Archiv Sendung vom 29.09.2010
Summen, um zu überleben: die Kultur fliegt auf die Biene
Die Honigbiene ist bekanntlich bedroht, doch als Kulturthema erlebt sie gerade einen Boom. Ein Solo-Programm des eigenwillig-genialen Musikers Jürg Kienberger kreist um das Leben und Sterben der Bienen. Nicht zufällig heisst der diesjährige Berlinale-Gewinnerfilm «Honig» und schildert das Leben eines Imkers, dessen Bienen verschwinden. In Städten wie Paris, Berlin oder Zürich ist das Imkern nicht mehr die Domäne kauziger alter Männer, sondern wird zu einem Trend bei den Jungen. «Kulturplatz» über die neue Faszination für das fleissige und wehrhafte Insekt.
Beitrag: Sandra Steffan
«Ich Biene – ergo summ», Ein Bühnensolo zum Leben und Sterben der Bienen, Theater Tuchlaube Aarau, Theater Neumarkt Zürich, Theater Ticino Wädenswil und Theater Chur
Ungeliebtes Wahrzeichen: Christian Kerez baut ein Museum für Warschau
Mitten in der Stadt baut sich Warschau ein grosses Kunstmuseum. Die meisten Bewohner wünschen sich ein funkelndes Wahrzeichen – weil ihre Stadt voll ist mit Hochhäusern und billig gebauter Konsumarchitektur. Nun bekommen sie einen eleganten, aber sehr zurückhaltenden Bau vom Schweizer Christian Kerez. Sein Entwurf hat eine grosse Kontroverse ausgelöst und wurde als «flache Blechdose» verschmäht. Zudem muss Kerez noch viele bürokratische Hürden überwinden. «Kulturplatz» hat den 1962 geborenen Architekten nach Warschau begleitet.
Beitrag: Stefan Zucker
Musik für Emotionen: Soundtracks made in Switzerland
Die Schweizer Geschwister Diego, Nora und Lionel Vincent Baldenweg komponieren Filmmusik. Ihr neuestes Werk ist der Soundtrack zum Film «180°», der auf einer tragischen Schweizer Geschichte basiert: das Drama um den Chef der Zürcher Baubehörde, der vier seiner Mitbewohner erschoss. Die Musik zu diesem hochemotionalen Stoff haben die Geschwister mit dem Zürcher Tonhalle-Orchester unter David Zinman eingespielt. «Kulturplatz» hat den Entstehungsprozess dieser berührenden Filmmusik über ein Jahr lang begleitet.
Beitrag: Sebastian Günther
«180°», Regie: Cihan Inan, in den deutschschweizer Kinos ab 30.09.2010
Grosse Klappe. Was dahinter? – «Kulturplatz»-Talk mit Nora Tschirner
Nora Tschirner, 29, wurde als MTV-Moderatorin berühmt und ist Deutschlands neuer Kinostar. An der Seite von Til Schweiger spielte sie die Hauptrolle in den Kassenschlagern «Keinohrhasen» und «Zweiohrküken». Die gebürtige Ost-Berlinerin ist aber nicht nur jung und hübsch – sie ist vor allem frech. Ihr flottes Mundwerk, macht sie zur Gallionsfigur einer neuen deutschen Frauengeneration. «Kulturplatz» hat Nora Tschirner am Zürich Filmfestival getroffen, um zu erfahren, was hinter der grossen Klappe wirklich steckt.
«Bon Appétit», Regie: David Pinillus, in den deutschschweizer Kinos ab 16.12.2010
Unschuldig hinter Gittern: die Schweiz bringt Licht in ein dunkles Kapitel
«Administrative Versorgung» nannte man es, wenn der Schweizer Staat «arbeitsscheue» oder «verwahrloste» Jugendliche bis 1981 durch Wegsperren zur Raison bringen wollte. Schon lange wurde diese inhumane Praxis von Kulturschaffenden angeprangert, doch erst jetzt kommt dieses dunkle Schweizer Geschichtskapitel langsam ans Licht der Öffentlichkeit. «Kulturplatz» fragt, warum das Land so lange nicht sehen wollte, was hinter Anstaltsmauern passierte. Welche Schlüsse können wir für die Zukunft ziehen?
Beitrag: Meili Dschen
Dominique Strebel: «Weggesperrt. Warum Tausende in der Schweiz unschuldig hinter Gittern sassen», Beobachter-Buchverlag, 2010
Aufgefallen: Urs Fischer lässt sich bei der der Arbeit zusehen
Seine Kunst macht international Furore, doch stets bleibt der Schweizer Künstler im Hintergrund. Jetzt gibt er in einem Dokumentarfilm zum ersten Mal Einblicke in seine Arbeit. Der Film verfolgt die Entstehung von Urs Fischers Einzelausstellung im New Yorker «New Museum» vergangenen Oktober und veranschaulicht die Entstehung seiner Arbeiten der vergangenen Jahre.
Beitrag: Isabelle Mathys
«Urs Fischer», Dokumentarfilm von Iwan Schumacher, ab 30.09.2010 in den deutschschweizer Kinos
Lokaltermin: Zu Gast bei einem wortgewaltigen Familientreffen
Eugen Gomringer ist Vater in jeder Beziehung. Zusammen mit Autoren wie Ernst Jandl ist er der Begründer der «konkreten Poesie». Und er ist der Vater der Lyrikerin und Slam-Poetin Nora Gomringer. Am Wochenende duellierten sich Vater und Tochter in Sachen Wortgewalt auf der Bühne. «Kulturplatz» hat beim Treffen der Generationen vorbeigeschaut.
Beitrag: Julia Bendlin
Le Corbusiers dunkle Seite – der Meisterarchitekt diente sich Diktatoren an
Der Architekt aus dem Jura, der zur prägenden Figur des modernen Bauens wurde, hatte totalitäre Gesellschaftsvisionen. Le Corbusiers Vorstellungen, wie Paris neu zu bauen wäre, vor allem aber seine Bemühungen um Aufträge bei totalitären Regierungen, sind aus heutiger Sicht schwer verzeihliche ideologische Misstritte. Mit solchen Plänen stand Le Corbusier in einer langen Tradition von Meisterarchitekten, die sich Diktatoren andienten.
Beitrag: Christian Walther
Manuel Löwensberg spielt Hugo Koblet und bloggt für «Kulturplatz»
Er verkörpert die Radsport-Legende Hugo Koblet in der filmischen Biografie «Hugo Koblet - Pédaleur de charme», die jetzt in den Schweizer Kinos läuft. Und er probt zur Zeit für die Premiere von «A Streetcar Named Desire» an der Klibühni in Chur. Der Schauspieler Manuel Löwensberg ist der «Kulturplatz»-Blogger.

















