Archiv Sendung vom 29.12.2010
Mittwoch, 29. Dezember 2010, 22.50 Uhr auf SF 1
«Kulturplatz extra» - Jahresrückblick 2010
Mit Nicole Salathé und Gästen
Höhepunkte und Trends– ein kultureller Streifzug durch das Jahr 2010.
Was hat in diesem Kulturjahr Lust gemacht, für Freude gesorgt oder für Ärger? Zeit für eine Rückschau – und für Reflexion: Warum diese Häufung volkstümlicher Musicals, weshalb das gesteigerte Interesse an Mundart, Mythen und Traditionen? Und was hat das zu tun mit der verschärften Integrationsdebatte und dem Abstimmungssieg der Ausschaffungsinitiative?
Zu Gast im Studio: Hanspeter Müller-Drossaart und Pedro Lenz
Zur Rückschau empfängt Nicole Salathé den Schriftsteller und Mundart-Fan Pedro Lenz sowie den Schauspieler und Kabarettisten Hanspeter Müller-Drossaart.
Mitsingen erlaubt – wie die alte Liebe zu Heimat-Musicals neu entflammt
Wer hätte vor zehn Jahren geahnt, dass das ehrwürdige Musiktheater der Sorte «Kleine Niederdorfoper» wieder auferstehen könnte. Doch genau das geschah, und der Boom der Schweizer Musicals ist der Kultur-Trend des Jahres schlechthin: sentimentale Geschichten aus der eigenen Heimat, eingepackt in nostalgische Volkslieder und Schlager, vorgetragen meist in Mundart. Mit «Heidi» fing es 2005 an, gefolgt vom Dauerbrenner «Ewigi Liebi», dann brachen dieses Jahr alle Dämme: «Die Schweizermacher», «Die schwarzen Brüder», «Bibi Balu», «Dällebach Kari» und schliesslich «Geri» von Martin Suter und Stephan Eicher, die dem Musical unter der edleren Bezeichnung «Singspiel» nun sogar auf die renommierte Bühne des Zürcher Schauspielhauses verholfen haben. Wir zeichnen diese beispiellose Erfolgsgeschichte nach.
Der Tanz um Mythen und Traditionen – wie die gute alte Zeit zu neuen Ehren kommt
Vom archaischen Naturklang bis zum Geraune um mythische Alpensagen, von keltisch-helvetischem Hard-Rock bis zur gerappten Volksmusik – die Begeisterung für Mythen und Traditionen, für Wurzeln und Heimat hat dieses Jahr neue Höhen erklommen. Umso heftiger war die öffentliche Entrüstung, als «Kulturplatz» die Heidi-Legende entzauberte und nachwies, dass sich Johanna Spyri beim deutschen Volkskundler Adam von Kamp bedient hatte. Der Wille zum Heimatlich-Volkstümlichen ist stärker denn je – wir spüren dem Phänomen nach.
Mensch ärgere dich – von Wut, Angst und Ohnmacht
Seien es die Fälscher-Skandale im Kunsthandel, die Plagiatsdebatten rund um Helene Hegemanns «copy&paste» Literatur oder die aggressive Aufregung um die Enthüllungsskandale von Wikileaks – Anlass zu Konflikt, Streit und Verdruss gab's auch dieses Jahr. Ein Streifzug durch die Kultur-Ärgernisse des Jahres.
Freude herrscht – von Auszeichnungen, Wiederentdeckungen und einem Durchbruch
Das Jahr war reich an freudigen Momenten: den lautesten Freudenknall feierte Sprengkünstler Roman Signer beim Gotthard-Durchbruch; die meiste Freude verbreitete das Wiedersehen mit den Werken von Albert Anker und Pablo Picasso, am schönsten freute sich Francis Kéré über den Schweizer Architekturpreis, und für die freudigste Überraschung sorgte Melinda Nadj Abonji mit ihrer zweifachen Literatur-Auszeichnung – der Jahresrückblick als komprimierter Freudentaumel.
Der Bluesmusiker Philipp Fankhauser schreibt den «Kulturplatz»-Blog
Philipp Fankhauser spielt Blues. Das ist sein Beruf. Und er ist erfolgreich dabei. Als erster europäischer Musiker durfte er mit seiner Band am Chicago Blues Festival, dem grössten Blues Festival der Welt auftreten. Der Junge aus Thun, der mit 11 seine erste Gitarre in den Händen hielt, hat 12 Alben veröffentlicht und auf unzähligen Bühnen in Europa und in den Vereinigten Staaten seinen Blues ans Publikum gebracht. Jetzt bloggt er für «Kulturplatz». Und geht mit neuem Material auf Tour durch die Schweiz.













