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Kunst

Damien Hirsts Diamantenschädel

Kunst selbstgemacht

Die Kreativszene entdeckt den Reiz des Do-it-yourself

Zur stereotypen Figur des Heimwerkers gesellt sich ein neuer Typus: der des Heimkünstlers. Ob Damien Hirsts Diamantenschädel oder ein Schiessbild von Niki de Saint Phalle: Es gibt nichts, was man nicht auch selber herstellen könnte. Künstler und Designer surfen gekonnt auf der jüngsten Welle. Sie vertreiben Baukästen für Designermöbel und Kunst zum Selbermachen. Do-it-yourself-Kunst ist bestimmt billiger als das Original, aber macht es auch glücklicher? «Kulturplatz» forscht bei Kulturschaffenden nach, was es mit dem neuen Trend auf sich hat. 
Autorin: Karin Moser

«Do it yourself Möbel», von Christopher Stuart, Haupt Verlag, Bern

Bildarchivar Ringier Bilderdienst, um 1970 (Staatsarchiv Aargau / Ringier Bildarchiv)

Promis und Verbrechen

Im «Blick»-Fotoarchiv schlummert das nationale Gedächtnis des Boulevard

Mit gut sieben Millionen Aufnahmen ist es der grösste physische Bildbestand der Schweiz: das Ringier Bildarchiv. Insbesondere mit dem Fotoarchiv des «Blick» dominiert der führende Schweizer Verlag das visuelle Zeitgeschehen seit über 50 Jahren. Die Medienbilder stellen politische, gesellschaftliche und kulturelle Zeitgeschichte dar. Heute gehört der Bildbestand dem Staatsarchiv Aargau. Für eine aktuelle Ausstellung im Kunsthaus Aarau durften einige Künstler den Bildbestand nutzen. Auch der «Kulturplatz» hat gestöbert in den Fotos von Prominenz und Verbrechen, im nationalen Bildgedächtnis des Boulevard.
Autor: Stefan Zucker

Conrad Jon Godly

Vom Showbiz zur Bergwelt

Wie der ehemalige Glamourfotograf Conrad Jon Godly zur Landschaftsmalerei fand

17 Jahre lang gehörte der Bündner Conrad Jon Godly zum Jetset von Fashion und Showbiz, bewegte sich als angesagter Starfotograf in der glamourösen Welt der Models und Celebrities – bis zum Überdruss. Dann kehrte er in die Heimat und zu seinen künstlerischen Wurzeln zurück, zur Malerei. Das Kunsthaus Baselland zeigt nun eine erste Grossausstellung seiner Werke. «Kulturplatz» hat ihn in seinem alchimistischen Atelier bei Thusis besucht.
Autor: Pascal Derungs

«Ursprung», Werke von Conrad Jon Godly, Kunsthaus Baselland, bis 18. März 2012

Scharf beobachtete Ehefrau

Die voyeuristische Beziehung von Pierre und Marthe Bonnard

Sie war seine «Frau mit schwarzen Strümpfen», die sich parfümierende Nackte im Gegenlicht, die Hingegossene auf dem Bett. Und immer wieder die Frau im Bade. Pierre Bonnard schien besessen von seiner Partnerin und späteren Ehefrau Marthe und malte sie mit Vorliebe nackt, in ihrem Badezimmer. Kaum überraschend, dass sein Stil als «Intimismus» in die Kunstgeschichte einging.
Autorin: Meili Dschen

«Pierre Bonnard», Ausstellung in der Fondation Beyeler, Riehen, 29. Januar bis 13. Mai 2012

Kunst zum Überleben

Die Schweizerin Pascale Monnin führt in Haiti eine Galerie

Sendung vom 11.01.2012

Wer an Haiti denkt, hat Bilder von Verwüstung, Armut und Verzweiflung vor Augen. Das Erdbeben vor zwei Jahren stürzte eines der ärmsten Länder der Welt in noch tieferes Elend. Die Schweizerin Pascale Monnin führt in Haiti eine Galerie und ermöglicht damit mehr als 50 Familien ein Überleben dank Kunst. «Kunst braucht keinen Komfort, um zu existieren», ist ihr Motto. «Kulturplatz» begleitet Pascale Monnin bei ihrer Arbeit mit Künstlern und Kunden.
Autorin: Sara Leuthold

Die Höhle der Erkenntnis

Werner Herzog zeigt die ältesten Bilder der Welt in 3D

Sendung vom 11.01.2012

Als im französischen Ardèche-Tal die Höhle von Chauvet mit den ältesten figürlichen Darstellungen der Menschheitsgeschichte entdeckt wurde, war dies eine Sensation. Doch nur ein erlesener Kreis von Wissenschaftlern hatte bis anhin Zutritt zu diesem steinzeitlichen Wunderort, wo sich Pferde, Löwen und Nashörner an den Wänden tummeln. Werner Herzog erhielt als einziger Filmer die Erlaubnis, während einer Woche in Chauvet zu drehen. Was er in seinem Film «Die Höhle der vergessenen Träume» in 3D präsentiert, ist eine faszinierende Reise in die Seele der Menschen vor über 30‘000 Jahren.
Autor: Lars Friedrich

«Die Höhle der vergessenen Träume», 3D-Film von Werner Herzog, ab 12. Januar 2012 in den Deutschschweizer Kinos

Gemeinsam stark

Kunst als erste Hilfe im Katastrophengebiet

Sendung vom 04.01.2012

Nicht nur physische Hilfe war nach der Katastrophe im Nordosten Japans gefragt. Viele Künstler haben ihre Möglichkeiten genutzt, mit Aktionen den Opfern moralische Unterstützung zu bieten und den Gemeinschaftssinn der Japaner zu stärken. «Kulturplatz» über die tröstende Funktion der Kunst im Tsunami- und Strahlengebiet.

Neinsagen ist cool

In Japan ensteht eine bunte Protestkultur

Sendung vom 04.01.2012

Mit der dreifachen Katastrophe von Erdbeben, Tsunami und Atomunfall ist Japan erwacht. Das Vertrauen in Politik und Autoritäten ist dahin. Das Land muss sich verändern, meinen viele Künstler und Kulturschaffende. Zum ersten Mal seit langer Zeit regt sich im disziplinierten und autoritätsgläubigen Japan breiter Protest. Literatur-Nobelpreisträger Kenzaburo Oe betreibt eine Kampagne für den Atomausstieg seines Landes. Musiker und Oscar-Gewinner Ryuichi Sakamoto wird zur Symbolfigur eines gesellschaftlichen Aufbruchs.

Bice Curigers Blick auf Venedig

Sendung vom 21.12.2011

2011 steht sie auf dem Höhepunkt ihrer Karriere. Sie kuratiert die 54. Internationale Kunstbiennale von Venedig, bei der sie mit 440‘000 Zuschauern auch einen Publikumsrekord aufstellt. Der Blick aus dem Fenster ihres Büros ist dabei so betörend, dass er sie nicht selten von wichtigen Geschäften ablenkt. Ein Gespräch über ein erlebnisreiches Jahr als wichtigste Kunstvermittlerin 2011.

aus dem Film «Gerhard Richter Painting» (Look Now!)

Gerhard Richter privat

Einer der bedeutendsten lebenden Maler gewährt erstmals Einblicke in seine Welt und sein Atelier

Gerhard Richter ist einer der wichtigsten und teuersten Künstler der Welt. Und einer der geheimnisvollsten, denn er meidet die Öffentlichkeit konsequent. So ist es geradezu sensationell, dass die Filmemacherin Corinna Belz ihn überzeugen konnte, Einblick in seine Arbeits- und Lebenswelt zu gewähren. Volle drei Jahre lang begleitete sie ihn mit der Kamera. «Gerhard Richter Painting» ist eine leise, aber faszinierende Dokumentation über den Künstler, für den Malen eine andere Form des Denkens ist.
Autor: Roger Brunner

«Gerhard Richter Painting», Regie: Corinna Belz (D 2011), ab 15. Dezember in den Deutschschweizer Kinos