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Wenn Andreas Vollenweiders Finger über das Engelsinstrument gleiten, sind die Assoziationen schnell gemacht - die Vorurteile ebenfalls. Eben diese musste Filmautorin Cristina Karrer selbst ablegen, als sie sich intensiv mit Andreas Vollenweider zu beschäftigen begann: «Das Etikett New Age, welches er in den 80er-Jahren - auf dem Höhepunkt seiner Karriere - erhielt, wird ihm nicht gerecht», fasst sie zusammen. «Ich realisierte schnell, wie komplex seine Musik ist und wie sie Menschen in der Tat berühren kann.»

Der Film verwebt Biographisches mit eben diesem Berühren; denn Andreas Vollenweider macht letztlich Musik, um Menschen zu berühren. Nirgends wird diese so deutlich wie in den Townships Südafrikas. 

Hier wird Andreas Vollenweider bis heute von der schwarzen Bevölkerung auf der Strasse erkannt, wie dies auch während der Dreharbeiten zu diesem Dokumentarfilm passiert ist. Seine Musik hat im Kampf gegen die Apartheid eine wichtige Rolle gespielt. Solche Szenen und die offene Art des Musikers lassen das Pänomen Vollenweider fassbar werden.

Wiederholung

Samstag, 31. Dezember 2011 um 12.25 Uhr auf SF info

CD-Tipps

Air (2009)

Auf seinem aktuellen Studioalbum treffen Vollenweiders über Jahrzehnte gereifter Sound mit zeitgenössischen musikalischen Elementen zusammen. Dem Thema „Air“ verpflichtet, wird nicht nur der menschlichen Stimme (Gesang, Beatboxing) Platz eingeräumt, auch unaufgeregte Bläser-Parts, leichte Perkussion und Vollenweiders Harfensound prägen das luftige Klangbild. Auf dem Album ist u.a. der deutsche Popstar Xavier Naidoo zu Gast.

Down To The Moon (1986)

Das Grammy nominierte Werk markiert den bisherigen Erfolgshöhepunkt von Vollenweiders Karriere. Mitte der 80er-Jahre war seine Musik bereits zum Markenzeichen geworden und er hätte mit Sponsorings und Werbespots Millionen verdienen können – aus Überzeugung und aus Liebe zur Musik tat er dies nie. Stattdessen tourte er um die ganze Welt, immer auch auf der Suche nach neuer Musik und Gleichgesinnten.

Eine Art Suite in XIII Teilen (1979)

Es dauerte seine Zeit, bis der Multiinstrumentalist und Autodidakt Andreas Vollenweider Mitte der 70er-Jahre „sein“ Instrument gefunden hatte. Mit seiner modifizierten Pedalharfe schliesslich kam er zu seinem ganz eigenen Sound. Sein erstes Album legte den Grundstein für eine erfolgreiche internationale Karriere, die bis heute für Schweizer Verhältnisse beispiellos ist.