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Medienkompetenz

Bilder und ihre Wirkung

Montag, 5. September 2011, 13:12 Uhr, Aktualisiert 13:35 Uhr

Fernsehbilder und Zeitungsfotos zeigen uns, was in der Welt passiert. Aber Achtung: Sie bilden nur einen Teil der Wirklichkeit ab. Manchmal kann uns ein Bild dadurch in die Irre führen. Hier ein paar Punkte, auf die es sich zu achten lohnt.

Nicht jeder ist so gross, wie er scheint
Gerade in der Politik ist es von Vorteil, einen möglichst mächtigen Eindruck zu hinterlassen. Manche Politiker benutzen deshalb Podeste als unsichtbare kleine Helfer. Sie machen aus kleinen Menschen grosse Staatspersonen.

Wenn die Grösse zählt

Blickwinkel: Die Normalperspektive zeigt Respekt 
Die Kameraperspektive hat einen grossen Einfluss darauf, wie ein  Mensch wirkt. Bei der Normalperspektive ist die Person vor der Linse auf Augenhöhe mit dem Betrachter. Sie wirkt dadurch kompetent und seriös.

Blickwinkel: die Normalperspektive

Blickwinkel: Die Froschperspektive macht mächtig
Diese Perspektive ist bei den Politikern besonders beliebt. Die Kamera filmt von unten nach oben und lässt Menschen dadurch grösser und mächtiger wirken, als sie eigentlich sind. Wichtige Staatsmänner sehen aus der Froschperspektive noch wichtiger aus.

Blickwinkel: die Froschperspektive

Blickwinkel: Die Vogelperspektive macht klein
Wie ein Vogel blickt die Kamera in dieser Perspektive auf die Protagonisten herunter. Dadurch wirken die Personen klein. Sie machen einen hilflosen und untergeben Eindruck, obwohl sie das eventuell gar nicht sind.

Blickwinkel: die Vogelperspektive

Politiker haben kein Interesse daran, aus der Vogelperspektive abgelichtet zu werden. Diese Sicht lässt sie klein wirken und stellt ihre Kompetenz in Frage. Das sieht man an diesem Beispiel von Eveline Widmer-Schlumpf.

Machtverlust durch Vogelperspektive

Der Aufbau des Bildes ist entscheidend
Je nachdem, wie ein Bild inszeniert wird, bekommt es eine bestimmte Wirkung. Möchte man zum Beispiel zeigen, dass ein Politiker mächtig ist, wird er so in Szene gesetzt, dass er gross und in der Mitte des Bildes erscheint und alles um ihn herum unwichtig wird.

Inszenierte Bilder

Ein Schnappschuss muss nicht der Wahrheit entsprechen
Genauso kann eine Person in ein schlechtes Licht gerückt werden, indem man sie mit einem unvorteilhaften Gesichtsausdruck zeigt. Wenn das Gesicht in Grossaufnahme gezeigt wird, werden Emotionen suggeriert, die vielleicht nie da waren. 

Folgenreiche Schnappschüsse

Eine Szene hat unzählige Augenblicke
Eine Filmaufnahme besteht aus unzähligen Einzelbildern. Medien entscheiden sich oft dafür, nur ein einziges Bild aus der Szene zu zeigen. Das kann mitunter zu den skurrilsten Bildaussagen führen, die nicht unbedingt etwas mit der wahren Begebenheit zu tun haben.

Eine Szene, unzählige Augenblicke

In diesem Fall zum Beispiel erweckt der gewählte Aufnahmemoment den Eindruck, dass sich die Politiker Jörg Haider und Christoph Blocher gerade küssen.

Wenn Bildmomente zu neuen Liebespaaren führen

Auch Bildtitel können Aussagen verändern
Wenn Journalisten ihre Bilder betiteln, verbinden sie diese bewusst mit einer Aussage. Dabei können die Bilder in ein völlig neues Licht gerückt werden.

Bildtitel können Bilder in ein völlig neues Licht rücken

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