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Adrian Pfiffner

Adrian Pfiffner, Geologe

Die Architektur der Erde

Adrian Pfiffner, Geologe

Sonntag, 23. Juni, um 11.35 Uhr auf SF 1

«Suchen Sie Gold?» Wenn Adrian Pfiffner mit dem Hammer in der Hand durch die Berge stapft, bekommt er von Wanderern immer dieselbe Frage zu hören. Doch Adrian Pfiffner sucht weder nach Gold noch nach Kristallen; er erforscht die Architektur der Erde. Er ist Professor und Direktor des Instituts für Geologie in Bern. «Die Leute wissen gar nicht, was ein Geologe tut», sagt der im Bergsturzgebiet von Reichenau/GR geborene Pfiffner.

Um die Gebirgsbildung der Alpen in ihrer Besonderheit zu verstehen, erforscht Pfiffners Team gerade die Anden. Warum haben sich die Berge dort viel höher, nämlich auf fast 7000 Meter getürmt? Während die Alpen durch die Kollision zweier Kontinente symmetrisch emporwuchsen, sind die Anden asymmetrisch entstanden: Die ozeanische Platte des Pazifiks schob sich unter die des südamerikanischen Kontinents und wuchtet so die Gesteinsmassen hinauf.

Adrian Pfiffner im Gebirge

Zerfällt sofort zu Sand

Adrian Pfiffners Expertise ist immer dann gefragt ist, wenn geklärt werden muss, wie es unter der Erdoberfläche aussieht. Bei den Arbeiten für den neuen Gotthard-Basistunnel untersuchte er, wie tief unter den Talböden der Felsgrund liegt, oder ob in der Region der Piora-Mulde auch auf Tunnelniveau mit zuckerkörnigen Dolomit zu rechnen ist: «Ein fürchterliches Gestein; es zerfällt sofort zu Sand.»

«Wir modellieren die gebirgsbildenden Prozesse aber auch am Computer», sagt Adrian Pfiffner. «Und wir arbeiten experimentell mit Analogmodellen, sprich am Sandkasten.» Dort kann man mit Materialien wie Sand, Glaskugeln oder Kunststoffen die unterschiedlichsten Ausgangsbedingungen entwerfen. Im Computertomographen des Inselspitals zeigt sich dann, wie unter Druck die verschiedensten Miniaturgebirge entstehen. So kann man den Bergen beim Wachsen zu gucken.

Adrian Pfiffner

Geboren 1947 in Chur
Studium der Geologie an der ETH Zürich
Professor für Tektonik an der Universität Bern (seit 1987)
Direktor des Instituts für Geologie (seit 2001)
Schläfli-Preis (1984)

Filmcredits

Realisation: Bertilla Giossi
Kamera: Margarethe Sauter
Ton: Thomas Bruderer
Schnitt: Mirco Manetsch
Musik: Franco Mettler
Produzent: Christian Eggenberger, SF

Wiederholungen

Freitag, 25. Juni, um 14.30 Uhr auf SF 1
Samstag, 26. Juni, um 16.55 Uhr auf SF 1