Stars live: Happy Birthday, David Zinman
David Zinmans langes Wirken in Zürich ist ein Glücksfall. Seit 16 Jahren leitet er das Tonhalle-Orchester als Chefdirigent. Seiner Kontinuität und Treue ist es zu verdanken, dass das Orchester heute weit über die Schweizer Grenzen hinaus bekannt ist.
David Zinman spricht vom Tonhalle-Orchester gern als von seiner «letzten Liebe». Das ist keine aufgesetzte Herzlichkeit: Sie ist präsent in den Proben, im Konzert, aber auch wenn ein Musiker mit einem Problem bei ihm in seinem klitzekleinen Künstlerzimmer vorbeischaut. Die Konzertsolisten lieben ihn alle. Er scheint eine besondere Begabung zu haben, ihre Vorstellung von einem Werk spontan zu verstehen.
Anlässlich des Geburtstagskonzerts wird der Pianist und Dichter Alfred Brendel in der Tonhalle für seinen Freund David Zinman eigene Gedichten vortragen. «David Zinman hatte immer schon eine besondere Antenne für Solisten. Nichts Schöneres konnte uns passieren, als mit ihm zu spielen», sagt der weltbekannte Pianist.
Das Tonhalle-Orchester Zürich
Seit 1995 mit dem Chefdirigenten David Zinman
Das Tonhalle-Orchester hat sich in den letzten Jahren zu einem der internationalen Klangkörper Europas entwickelt. Wo immer das Orchester heute auftritt, in der Schweiz, wie auch in Europa und Übersee, begeistert es sein Publikum und erntet anerkennende Kritiken. Spätestens seit 1999, als ihm für seine epochale Gesamteinspielung der Sinfonien Beethovens der «Preis der deutschen Schallplattenkritik» verliehen wurde, steht es im Brennpunkt der Aufmerksamkeit.
Die Solisten
Sie alle gratulieren dem Maestro zu seinem 75. Geburtstag
Christian Zacharias
Dirigent und Pianist
Der 1950 in Indien geborene Christian Zacharias bewegt sich gern ausserhalb der ausgetretenen Interpretationspfade und gehört zweifellos zur pianistischen Weltelite. Zacharias versteht die unterschiedlichsten Sphären künstlerischer Arbeit zu verbinden: als Pianist, als Pädagoge, als Dirigent und als Musiker.
Cipa und Misha Dicher
Pianisten
Misha und Cipa Dichter lernten sich als Studenten der legendären Pianistin Rosina Lhevinne an der Juillard School in New York kennen. Ihr erster gemeinsamer Auftritt erfolgte 1972 in der Hollywood Bowl, dem grössten Freiluft-Amphitheater der USA. In ihrem Repertoire legen sie Wert darauf, vernachlässigte Werke für vierhändiges Klavier wiederzuentdecken. Nicht nur am Klavier, auch privat sind Misha und Cipa Dichter ein Paar.
Julia Fischer
Violinistin
Mit vier Jahren bekam sie die erste Geige, mit dreizehn begann sie, öffentlich aufzutreten. Mit neunzehn debütierte sie in der New Yorker Carnegie Hall. Von da an war sie ein Star. Julia Fischer, 1983 in München geboren, ist unter den jungen Geigerinnen, die heute in den Konzertsälen brillieren, die glamouröseste, auch wenn sie das nicht gerne hört.
Sandra Studer
Moderation
Sandra Studer präsentiert am gleichen Abend ab 22.35 Uhr auf SF 1 die Höhepunkte des Abends in einer Sonderausgabe von Stars live.
DRS 2 überträgt das Geburtstagskonzert am
10. Juli von 21.00-23.00 Uhr.
Sendezeiten auf SF 1 und DRS 2
Sonntag, 10. Juli 2011, 21.00 - 23.00 Uhr, Konzertabend auf DRS 2
Sonntag, 10. Juli 2011, ab 22.35 Uhr, «Stars live» auf SF 1
CD-Tipps David Zinman
Von Roland Wächter, DRS 2
Ludwig van Beethoven: Sinfonien 1-9
Der Beethoven-Überraschungsschlag aus der Zürcher Tonhalle: Kaum jemand erwartete nach Nikolaus Harnoncourt so schnell nochmals einen «neuen» Beethoven. Doch voilà: David Zinman und sein Orchester zeigten ihn. Die Fachpresse – sonst meistens eher abgebrüht – jubelte: «Sensationeller Zürcher Beethoven-Zyklus», «exemplarische Interpretation», «brisk, earthy and often electrifying» oder «spektakuläre Einspielungen».
Arthur Honegger: Rugby, Pastorale d’été, Pacific 231, Symphonie Nr. 2 u.a.
Wo ist der Sommer am idyllischsten, wo wird beim Rugby am heftigsten gebodycheckt, und wo braust der Zug mit der Achsenkombination 2-3-1 am majestätischsten daher? Natürlich in David Zinmans Interpretationen von Arthur Honeggers symphonischen Klanggedichten. Auch durch abstraktere Werke wie die Zweite Sinfonie oder die Monopartita weht ein frischer Wind.
Charles Ives: Three Places in New England; New England Holidays
Ein Reminder, dass David Zinman wirklich US-Amerikaner ist und vor dem Tonhalle Orchester schon andere gute Orchester aufgebaut hat. Zum Beispiel das Baltimore Symphony Orchestra, bei dem Zinman ebenfalls Chefdirigent war. Mit dem Baltimore legt Zinman die vielleicht mitreissendsten und farbigsten Interpretationen der Musik von Charles Ives vor. Und die lockersten. Was bei andern Orchestern oft angestrengt wirkt, kommt hier anscheinend «aus dem Handgelenk“: Spielerisch wirbeln Lieder, Hymnen, Märsche und Tänze durcheinander.










