Interview
Chronist einer abenteuerlichen Siedlungsgeschichte – «Kulturplatz»-Talk mit Catalin Dorian Florescu
Sendung vom 16.02.2011
Die Suche nach einem besseren Leben trieb deutschsprachige Siedler in die Gegend von Timisoara im damaligen Kaiserreich der Habsburger. Die heute als «Banat-Schwaben» bezeichneten Einwanderer erlitten im 20. Jahrhundert den Einmarsch der Nazis, der Sowjets und schliesslich die Deportation durch die rumänischen Kommunisten. Vor diesem Hintergrund erzählt der rumänischstämmige Zürcher Autor Catalin Dorian Florescu in seinem neuen Roman «Jacob beschliesst zu lieben» ein Familien-Epos, das mehrere hundert Jahre umspannt.
«Jacob beschliesst zu lieben» von Catalin Dorian Florescu, C.H. Beck Verlag, erscheint am 23. Februar
Lesungen: 19. April (Literaturhaus Basel), 20. April, (Orell Füssli am Bellevue, Zürich)
Waghalsiges Roman-Debüt – Dorothee Elmiger im «Kulturplatz»-Talk
Sendung vom 13.10.2010
Sie ist 25 und gilt als Nachwuchshoffnung für anspruchsvolle Literatur: Die Schweizerin Dorothee Elmiger gewinnt schon mit ihrem Erstlingswerk wichtige Preise. Eine junge Frau, die die Welt verändern will – obwohl sie weiss, dass man sich mit einer solchen Aussage heute selbst diskreditiert. Nicole Salathé hat die sympathische Senkrechtstarterin am Rande der Frankfurter Buchmesse getroffen.
Dorothee Elmiger: «Einladung an die Waghalsigen», Dumont-Verlag, 2010
Grosse Klappe. Was dahinter? – «Kulturplatz»-Talk mit Nora Tschirner
Sendung vom 29.09.2010
Nora Tschirner, 29, wurde als MTV-Moderatorin berühmt und ist Deutschlands neuer Kinostar. An der Seite von Til Schweiger spielte sie die Hauptrolle in den Kassenschlagern «Keinohrhasen» und «Zweiohrküken». Die gebürtige Ost-Berlinerin ist aber nicht nur jung und hübsch – sie ist vor allem frech. Ihr flottes Mundwerk, macht sie zur Gallionsfigur einer neuen deutschen Frauengeneration. «Kulturplatz» hat Nora Tschirner am Zürich Filmfestival getroffen, um zu erfahren, was hinter der grossen Klappe wirklich steckt.
«Bon Appétit», Regie: David Pinillus, in den deutschschweizer Kinos ab 16.12.2010
Im Höhenflug: die Schriftstellerin Melinda Nadj Abonji im Studio
Sendung vom 22.09.2010
Ein Text wie eine Partitur. Die Schweizer Schriftstellerin Melinda Nadj Abonji ist auch Musikerin und Text-Performerin. Das merkt man ihrem zweiten Roman «Tauben fliegen auf» deutlich an. Damit hat es die Zürcherin mit ungarisch-serbischen Wurzeln in die engste Auswahl für den Schweizer sowie den Deutschen Buchpreis geschafft. Nicole Salathé spricht im Studio mit der Autorin über Heimat, Migration und Rebellion.
Melinda Nadj Abonji, «Tauben fliegen auf», Jung und Jung 2010
«Ich soll wieder hip sein? Vergessen Sie‘s!» – «Kulturplatz»-Talk mit Phil Collins
Sendung vom 15.09.2010
Phil Collins schrieb Pop-Geschichte als King des Mainstream-Popradios, als Erfinder eines supercoolen Schlagzeug-Breaks («In the air tonight»), sogar als überraschend neu entdeckter Liebling schwarzer US-Musiker. Im Gespräch mit Thorsten Stecher erzählt der notorische Prügelknabe der Kritik, wie er seit Beginn seiner Karriere als Schlagzeuger von «Genesis» mit Häme umging und wie er seinen Kritikern fast zu glauben begann.
Phil Collins neue CD «Going Back» (Warner) ist eine Sammlung seiner liebsten Motown-Songs, neu aufgenommen mit den Musikern der Originalaufnahmen.
Muslimischer Islamkritiker - «Kulturplatz»-Talk mit Politologe Hamed Abdel-Samad
Sendung vom 08.09.2010
In einem Punkt geht Hamed Abdel-Samad, Sohn eines Imams, mit dem umstrittenen deutschen SPD-Mann Thilo Sarrazin einig: Er hält Muslime für unfähig zur Integration. Den Grund dafür sieht Abdel-Samad im Bekenntnis zu einem rückwärts gewandten Islam, der die muslimische Kultur an der Moderne scheitern lässt. Thorsten Stecher trifft den deutsch-ägyptischen Wissenschaftler und Buchautor Abdel-Samad zum «Kulturplatz»-Talk über seine provokanten Thesen.
Hamed Abdel-Samad: «Der Untergang der Islamischen Welt», Droemer-Knaur
Ich und der Kommissär – «Hunkeler»-Erfinder Hansjörg Schneider im «Kulturplatz»-Talk
Sendung vom 01.09.2010
17 Jahre nach Kommissär Hunkelers erstem Fall schickt Hansjörg Schneider den bärbeissigen Fahnder wieder los – und damit auch ein bisschen sich selbst. Denn Hunkeler ist unübersehbar das Alter Ego des Autors. Autor Schneider erzählt Thorsten Stecher im «Kulturplatz»-Talk, warum er sich mit diesem neuen Hunkeler-Fall im Basler Theatermilieu am Theaterbetrieb rächen musste. Und wie Hunkeler ihm überhaupt dabei hilft, die Tragödien in seinem Leben zu verarbeiten.
Hansjörg Schneider: «Hunkeler und die Augen des Ödipus», Diogenes Verlag
Hansjörg Schneider liest am 15. September im Kulturzentrum Kesselhaus, Weil am Rhein; am 21. Oktober am Schauspielhaus Pfauen, Zürich (zusammen mit Mathias Gnädinger und Ueli Jäggi)
Die unwiderstehliche Anmut des Fussballs – «Kulturplatz»-Talk mit Hans Ulrich Gumbrecht
Sendung vom 30.06.2010
Während die WM in Südafrika in die entscheidende Phase tritt, zieht «Kulturplatz» mit einem markanten Kulturkopf Europas Zwischenbilanz. Der Literaturwissenschaftler Hans Ulrich Gumbrecht «liest» Spiele als Kulturkritiker und Ästhet. Thorsten Stecher trifft den profilierten Liebhaber von Worten und Bällen zu einem Gespräch über die Poesie eines genialen Spielzuges und die Frage, warum die Brasilianer nur schön spielen können, während alle Welt von den Deutschen hässlichen Fussball erwartet.
Ende eines Pilgerorts – «Tempelhof» und «KKL Uffikon» müssen schliessen
Sendung vom 16.06.2010
Gast von Nicole Salathé im Studio ist der Luzerner Werner Zihlmann, alias Wetz. Mit dem «KKL Uffikon» und dem aus Betonelementen gebauten «Tempelhof» unternahm der Künstler ein Abenteuer, dessen Ende nun naht. Die beiden Kunstpilgerorte im Luzerner Dagmersellen, die seit Jahren wachsende Zuschauerzahlen verzeichneten, müssen schliessen, nachdem das Stimmvolk eine Umzonung des Standortes verweigerte. Doch die Flügel lässt sich Wetz nicht stutzen. Er setzt in Beromünster zum nächsten Höhenflug an...
«Tempelhof» und «KKL Uffikon», offen noch bis Weihnachten 2010 an jedem Sonntag von 13 bis 17 Uhr, für angemeldete Gruppen täglich.
Lob der Skepsis – Peter Schneider plädiert für Entspannung in der Kindererziehung
Sendung vom 09.06.2010
Der Gedanke liegt nahe, es sei leichter, ein Kind zu erziehen, als den Überblick über die Ratgeber-Literatur zu behalten, dermassen zahlreich sind die Buchtitel. Der bekannte Psychoanalytiker und Satiriker Peter Schneider hat zusammen mit der Journalistin Andrea Schafroth dennoch einen weiteren Ratgeber für Eltern verfasst. Wieso das sein musste und weshalb er Eltern Entspannung wünscht, erklärt er Thorsten Stecher im «Kulturplatz»-Talk.
Peter Schneider und Andrea Schafroth, «Cool down – wider den Erziehungswahn», Zytglogge Verlag
















