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Fotografie

Bildarchivar Ringier Bilderdienst, um 1970 (Staatsarchiv Aargau / Ringier Bildarchiv)

Promis und Verbrechen

Im «Blick»-Fotoarchiv schlummert das nationale Gedächtnis des Boulevard

Mit gut sieben Millionen Aufnahmen ist es der grösste physische Bildbestand der Schweiz: das Ringier Bildarchiv. Insbesondere mit dem Fotoarchiv des «Blick» dominiert der führende Schweizer Verlag das visuelle Zeitgeschehen seit über 50 Jahren. Die Medienbilder stellen politische, gesellschaftliche und kulturelle Zeitgeschichte dar. Heute gehört der Bildbestand dem Staatsarchiv Aargau. Für eine aktuelle Ausstellung im Kunsthaus Aarau durften einige Künstler den Bildbestand nutzen. Auch der «Kulturplatz» hat gestöbert in den Fotos von Prominenz und Verbrechen, im nationalen Bildgedächtnis des Boulevard.
Autor: Stefan Zucker

Conrad Jon Godly

Vom Showbiz zur Bergwelt

Wie der ehemalige Glamourfotograf Conrad Jon Godly zur Landschaftsmalerei fand

17 Jahre lang gehörte der Bündner Conrad Jon Godly zum Jetset von Fashion und Showbiz, bewegte sich als angesagter Starfotograf in der glamourösen Welt der Models und Celebrities – bis zum Überdruss. Dann kehrte er in die Heimat und zu seinen künstlerischen Wurzeln zurück, zur Malerei. Das Kunsthaus Baselland zeigt nun eine erste Grossausstellung seiner Werke. «Kulturplatz» hat ihn in seinem alchimistischen Atelier bei Thusis besucht.
Autor: Pascal Derungs

«Ursprung», Werke von Conrad Jon Godly, Kunsthaus Baselland, bis 18. März 2012

Blick zum Himmel

Zauber und Erkenntnisgewinn der Wolkenguckerei

Der regelmässige Blick zum Himmel ist urmenschlich. Wir Wolkenbeobachter verfolgen flüchtige Objekte, die uns meteorologische Erkenntnisse bescheren, aber noch viel mehr. Die Faszination des Wolkenhimmels verbindet Wissenschaftler, Literaten, Künstler – mit uns allen. Egal, ob wir sehnsüchtig, neugierig, oder einfach nur verträumt zum Himmel gucken.
Autor: Stefan Zucker

«Wolkenstudien – der wissenschaftliche Blick in den Himmel» , Ausstellung im Fotomuseum Winterthur, bis 12. Februar 2012

Katalog zur Ausstellung: «Wolkenstudien. Cloud Studies. Études des nuages». Hg. von Helmut Völter, Spector Verlag, Leipzig

Sami Al-Hajj

Die Gesichter von Guantanamo

Ein Schweizer Fotografenpaar porträtiert ehemalige Insassen

Zehn Jahre nachdem die USA auf Kuba das Internierungscamp Guantanamo in Betrieb nahmen, veröffentlicht das Schweizer Fotografenpaar Mathias Braschler und Monika Fischer eine aufwühlende Dokumentation von ehemaligen Insassen. Bislang anonymen Männern, die in Guantanamo als Terrorverdächtige durch die Hölle gingen, gibt das Schweizer Fotografenpaar ein Gesicht und eine Geschichte. In den meisten Fällen ist es die Geschichte von Menschen, die der Willkür der US-Behörden zum Opfer fielen.
Autor: Sebastian Günther

«Guantanamo Portfolio» von Mathias Braschler und Monika Fischer, veröffentlicht in «Vanity Fair» (USA) und «Stern» (Deutschland)

Inside Fukushima

Ein Fotograf auf der Suche nach der Wahrheit

Sendung vom 04.01.2012

Im August 2011 begab sich der 28jährige Fotograf Kazuma Obara verbotenerweise aufs Gelände des Atomkraftwerks in Fukushima und machte mit seiner Fotoserie «Inside Fukushima» die prekären Arbeitsbedingungen der Reaktorarbeiter publik. Die Bilder fanden in ausländischen Medien grosse Resonanz, in Japan selber konnte er sie bislang nicht publizieren. Seither prangert er in Japan die mangelhafte Berichterstattung über die Reaktorkatastrophe an.

Stuart Franklin: «Tiananmen»

«Magnum Contact Sheets»

Wie aus Fotografien Ikonen wurden

Sendung vom 12.10.2011

Der Bildband «Magnum Contact Sheets» thematisiert Fotos, die zu dokumentarischen Ikonen wurden, indem er sie erstmals den ähnlichen, aber ausgemusterten Aufnahmen auf den Kontaktabzügen gegenüber stellt: Was macht den entscheidenden Unterschied aus in einer Serie von Bildern, was hebt die eine Aufnahme aus der Masse heraus und macht sie zu einem Bild für die Ewigkeit? «Kulturplatz» hat Stuart Franklin besucht und mit ihm über sein legendäres Tiananmen-Foto von 1989 gesprochen, das zum Sinnbild für die Zerschlagung der Demokratiebewegung auf dem Platz des himmlischen Friedens in Peking wurde.
Beitrag: Richard Herold, Stefanie Schunke

«Magnum Contact Sheets», Bildband, Verlag Schirmer/Mosel, 2011

Bilder für die Ewigkeit

Auf Gletschertour mit Urgrossvaters Belichtungstechnik

Der Schweizer Fotograf Jos Schmid und der Chemiker Roger Alberto pflegen eine besondere Leidenschaft: Mit einer Ausrüstung aus den Pionierzeiten der Fotografie klettern sie zu Schweizer Gletschern hoch, um die schmelzenden Naturschönheiten für die Nachwelt festzuhalten. Ihre Daguerrotypien sind faszinierende, äusserst plastische Abbildungen und versprechen eine längere Haltbarkeit als jede Digitalfotografie. Die Reportage aus dem Oberengadin gerät so zur Hommage an das ursprüngliche Fotografie-Handwerk, das im Digitalzeitalter stark an Sinnlichkeit eingebüsst hat.
Beitrag: Richard Herold

«20 Jahre» – ein Luzerner Fotograf erinnert an das auseinandergebrochene Jugoslawien

Sendung vom 15.06.2011

Die Todeskrämpfe des ehemaligen Vielvölkerstaates Jugoslawien erschütterten den jungen Luzerner Fotograf Fabio Biasio ganz direkt als ehemaligen Besucher des Landes. Denn er hatte Jugoslawien als Ferienland mit seiner Familie kennen gelernt. 20 Jahre nach dem Zerfall des Landes präsentiert Biasio nun ein Multimedia-Projekt, in dem er seine Beziehungen zum Land und dessen Ende verarbeitet. «20 Jahre» ist eine Spurensuche bei den Menschen, die den Krieg in ihrer Heimat nie vergessen werden können.
Beitrag: Sebastian Günther

(Mehring Verlag)

Stalins Retuschen – wie der Diktator mit Bildern seine Gegner liquidierte

Mit Fotos von Stalin, die beweisen, wie der Diktator unliebsame Konkurrenten wegretuschieren liess, sorgte der Brite David King schon 1997 für Aufsehen. Kürzlich legte der ehemalige Leiter des Kunstressorts der «Sunday Times» mit dem Bildband «Roter Stern über Russland» nach: Er präsentiert eine fesselnde visuelle Geschichte der UdSSR von 1917 bis zum Tode Stalins. «Kulturplatz» war bei Autor David King in London zu Besuch.
Beitrag: Roland Luder
 
David King, «Roter Stern über Russland», Mehring Verlag

Irene Staub an der Bar

Aufgefallen: Diva und Hure – das legendäre Leben und Lieben der Irene Staub

Als Zürichs Marilyn Monroe wurde sie bekannt, als blonde Sexgöttin und Muse von Modeschöpferinnen und Künstlern. Irene Staubs magische erotische Wirkung ist dokumentiert in den starken Schwarz-Weiss-Bildern der Fotografin Roswitha Hecke oder im Film «Lady Shiva» der Zürcherin Tula Roy. «Kulturplatz» spürt der Zürcher Femme Fatale der Siebzigerjahre nach.
Beitrag: Uta Kenter

«Irene», neue, erweiterte Auflage des Buches «Liebes Leben» von Roswitha Hecke aus dem Jahr 1978, Edition Patrick Frey