Madonna
Madonna, geboren 1958 in Bay City (Michigan), ist bis heute der Inbegriff einer Queen of Pop. Klickt man sich durch die Diashow ihrer chamäleonartigen, mittlerweile über 25 Jahre dauernden Karriere, stösst man auf eine unglaubliche Bandbreite an idealtypischen weiblichen - teils auch männlichen - Rollenvorlagen: das naive Blondchen, die ketzerische Rebellin, die strenge Businessfrau, die First Lady, das Mädchen von nebenan, die Mutter, die Mutter Jesu, die Diva, die Domina, das Cowgirl - um nur einige zu nennen.
Die Glaubwürdigkeit der in eine italoamerikanische Familie geborenen Madonna Louise Veronica Ciccone rührt nicht zuletzt von ihrer eigenen Tellerwäscher-Geschichte her, die phantastischer nicht klingen könnte. So wurde aus einem jungen Mädchen aus einer Kleinstadt der bislang grösste und einflussreichste weibliche Pop-Star der Geschichte.
Madonna ist die performende Urmutter einer gar nicht so kleinen Armee von Entertainerinnen, die in Sachen Wandelbarkeit und Ausdauer jedoch allesamt hinter ihr zurück bleiben - von Britney Spears über die Spice Girls bis hin zu Pink oder Lady Gaga.
Wiederholung
Samstag, 16. Juni 2012 um 12.25 Uhr auf SF info
CD-Tipps
«MDMA» (2012)
Madonna wäre nicht Madonna, wenn sie nicht auch mit 55 Jahren noch die heisse Cheerleaderin aus der High School mimen würde. Genau das tut sie auf ihrem neusten Album. Nicht nur tanzt und singt sie wie ihre jungen Kolleginnen Lady Gaga, Niki Minaj und wie sie alle heissen – sie klingt auch danach. Es scheint als würde das Original nun ihre eigenen Kopien kopieren. Erfolgreich ist Madonna nach wie vor, aber den Stab als geniale, stets dem Zeitgeist verbundene Trendsetterin hat sie längst abgegeben. Das ist auch der Musik anzuhören.
«Ray of Light» (1998)
Wurde Madonna in den 1980ern zum Inbegriff des richtungsweisenden, tabubrechenden Popsuperstars, wandelte sie sich Ende des Jahrtausends zum Spiritual Girl. Als frischgebackene Mutter und Kabbalah-Anhängerin versuchte sich das Material Girl plötzlich in emotionaler Tiefe. So recht nahm man ihr die seelische Läuterung nicht ab. Das Album allerdings war musikalisch ein starkes Statement – und auch kommerziell zahlte sich das Experiment aus: es wurde mit vier Grammys ausgezeichnet.
«Like a Virgin» (1984)
Mit ihrem Debutalbum «Madonna» hatte die Sängerin 1983 bereits ein Millionenpublikum erreicht. Für den zweiten Langspieler «Like A Virgin» holte Madonna den Produzenten Nile Rodgers (Michael Jackson, David Bowie) ins Studio. Das Album wurde zwar von den Kritikern verrissen, geriet aber trotzdem zum weltweiten Erfolg und etablierte Madonna als 80er-Ikone. Heute gilt es als Madonnas Markenzeichenalbum und - als Popklassiker. Songs wie «Material Girl» oder «Like A Virgin» wurden zu Hymnen einer ganzen Generation.





