Inhalt

Archiv Sendung vom 21.06.2012

«Mann macht den Pfau»

NETZ NATUR-Sendung vom 21.06.2012

Sie fürchten weder Tod noch Teufel und geben alles, wenn es um das Eine geht: Männchen, die ein Weibchen wollen, tanzen, singen oder zeigen ihre Schokoladenseite oder  - wenn es sein muss - auch das farbige Hinterteil. Macht er es richtig, kommt er zum Zug - entweder für Sekunden, oder - je nach Tierart - für ein Leben lang.     


(Diese Sendung ist ab dem Ausstrahlungsdatum für 7 Tage online (22.06.-27.06.2012) und kann aus urheberrechtlichen Gründen nicht als DVD bestellt werden. )

Feuer im Hintern: Manche Leuchtkäfer geben eindeutige Leuchtsignale mit ihrem Hinterteil.

Von manch einem Act in Dating-Shows im Tierreich könnten wir etwas lernen. Denn wenn es zur Sache geht, sind Menschen in guter tierischer Gesellschaft. «NETZ NATUR» geht dieser Frage nach und zeigt, wie Mann sich ins beste Licht rückt, um das andere Geschlecht zu beeindrucken. Was lassen sich Männchen alles einfallen, und wie rüstet sie die Natur dazu aus, um eine Angebetete für sich zu gewinnen?

Gibt sich und hat Mühe: Es gehört zum Spiel bei den Pfauen, dass die Weibchen sein enthusiastisches Balzgehabe scheinbar ignorieren….

In der Dokumentation «Was Weibchen wollen und Männchen dafür tun", wie die Produktion von Pangolin Pictures und Thirteen/WNET New York im Original zutreffend heisst, zeigen Wissenschaftler und Tierfilmer auf der ganzen Welt, was sie Neues zum Thema herausgefunden haben.

Falschspieler: Der Leierschwanz schmückt sich akustisch mit fremden Federn, um die Weibchen zu beeindrucken und stellt dabei jeden Papagei in der Schatten.

Vögel wie der australische Leierschwanz betören durch ihre unvergleichbaren Gesangskünste. Er imitiert Autobremsen, Hupen, Kameraklicks - sein Repertoire ist unerschöpflich. Hört der Vogel ein Geräusch, macht er es nach, und alles nur damit sie hinhört. Dazu hat er auch noch einen verschnörkelten Federschmuck am Schwanz - ähnlich wie ein Pfau. Kapuzineraffen haben weder eine verführerische Stimme noch bunte Federn. Dafür trommeln sie.

Als Schlagzeuger entpuppt sich auch der australische Palmkakadu. Mit einem Stock trommelt er so laut und unwiderstehlich im Takt, bis das Weibchen in Stimmung kommt und Ohren und Augen verdreht - aber vielleicht wird sie auch nur willig, damit er bloss damit aufhört! Steigt sie allerdings auf sein Getrommel ein, hält eine Bindung erfolgreich ein Leben lang.

Biber

Steppender Spinner: Diese Springspinnenmännchen legen einen Flamenco hin, um den Weibchen in die 8 Augen zu stechen.

Bei einer Springspinnenart sind Männchen erfolgreich, die gut steppen. Um dies sicht- und hörbar zu machen, setzt ein amerikanischer Forscher eine Weibchen-Attrappe als Lockvogel auf eine Trommel. Mit einer zusätzlichen Mini-Kamera wird die Show des Männchens aufgezeichnet - ein wahrer Spinnen-Flamenco.

Göttliche Kommödie: Der Prachpardiesvogel spielt scheinbar grosses Drama auf dem Stengel.

Einsame Spitze ist der Prachtparadiesvogel, wenn es ums Balzen geht: Hochdramatisch wie eine Ballerina tanzt er mit seinem hellblau glänzenden Federschmuck, singt und wirbt bis das Weibchen hin und weg ist, ob dieser multimedialen Pracht.

«NETZ NATUR» zeigt die fast unerschöpfliche Vielfalt der Partnerwerbung: Und überall geht es immer nur um das Eine - seine eigenen Gene weiterzugeben. Dafür riskieren manche Bewerber sogar ihr Leben, wie bei der schwarzen Witwe oder bei der Gottesanbeterin. Wenn es um die Fortpflanzung und das Betören von Weibchen geht, hat die Evolution scheinbar die Kunst der nutzlosen Schönheit entwickelt - oder vielleicht eben doch nicht ganz so nutzlos. Wie auch immer: Eine Sendung, die dem menschlichen Betrachter immer wieder ein Schmunzeln entlockt  - weil ihm vieles nur allzu bekannt vorkommt.