aus Tel Aviv. Entscheidet es sich für die Rückgabe des 1967 im Sechstagekrieg annektierten Westjordanlandes, droht ihm im schlimmsten Fall ein Bürgerkrieg. Denn es ist kaum zu erwarten, dass alle Siedler sich widerstandslos aus den besetzten Gebieten zurückziehen werden.
Wie kam es zu dieser verfahrenen Situation und was bedeutet sie für den politischen Zionismus? Was soll mit Jerusalem geschehen und gibt es Lösungsansätze für die Rückkehrfrage der Palästinenser? Ein Thema, das an Komplexität kaum zu überbieten ist. Moshe Zuckermann versucht im Gespräch mit Judith Hardegger, Klarheit zu schaffen und stereotype Klischees neu zu beleuchten.
Sternstunde Religion vom 21. März 2010
Shimon Peres: Friedensfalke
Der israelische Präsident Shimon Peres im Gespräch mit Norbert Bischofberger
Shimon Peres verkörpert in einem gewissen Sinn die wechselvolle Geschichte des Staates Israel. 1923 in Wiszniew (damals Polen, heute Weissrussland) geboren, 1934 nach Palästina ausgewandert, erlebte und gestaltete Peres die Gründung des Staates Israel mit, verteidigte den jüdischen Staat mit allen Mitteln und bekleidete später verschiedene Ministerposten. Seit 2007 ist Peres Präsident des Staates Israel. Wie sieht Shimon Peres die Zukunft Israels? Inwiefern bewegt das Schicksal der Palästinenser den politischen Überlebenskünstler und Friedensnobelpreisträger (1994) Shimon Peres heute noch? Wie sieht er die Chancen für einen Frieden mit den Palästinensern und für die Schaffung eines palästinensischen Staates angesichts der israelischen Siedlungspolitik und der innerpalästinensischen Verwerfungen? Wie erlebt er den Islam und die Rolle der Religionen Judentum, Christentum und Islam im Nahen Osten? Der «Sternstunde Philosophie» ist es gelungen, einen Termin für ein ausführliches Gespräch mit Shimon Peres in Jerusalem zu erhalten. mehr
Sternstunde Philosophie vom 30. August 2010
Wenn der Feind ein Freund ist
Der Palästinenser Rami Nasrallah und der Israeli Shlomo Hasson im Gespräch mit Norbert Bischofberger
Der Konflikt zwischen Israel und Palästina ist ausweglos verfahren. Weder Kriege noch unzählige Friedensinitiativen haben zu einer Lösung geführt. Die Schreckensmeldungen aus dem Nahen Osten rütteln viele Menschen hierzulande nicht mehr auf: «Was sollen wir machen, wenn sich ‚die da unten‘ nicht einigen können?» Dem palästinensischen Politikwissenschaftler Rami Nasrallah und dem israelischen Geograph und Konfliktforscher Shlomo Hasson kann es nicht egal sein. Sie leben beide in Jerusalem und sind in ihrem Alltag und in ihren Familien täglich mit dem Konflikt konfrontiert. Sie engagieren sich gemeinsam für die Verständigung zwischen Israeli und Palästinensern und gehen davon aus, dass die Stadt Jerusalem nicht nur Teil des Problems, sondern auch Teil der Lösung im Konflikt zwischen Israel und Palästina ist. In der «Sternstunde Philosophie» erzählen die beiden, worüber sie streiten und wie ihre Friedenslösung aussieht.
Weitere Informationen zum Friedensprojekt von Rami Nasrallah und Shlomo Hasson in Zusammenarbeit mit dem Lassalle-Haus in Edlibach ZG unter www.lassalle-institut.org
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Sternstunde Philosophie vom 1. Februar 2009
Eine enttäuschte Liebe zu Israel
Die Schriftstellerin Angelika Schrobsdorff im Gespräch mit Roger de Weck
Der auf beiden Seiten einseitig ausgerufene Waffenstillstand zwischen Israel und der Hamas macht wenig Hoffnung auf eine dauerhafte Lösung des Konflikts zwischen Israel und Palästina. Die in Freiburg im Breisgau geborene Jüdin Angelika Schrobsdorff ging 1983 ins Gelobte Land, um dort das verlorene Glück, das ihr von den Nazis genommen worden war, wiederzufinden. Bis zur ersten Intifada erschien Jerusalem ihr die schönste Stadt der Welt, dann erlebte die Schriftstellerin die hässliche Seite der israelischen Politik und sah sich gezwungen, das Land wieder zu verlassen. «Jerusalem war immer eine schwere Adresse» lautet der Titel des Buches, das Schrobsdorff ihren Freunden «auf beiden Seiten der Grünen Grenze» gewidmet hat und in dem sie auf höchst persönliche Weise schonungslos Zeugnis ablegt vom Leben in einem Land, das zwei semitischen Völkern gehört und gleichwohl im Unfrieden lebt.
Sternstunde Religion vom 27. April 2008
Vom Frieden in Zeiten des Kriegs
Ein Dokumentarfilm über Neve Shalom / Wahat al-Salam
Verpönt, ausgegrenzt, bekämpft: Als junge Juden und Araber vor fast 30 Jahren das Unmögliche versuchten, hatten die Pioniere mit heftigen Widerständen zu kämpfen. Sie gaben ihre Vision nicht auf und es entstand das einzige israelische Dorf, in dem heute jüdische und arabische Familien freiwillig zusammen wohnen. Die gebürtige Zürcherin Evi Guggenheim und ihr palästinensischer Ehemann Eyas Shbeta leben in Neve Shalom/ Wahad al-Salam, wie das Dorf des Friedens in hebräischer und arabischer Sprache heisst. Der Nahostkorrespondent André Marty dokumentiert in seinem Film "Vom Frieden in Zeiten des Krieges" diesen Versuch, in Israel das Undenkbare zu wagen.
Sternstunde Religion vom 27. April 2008
Der Israeli Avrum Burg: Abschied vom Zionismus?
Avrum Burg im Gespräch mit Brigitta Rotach
Für die einen ist er ein Nestbeschmutzer, für die andern ist sein Engagement ein Lichtblick. Avrum Burg bezeichnet sich als Jude, Israeli und Mensch. Israeli zu sein, fällt ihm allerdings zunehmend schwerer. Dabei war er über zwanzig Jahren eine Leitfigur der israelischen Politik, für kurze Zeit provisorischer Präsident Israels. 2003 dann provozierte er mit einem Artikel über das Ende des Zionismus. Wenn Zionismus Grossisrael bedeute, so Burg, dann sei er ein Antizionist. Obwohl selber religiös, ist er dagegen, dass Israel sich als jüdischer Staat begreift. Avrum Burg plädiert für ein universelles Judentum und überrascht trotz provokanter Thesen im Gespräch mit Brigitta Rotach durch hoffnungsvolle Perspektiven .




