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«SF bi de Lüt - Das kleine Paradies»

Vincenzo Bordonaro im Gewächshaus

Vincenzo Bordonaro (Foto: SRF)

Tomatensetzlinge

Tipp von Vincenzo Bordonaro

Wenn Sie die Tomatensetzlinge wie ich vom Samenkorn an selbst ziehen möchten, empfehle ich Ihnen: Lassen Sie die untersten Früchte Ihrer Tomatenstaude so richtig reifen. Dann geben Sie den Saft und die kleinen Samen aus diesen Früchten in einen Becher, fügen etwas Wasser hinzu und lassen alles zwei Tage stehen. 

Samen im Treibhaus wachsen lassen

Den Inhalt dieses Bechers giessen Sie durch ein Sieb - dadurch werden die Samen richtig sauber. Jetzt müssen die Samen trocknen. Aber nicht etwa in der Sonne, sonst werden sie schwarz!
Mit der Aussaat warte ich immer mindestens bis zum 19. März. Es ist wichtig, dass die Aussaat im Trockenen ist, zum Beispiel in einem Treibhaus. Dort lasse ich sie, bis sie gross genug sind, um sie in die Gartenbeete zu pflanzen. Die Tomaten mögen lockeren, luftigen Boden. Sie mögen es auch, wenn man sie mit einem Plastik zudeckt.

Karotten säen

Tipp von Martin Blaser

Mein «Rezept» für die Aussaat der Karotten, damit sie auch wirklich wachsen: Das Beet für die Karotten dünge ich nie mit frischem Kuhmist, auch nicht im Vorherbst (wegen der Möhrenfliege!). Ich lockere den Boden tief. Er soll möglichst ohne Steine und durchlässig sein. 

Sand unter die Erde

Ausserdem durchmische ich  die Erde vor dem Säen etwas mit Sand. Ich ziehe 1-2 cm tiefe Rillen und feuchte diese an. Dann säe ich die Samen regelmässig und grosszügig aus. Über die Saat streue ich ein wenig Aussaaterde und bedecke anschliessend die Rille mit etwas Erde. Mit der Rückseite des Rechens klopfe ich die Erde leicht an.

Mischkultur mit Zwiebeln

Ideal ist eine Mischkultur mit Zwiebeln. Beide Gemüse vertreiben sich gegenseitig die Möhren- resp. Zwiebelfliege und sind ideale Nachbarn.

Die Karottenreihen säe ich aussen am Beet an, so fällt das Erdünnern, also das  Auszupfen der kleinen Pflänzchen, leichter.

Ohne Schneckenkörner geht es nicht

Die Reihe mit den Karotten halte ich gleichmässig feucht, das heisst ich giesse sie laufend. Die Karotten benötigen 2-3 Wochen bis zur Keimung. Etwa eine Woche nach der Aussaat streue ich wenig Schneckenkörner aus. Wenn die Karotten keimen, sind diese zarten Pflänzchen ein echtes Festessen für die Schnecken. Sonst muss man sich dann nicht wundern, warum die Karotten nicht gewachsen sind.

Simone Meyer Güngör in ihrem Gemüsegarten

Simone Meyer Güngör (Foto: SRF)

Das Garten-Notizbuch

Tipp von Simone Meyer Güngör

Um den Überblick über meine Pflanzen nicht zu verlieren, halte ich in meinem Notizbuch fest, was ich wann und wo pflanze. Dort notiere ich mir auch zu jeder Pflanze, was sie an Pflege benötigt. Wie lange ihre Samen brauchen, um zu keimen, welcher Boden ihr am liebsten ist, wie viel Platz sie benötigt und ob sie lieber in der Sonne oder im Schatten steht.

Austausch mit den Nachbarsgärtnern

Gerade weil ich noch nicht zu den routinierten Gärtnerinnen gehöre, erleichtert ein solches Notizbuch das Gärtnern ungemein. Übrigens würde ich auch allen empfehlen, über die eigene Gartengrenze hinauszuschauen und mit den benachbarten Gärtnerinnen und Gärtnern zu reden. Die haben meistens allerlei Tipps auf Lager, welche sie noch so gerne weitergeben. 

Martin Müller in seinem Schrebergarten

Martin Müller (Foto: SRF)

Apfelbäume richtig schneiden

Tipp von Martin Müller

Mein Vater ist Landwirt. Er hat mir gezeigt, wie ich den Apfelbaum Garten so schneide, dass er eine schöne und gesunde Form entwickelt. Das Vorgehen lehnt sich an den sogenannten «Öschbergschnitt» an - nach der Obst- und Gartenbauschule Öschberg im Kanton Bern.

Platz und Licht für ein besseres Wachstum

Es geht darum, gezielt einige wenige, starke Äste zu ziehen und die übrigen Seitentriebe zurückzuschneiden. So bleiben für die grossen Äste Platz und Licht, um zu wachsen und schöne Früchte zu bilden. Ich suche aus den vom Hauptstamm austreibenden seitlichen Ästen nach vier dickeren, die in vier unterschiedliche Richtungen wachsen – je etwa in einem 90°-Winkel zueinander stehen. Diese lasse ich stehen und schneide dafür die dazwischen liegenden, kleineren Äste heraus. Das gleiche Prinzip gilt für die Äste, die weiter oben wachsen. Auch hier muss ausgelichtet werden, damit die Hauptäste genügend Platz haben, um sich zu entwickeln.

Turi Kuonen in seinem Garten

Turi Kuonen (Foto: SRF)

Artgerechte Pflege der Gartenzwerge

Tipp von Turi Kuonen

Die kleinen Wichte bringen Leben in jeden Garten, darum kann man eigentlich nie zu viele davon haben! Rund um mein Gartenhäuschen tummeln sich dutzende Zwerginnen und Zwerge, für die ich von Passanten immer wieder Komplimente entgegennehmen kann.

Zwiegespräche mit Schneewittchen

Wie die Pflänzchen fordert natürlich auch das kleine Gartenvolk eine gewisse Aufmerksamkeit, Streicheleinheiten und gutes Zureden. Insbesondere Schneewittchen, mit ihr führe ich immer wieder Gespräche - allerdings ist sie keine besonders gute Zuhörerin! Im Herbst werden dann alle Gartenzwerge geputzt. Da wische ich ihnen den Schweiss vom Sommer ab, damit sie frisch und munter den kühleren Zeiten entgegenschauen können.

So wachsen die Wurzeln in die Tiefe

Tipp von Angela Losert

Mein Tipp ist simpel und eigentlich recht bekannt. Trotzdem sehe ich nicht viele PächterInnen in den Familiengärten, welche ihn anwenden: Ich giesse jeden Setzling respektive die junge Kulturpflanze bei Trockenheit langsam und reichlich, aber nur dort, wo der Spross aus dem Boden kommt.

Keine Autobahn für Schnecken

So unterstütze ich, dass die Wurzeln nicht oberflächlich in die Breite wachsen, sondern in die Tiefe. Das hat schliesslich den Effekt, dass ich die Pflanzen in der Reifezeit kaum noch giessen muss, weil die unteren Bodenschichten meist lange feucht und kühl bleiben. Auch biete ich so den Schnecken keine Autobahn zum grünen Schmaus, da ein Teil der Bodenkruste krümelig und feucht bleibt.