Archiv Sendung vom 02.06.2010
Bandenterror – wie Krimiautor Roger Smith die mörderische Realität Südafrikas beschreibt
Für die Touristen und Fussball-Bummler hat sich Südafrika herausgeputzt, doch Roger Smith kennt die düstere Seite dieser Gesellschaft. «Als würden Raubtiere vor der Haustüre lauern», so beschreibt der Krimiautor die Herrschaft der Gangs in Kapstadt. Er erlebt es hautnah, denn seine Frau stammt aus den Slums, von wo aus die Gangs operieren. Mit seinen harten Krimis beschreibt Smith dieses südafrikanische Klima der Gewalt packend und realistisch.
Beitrag: Joachim Gaertner
Die Krimis von Roger Smith sind bei Klett-Cotta und im Tropen-Verlag auf Deutsch erschienen
Elbphilharmonie Hamburg – über den Konflikt zwischen Renommier- und Quartier-Kultur
Hamburg feiert sein neues Wahrzeichen: die Elbphilharmonie, das moderne Konzerthaus der Schweizer Star-Architekten Herzog & De Meuron, Prunkstück des urbanen Mega-Projektes «HafenCity». Doch gegen die teure Modernisierungs-Initiative regt sich heftiger Widerstand, angeführt von der lokalen Kulturszene. Nun sucht die Regierung nach der richtigen Balance zwischen Renommier- und Quartier-Kultur.
Beitrag: Eduard Erne
Bonnie und Clyde im Heu – wie das Hof-Theater den Ziegenstall zur Bühne macht
Seit fünf Jahren tourt von Frühling bis Herbst eine spezielle Theatertruppe durchs Land, das Hof-Theater, eine professionelle Schauspiel-Gruppe auf Stör sozusagen. Sie spielt auf dem Bauernhof, ihre Bühne ist die Scheune, der Heuboden, der Stall. Die Tournee startete dieses Jahr im glarnerischen Schwanden, auf dem Hof von Martin Lehmann, der seinen Geissenstall für die Gangster-Komödie des Hof-Theaters hergerichtet hat.
Beitrag: Jürg Gautschi
«Zwei wie Bonnie und Clyde», Hof-Theater, Aufführungen noch bis 3. September
Louise Bourgeois – Hommage an die Grande Dame der bildenden Kunst
Die Französin Louise Bourgeois war eine Pionierin unter den Bildhauerinnen, arrangierte als eine der Ersten Skulpturen zu räumlichen Installationen. Louise Bourgeois überraschte immer wieder mit ihrer Experimentierlust, fand ungewohnte, innovative Material-Kombinationen, und wusste mit ihren Arbeiten stets assoziative Kraft zu entfalten und Kunstliebhaber aus aller Welt in ihren Bann zu ziehen. Nun ist die Grande Dame der bildenden Kunst 98jährig in New York verstorben.
Beitrag: Uta Kenter, Julia Bendlin
Am Sonntag, 6. Juni um 12.00 Uhr zeigt die Sternstunde Kunst das Filmporträt « I do – I undo – I redo». Mehr Informationen unter:
Rock 'n Roll für die Massen – wie TV-Produzent Steve Binder den Konzertfilm erfand
Steve Binder: kein bekannter Name der Musikgeschichte. Dabei steht der Mann für einige der grössten Blockbusters in der US-Fernsehgeschichte. In den 60er Jahren inszenierte er Elvis Presley für's TV, so wie ihn das Publikum noch nie gesehen hatte, und lancierte damit dessen Karriere neu. Oder er vereinte unter dem Namen «The T.A.M.I. Show» Grössen wie James Brown, die Beach Boys und die Stones zu einem der ersten und bis heute grössten Konzertfilme für Kino und TV. Die legendären Aufnahmen kommen jetzt erstmals auf DVD heraus.
Beitrag: Richard Herold
«The T.A.M.I. Show», DVD, Shoutfactory
Aufgefallen: «Sez Ner» – wie Arno Camenisch die Lebenswelt der Sennen spürbar macht
Arno Camenisch beschreibt in seinem Erstling mit kurzen Prosastücken das Leben von Sennen und Hirtenbuben während eines Sommers auf der Alp am Fusse des «Piz Sez Ner» in Graubünden. Er entwirft keine Idylle, sondern eine Welt voller Ambivalenz, so faszinierend wie bedrohlich. Parallel getextet auf Rätoromanisch und Deutsch, entfalten die Erzählungen eine eigentümliche, suggestive Kraft, ergänzen und inspirieren sich gegenseitig. Sinnigerweise erscheint das zweisprachige Werk jetzt auch als Hörbuch.
Beitrag: Meili Dschen
«Sez Ner», von Arno Camenisch, Urs Engeler Editor
Drei Stücke für ein Bühnenbild – Lokaltermin beim Autorenspektakel in Bern
Was geschieht, wenn Autoren aus der Theater- und Musikszene auf eine Rauminstallation von bildenden Künstlern losgelassen werden? Im Auftrag des Stadttheaters Bern gestaltete das Künstlerduo Lutz & Guggisberg eine Skulpturenlandschaft, in welcher drei Autoren- und Regieteams eine selbt entwickelte Geschichte inszenieren mussten. «Kulturplatz» hat das ungewöhnliche Bühnenexperiment beobachtet und Reaktionen bei Künstlern und Publikum eingeholt.
Beitrag: Sibilla Semadeni
«Autorenspektakel: Meiler, Hauben und Globen», Stadttheater Bern
Arno Camenisch ei il Blogger dil «Kulturplatz»
Der Bündner Schriftsteller Arno Camenisch ist der «Kulturplatz»-Blogger. Mit seinem zweisprachigen Alpenroman «Sez Ner» hat Camenisch im Feuilleton für Aufsehen gesorgt. Das Buch ist mittlerweile nicht nur auf Deutsch und Rätoromanisch zu lesen, sondern ist bereits in 10 Sprachen greifbar. Mitte Juni erhält Arno Camenisch den Berner Literaturpreis. In seinem aktuellen Blogeintrag verrät Camenisch, wie man jemanden auf romanisch zum Teufel wünscht.















