Inhalt

Argentinien (Süden) - die besuchten Orte

Argentinien – vom Ende der Welt ans Ende des Landes

In drei Wochen reist Andrea Jansen vom südlichsten Punkt Argentiniens durch Patagonien, in die Pampas und in den ursprünglichen Norden an den äussersten Zipfel des Landes. Sie friert, zittert, überwindet Vorbehalte und Ängste und lernt die Herzlichkeit und Mentalität der Gauchos kennen. In einer Doppelfolge von «SF unterwegs» nehmen wir Sie mit ins achtgrösste Land der Welt – nach Argentinien.

Der Beagle-Kanal

Der Beagle-Kanal

Der Beagle-Kanal ist eine natürliche Wasserstrasse und verbindet den Atlantik und den Pazifik. Gleichzeitig verläuft auf ihm die Grenze zwischen Argentinien und Chile. Vom Hafen in Ushuaia aus starten mehrere grössere Ausflugsschiffe, die Pinguinkolonien auf der Isla Martillo oder die antike Estancia Harberton besuchen.

Andrea Jansen hat sich bewusst für einen kleinen Anbieter entschieden. Hector Monsalve steuert mit seinen zwei Booten als einziger die «Isla H» an, ein Naturschutzgebiet an der Grenze zu Chile. Seltene Pflanzen, Vögel und sogar der südlichste (und wohl hässlichste) Leuchtturm Argentiniens sind hier anzutreffen. Die Touren finden mit maximal 10 Personen statt.

Ushuaia

Ushuaia

Ushuaia ist für die meisten Touristen der Startpunkt für eine Antarktisexpedition, oder der Start- oder Endpunkt einer langen Argentinienreise. Die Stadt wirkt etwas zusammengewürfelt, das Zentrum und auch die wichtigsten Restaurants liegen allesamt an der Avenida San Martín. Unbedingt versuchen sollte man die lokale Spezialität: Centolla (Königskrabbe).

Ursprünglich lebten die Yamaná-Indianer auf Feuerland. Ein einfaches Volk, das nackt in Strohhütten lebte und sich gegen die Eiseskälte mit Seelöwenfett einrieb. Von ihnen hat die Stadt auch ihren Namen: Ushuaia bedeutet «Bucht, die nach Osten sieht».

Um 1900 wurde Ushuaia mehr und mehr zu einem riesigen Gefangenenlager. Ein grosses Gefängnis, das «Presidio» wurde gebaut. Heute findet man in den Gemäuern ein Museum, und die Spuren dieser Zeit finden sich überall in der mittlerweile boomenden Stadt.

Andrea Jansen hat im wunderschön gelegenen Hotel «Los Cauquenes» übernachtet. Im Dorfzentrum gibt es zahlreiche Budget- und Mittelklasseunterkünfte, in der Hochsaison (Okt. – März) empfiehlt sich aber eine frühzeitige Reservation.

Nationalpark Feuerland und Isla Redonda

Nationalpark Feuerland und Isla Redonda

Der Parque Nacional Tierra del Fuego (erstreckt sich über eine Fläche von 63'000 Hektaren. Der patagonische Wald reicht hier bis ans Meerwasser, es hat kilometerlange Wanderwege. In den Nationalpark gelangt man mit dem Auto, oder so wie Andrea Jansen mit dem «Tren del Fin del Mundo». Der Zug wurde von den Sträflingen gebaut, die für das Gefängnis in Ushuaia Holz hacken und beschaffen mussten. Die Züge wurden neu gebaut, aber noch gut sieben Kilometer der Schienen stammen aus jener Zeit. Die Zugfahrt ist sehr touristisch, man wird während gut 40 Minuten mit Musik und Informationen beschallt. Wenn man sich aber darauf einstellt, ist die bedächtige Fahrt sehr schön, wenn auch nicht billig: Gut 40 Franken kosten Bahn und Eintritt in den Nationalpark.

Am Fusse des Nationalparks, an der Bahía Ensenada, befindet sich die südlichste Poststelle Argentiniens. Betrieben wird sie von Carlos de Lorenzo, dem selbsternannten Premierminister der Isla Redonda – einer kleiner runden Insel, die direkt vor der Bucht liegt und im Sommer auch besucht werden kann.

El Calafate  Backpacker Paradies

El Calafate – Backpacker Paradies

El Calafate wird auch die «Welthauptstadt der Gletscher» genannt. Sie liegt am gewaltigen Gletschersee Lago Argentino und ist guter Ausgangspunkt für Ausflüge zum Gletscher «Perito Moreno», «Glaciar Viedma» oder für Trekkingtrips ins nahe gelegene Chile. El Calafate ist eine Backpackerhochburg – kaum einer, der hier nicht mit Rucksack und Wanderschuhen ausgerüstet ist, und falls doch etwas fehlt, gibt es im 20'000 Seelenstädtchen alle fünf Meter ein Sportgeschäft.

Andrea Jansen besuchte die Stadt 2006 und 2012 und war von ihrer Entwicklung beeindruckt. Der Ort wächst rasch und hat sich doch positiv entwickelt. Rund 130 Unterkünfte gibt es in El Calafate, unter anderem die älteste Jugendherberge ganz Patagoniens. Eine Übernachtung kostet hier zwischen 17 und 80 Franken.

Roundtrip El Calafate  El ChaltÃn  El Calafate

Roundtrip El Calafate – El Chaltén – El Calafate

Wer Zeit hat, sollte unbedingt einen Besuch im Parque Nacional Torres del Paine einplanen, der in Chile liegt. Dort finden Trekkings zu den bekannten Gipfeln des Fitz Roy und Cerro Torre statt.

Aus Zeitgründen musste Andrea Jansen mit der kurzen Variante vorliebnehmen, einer Rundreise nach El Chaltén, von wo aus man den Fitz Roy (3350m) sehen kann – oder eben könnte, wenn das Wetter mitspielt.

Ein kurzer Stop im Hotel La Leona (ca. 110 km von El Calafate) machte das bewölkte Wetter aber wieder wett.

Perito Moreno Gletscher

Perito Moreno Gletscher

Der Perito Moreno-Gletscher hat eine bis zu fünf Kilometer lange Gletscherzunge. Er wächst jeden Winter bis zu 40 Meter, die ihm dann im Sommer wiederum abschmelzen.

Ein Gletscher-Trekking ist ein absolutes Highlight. Andrea Jansen wagte sich mit dem erfahrenen Bergführer Marcos Frischknecht aufs Glatteis, und wurde am Ende mit einem Whiskey on the Rocks belohnt.

Estancia «La Plegaria»: Im Gaucho-Land

Estancia «La Plegaria»: Im Gaucho-Land

Aus der Kälte floh Andrea Jansen in die argentinische Pampa: Vor den Toren der Hauptstadt Buenos Aires beginnt die riesige Steppenlandschaft, die für ihre riesigen Rinderfarmen bekannt ist.

Überall findet man auch sogenannte «Estancias», also Höfe, die für den Tourismus geöffnet sind. Dabei handelt es sich meistens um luxuriöse Anwesen mit Rundumservice.

Andrea Jansen wollte eine Estancia besuchen, auf der noch gearbeitet wird, und hat sie in Chascomús (ca. 110km von Buenos Aires) gefunden: Die Estancia La Plegaria von Laura und Raúl Gandola. Über 1000 Rinder besitzen die beiden, organisieren Ausritte, authentische Asados oder bringen einem bei, ein richtiger Gaucho oder eine Gaucha zu sein.