Aktuelle Sendung vom 29.05.2012
«Das Leben erschreiben»
Um Leben und Literatur geht es im Literaturclub im Mai. Welche Rolle spielt das eigene Leben im Schreiben? Und welche Rolle spielt die Literatur im eigenen Leben? Michael Ondaatje reist zurück in seine Jugend und schöpft aus seinen Erinnerungen den Rahmen für seinen aktuellen Roman. Die Tagebücher Hansjörg Schneiders zeigen das Denken und Fühlen eines grossen Schweizer Schriftstellers, und der neue Roman von Irena Brežná trägt unmissverständlich auch autobiographische Züge. Georges Perec versucht sich seine Erinnerungen zu erschreiben, und unser Gast Daniel Hell gibt Auskunft darüber, wann Literatur heilen kann.
Daniel Hell diskutiert mit Iris Radisch, Hildegard E. Keller und Stefan Zweifel über die Bücher der Sendung:
«Nilpferde unter dem Haus» von Hansjörg Schneider
«Die undankbare Fremde» von Irena Brežná
«Katzentisch» von Michael Ondaatje und
«W oder die Kindheitserinnerung» von Georges Perec
Es liest die Schauspielerin Fabienne Hadorn.
Möchten Sie im Publikum dabei sein?
Der «Literaturclub» wird am Montag, 21. Mai 2012 um 20.00 Uhr im Papiersaal in Zürich aufgezeichnet. Türöffnung um 19.15 Uhr.
Gratistickets können Sie bestellen unter: literaturclub@srf.ch
«Nilpferde unter dem Haus» von Hansjörg Schneider
Hansjörg Schneider wacht oft um drei Uhr morgens auf und notiert seine Träume. Immer wieder träumt er von seiner Frau und seiner Mutter, die beide früh verstorben sind. Meistens kommen auch Katzen vor, und einmal sogar ein Nilpferd. In seinem Tagebuch schreibt Schneider darüber hinaus über die lust- und intellektuellenfeindliche Enge seiner aargauischen Heimat, der er mit dem Umzug in die «Grossstadt» Basel entkommen konnte. Und darüber, dass viele in seinem Umfeld mit Unverständnis reagierten, als er mit 55 plötzlich Kriminalromane zu schreiben begann.
Hansjörg Schneiders neues Stück «Looslis Kinder» bis 2.6. am Stadttheater Bern
www.diogenes.ch
«Die undankbare Fremde» von Irena Brežná
Eine junge Frau emigriert aus einer Diktatur und findet Zuflucht in der Schweiz. Doch diese neue Heimat ist eine voller Widersprüche, ein gesättigtes Land, dessen Menschen nicht zugänglich sind und dessen gesellschaftliche Regeln sie nicht befolgen kann. In der Auseinandersetzung mit Menschen und Land findet die junge Frau zu einer neuen Identität...
http://www.galiani.de
«Depression als Störung des Gleichgewichts» von Daniel Hell
Depression, Melancholie, Schwermut - Der Psychiater Daniel Hell versteht Depression als das Ringen einer Person um ihr Gleichgewicht. Wie man Depressionen erfolgreich behandelt und welche Formen der Depression es überhaupt gibt, das ist der Gegenstand von Daniel Hells aktuellem Buch «Depression als Störung des Gleichgewichts». Welche Rolle die Literatur dabei spielt, erfragt Iris Radisch im Literaturclub.
http://www.kohlhammer.de
«Katzentisch» von Michael Ondaatje
Cassius, Ramadhin und Michael sind auf dem Weg von Ceylon nach England. Alle drei ohne viel Geld und elterliche Begleitung. Zu der buntgemischten Gesellschaft an Bord des Schiffes, auf dem sie reisen, gehören Aussenseiter, die wie sie am Katzentisch sitzen, und andere Reisegefährten, nicht zuletzt die aus der Ersten Klasse, zu der Michael dank seiner Cousine Emily exklusiven Zugang erhält: Der Baron, der elegant Mitreisende bestiehlt, der todkranke Millionär oder die Artistentruppe mit Wahrsager, in den sich Emily verliebt. Michael Ondaatje, Autor von «Der englische Patient» und selbst im heutigen Sri Lanka geboren, erzählt ein Abenteuer, das Gleichnis ist für das wahre, wilde Leben.
www.hanser-literaturverlage.de
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«W oder die Kindheitserinnerung» von Georges Perec
Ein Utopia auf einer Insel, die auf keiner Karte verzeichnet ist, ein Musterland des Sports – das ist W. Eine autobiografische Spurensuche nach der eigenen Kindheit – das ist W oder die Kindheitserinnerung.
Perec und Peretz: Ein Autor sucht sein Leben in den Dokumenten und in den Fiktionen. Ein gewisser Wilson soll die Nation der Sportler gegründet haben, die den olympischen Idealen Hohn spricht. Eine Welt, die nur Sieger und Besiegte kennt. Nach und nach offenbart sie ihre terroristischen Züge.
Georges Perec wurde 1936 unter dem Namen Peretz als Kind jüdisch-polnischer Eltern in Paris geboren. Er war Mitglied der literarischen Bewegung OULIPO: Werkstatt für potentielle Literatur in Paris. 1982 starb er kurz vor seinem 46. Geburtstag an Lungenkrebs.
http://www.diaphanes.net
Mit wem schlafen Sie? - Bettlektüretipps von Alex Rübel
Seit 20 jahren leitet Alex Rübel den Zoo in Zürich. Aber was liest eigentlich ein Zoodirektor, wenn er abends ins Bett steigt? Natürlich ein Buch, in dem eine Katze eine tragende Rolle spielt:
Helge Timmerberg: Das Haus der sprechenden Tiere. Rowohlt Berlin
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Die Buchempfehlungen unserer Kritikerinnen und Kritiker
Dirk Alvermann: Algerien, Steidl (Iris Radisch)
Dea Loher: Bugatti taucht auf, Wallstein (Hildegard E. Keller)
Maurice Sendak: Wo die wilden Kerle wohnen, Diogenes (Stefan Zweifel)
Urs Widmer: Herr Adamson, Diogenes (Daniel Hell)
Ausstrahlungsdaten
Dienstag, 29. Mai 2012, um 22.20 Uhr auf SF1
Mittwoch, 30. Mai 2012, um 01.35 Uhr auf SF 1
Donnerstag, 31. Mai 2012, um 03.55 Uhr auf SF 1
Samstag, 2. Juni 2012, um 14.10 Uhr auf SF 1
Mittwoch, 30. Mai 2012, um 11.00 Uhr auf SFinfo
Donnerstag, 31. Mai 2012, um 12.40 Uhr auf SFinfo
sowie
Sonntag, 17. Juni 2012, um 10.45 Uhr auf 3sat



















