Archiv Sendung vom 23.03.2011
Der Code des Verbrechens – mit einem Sprachprofiler auf Täterjagd
Auch wenn Verbrecher Handschuhe tragen, ihr sprachlicher «Fingerabdruck» entlarvt sie. Wie einer spricht beim anonymen Anruf oder wie eine schreibt im Erpresserbrief: der Sprachgebrauch verrät viel über die Identität der Person dahinter, über ihr individuelles, soziales und ethnisches Profil. Seit 25 Jahren ist Raimund H. Drommel Sprachprofiler, analysiert die Sprache der Täter, entschlüsselt den Code des Verbrechens. Nun gibt er erstmals Einblick in seine Methoden und erzählt von seiner Rolle bei der Aufklärung eines aufsehenerregenden Entführungsfalles, der die Schweiz aufwühlte.
Beitrag: Barbara Seiler
Raimund H. Drommel: «Der Code des Bösen», Heyne Verlag 2011
Pop als Poesie und Pathos – Betrachtungen zur Laufbahn von Herbert Grönemeyer
Mit «Schiffsverkehr» veröffentlicht Herbert Grönemeyer sein mittlerweile 13. Studioalbum. Der ausdrucksstarke Sänger mit dem gut dosierten Pathos des lebenserfahrenen Melancholikers begann seine Karriere einst als Kompositeur und Beatles-Darsteller am Schauspielhaus Bochum. «Kulturplatz»-Redaktorin Uta Kenter hat Grönemeyers wechselvolle Laufbahn von Jugend auf verfolgt und den erfolgreichsten deutschen Popstar jetzt in Berlin persönlich getroffen.
Beitrag: Uta Kenter
«Schiffsverkehr», CD von Herbert Grönemeyer
Die Kernschmelze der Denkmuster – was aus der japanischen Atomkatastrophe zu lernen ist
Was bedeuten die Ereignisse in Japan für das Leben auf unserem Planeten? Während die Politiker versichern, dass es sich auch bei dieser Katastrophe um eine bedauernswerte Ausnahme handelt, spricht Harald Welzer, Soziologieprofessor am «Kulturwissenschaftlichen Institut Essen», von einer radikalen Zeitenwende. Für ihn bedeutet der atomare Gau nichts weniger als das Ende einer zukunftsfeindlichen Kultur, die alles ihrem Fortschrittswahn opfert. «Kulturplatz» hat den streitbaren Propheten des Kultur- und Denkwandels getroffen.
Beitrag: Eduard Erne
Harald Welzers «Zehn Empfehlungen zur Rettung der Welt» können Sie hier lesen:
Die Kunst der «Fälschung» – wie die teure Kopie eines antiken Prachtbandes entsteht
Sämtliche Kniffe und Tricks der Fälschung werden kunstvoll angewendet, wenn im Auftrag des Luzerner Quaternioverlags ein Faksimile entsteht. In raffinierter Kombination von Hightech und aufwändiger Handarbeit fertigen Spezialisten Kopien von prachtvollen mittelalterlichen Folianten, für die Sammler und Liebhaber astronomische Summen bezahlen. «Kulturplatz» beobachtet, wie der Prachtband «Der Goldene Münchner Psalter» entsteht, das teuerste Buch, das an der Leipziger Buchmesse vorgestellt wurde.
Beitrag: Sebastian Günther
«Der Goldene Münchner Psalter», Faksimile-Edition, Quaternio Verlag Luzern
Biedermanns Feigheit – eine Theatersatire karikiert die linke Schönfärberei in der Islamdebatte
In Gisela Widmers Stück «Biedermanns.umgezogen» zieht der Islam ins Haus eines linken Gutmenschen und seiner feministischen Frau: in Gestalt des zum Islam konvertierten Schwagers der Biedermanns. Angelehnt an Max Frischs bürgerliche Szenerie in «Biedermann und die Brandstifter» will Widmer mit ihrer Satire zeigen, wie Harmoniebedürfnis und Abwieglerei das traute Heim von Linksliberalen in Brand setzen können.
Beitrag: Barbara Seiler
«Biedermanns.umgezogen», eine Satire auf die Islamdebatte von Gisela Widmer, Luzerner Theater, Uraufführung am 19. März, weitere Vorstellungen ab 3. April
Satirische Brandstifterin – «Kulturplatz»-Talk mit der Theaterautorin Gisela Widmer
Sendung vom 23.03.2011
Laut Gisela Widmer wird eine konstruktive und ehrliche Islamdebatte in der Schweiz nicht nur durch Scharfmacherei von rechts sabotiert, sondern ebenso sehr durch die Tabuisierung islamkritischer Fragen von linker Seite. Mit ihrer Satire «Biedermanns.umgezogen» will die provokative Luzerner Autorin die Diskussion im linksliberalen Lager neu entfachen. Ob Satire dieses Ziel erreichen kann, erzählt Gisela Widmer, wenige Tage nach der Uraufführung, im Gespräch mit «Kulturplatz»-Redaktor Markus Wicker.
Die Fantasiestadt der Kinder – Lokaltermin im Mitmach-Theater «New Hero City»
In einem zwölftägigen Workshop am «Zürcher Theater der Künste» bauen 60 Kinder eine hallenfüllende Stadtkulisse aus Papier und Holz, die zum Schauplatz für ihre frei erfundenen Heldengeschichten werden soll. «Kulturplatz» unternimmt eine Baustellenbesichtigung und erforscht, worin sich die kindliche Fantasiestadt von der Realität draussen vor der Tür unterscheidet.
Beitrag: Julia Bendlin
«New Hero City – Filmstadtgeschichten», Vorführungen im Theater der Künste, Zürich, am 25. und 26. März
Gisela Widmer ist die neue «Kulturplatz»-Bloggerin
Bekannt geworden ist Gisela Widmer einem breiten Publikum als Journalistin, die fürs Radio und verschiedene Publikationen aus Südasien und London berichtete. Seit 2001 arbeitet Gisela Widmer als freie Autorin, in den letzten Jahren vermehrt auch als Theaterautorin. Aktuell wird ihre Satire «Biedermanns.umgezogen» am Luzerner Theater aufgeführt.















