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Film

Tilda Swinton, Bruce Willis, Edward Norton in «Moonrise Kingdom» (Ascot Elite)

Filmfestival Cannes zum 65.

Auftakt mit Wes Andersons skurrilem Kindheitsabenteuer

Mit «Moonrise Kingdom» von Wes Anderson hat das Filmfestival Cannes auf einen eher schrägen Eröffnungsfilm gesetzt. Zweifellos aber liefert der Amerikaner mit der hochkarätigen Besetzung seines neusten Streichs die willkommene Starpower für die Ouvertüre. Mit Bill Murray, Bruce Willis oder Tilda Swinton bekommen die versammelten Kameralinsen aus der ganzen Welt ihr begehrtes Futter. Und Filmfans einen eigenwilligen Autorenfilm.
Autorinnen: Wasiliki Goutziomitros, Sandra Steffan

65. Filmfestival Cannes, vom 16. bis 27. Mai 2012. Eröffnung mit «Moonrise Kingdom» von Wes Anderson, mit Bill Murray, Bruce Willis, Tilda Swinton, Edward Norton u.a.

John Malkovich in «The Giacomo Variations»

Verführer Malkovich

Der Hollywood-Star spielt in Winterthur Giacomo Casanova

Den grossen Verführer spielte er mehrfach, besonders eindrücklich in «Dangerous Liaisons», wo er Michelle Pfeiffers Herz eroberte. John Malkovichs eigenes Herz schlägt – überraschend für einen Hollywood-Mimen – besonders treu für das Theater. Nun steht der Weltstar im Rahmen eines Gastspiels in Winterthur als Giacomo Casanova auf der Bühne. «Kulturplatz» fühlt dem grossen Verführer Malkovich den Puls.
Autorin: Lisa Röösli

«The Giacomo Variations», ein Musiktheaterprojekt von Michael Sturminger und Martin Haselböck mit Opernszenen von Wolfgang Amadeus Mozart und Lorenzo Da Ponte, Mittwoch, 16. Mai 2012

Julie Delpy

Anmutiger Querkopf

Film-Beauté Julie Delpy ist keine Frau der Kompromisse

Am liebsten macht Julie Delpy alles selbst. Dann muss sie sich nämlich nicht über Fehler und Schwächen anderer ärgern. Auch für ihren neuen Film «2 Days In New York» hielt sie als Autorin, Regisseurin und Hauptdarstellerin die Fäden in der Hand. «Kulturplatz» hat die ehemals als süsser, blonder Männertraum bekannte «Madame 100%» in ihrer alten Heimat Paris getroffen.
Autorin: Nicole Salathé

«2 Days In New York», von Julie Delpy, mit Chris Rock, Julie Delpy und anderen, ab 17. Mai in den Deutschschweiz Kinos

David Weiss bei einer Preisverleihung im Kunsthaus Zürich im November 2006 (Keystone)

Witziger Feinsinn

Mit David Weiss verliert die Schweiz einen wichtigen und humorvollen Künstler

David Weiss begann seine Laufbahn als Bildhauer und Zeichner, entwickelte aber spätestens in der Zusammenarbeit mit Peter Fischli eine reiche Bandbreite des künstlerischen Ausdrucks: von Texten und Fotografien über Filme bis zu Plastiken und Installationen. Die humorvoll-philosophische Hinterfragung von alltäglichen Szenerien wie in «Der Lauf der Dinge», «Wurstserie» und «Plötzlich diese Übersicht» machten das Schweizer Künstlerduo weltweit bekannt, 2003 erhielt es den Goldenen Löwen der Biennale Venedig. In «Kulturplatz» erinnern sich der Fotograf Willy Spiller und andere langjährige Weggefährten an David Weiss.
Autoren: Stefan Zucker, Markus Wicker

In Gedenken an David Weiss zeigt die «Sternstunde Kunst» am Sonntag, 6. Mai um 12.00 Uhr auf SF1 zwei Filme des Künstlerduos Fischli/Weiss: «Der Lauf der Dinge» und «Der geringste Widerstand».

Bloggerinnen kämpfen für Meinungsfreiheit

«Forbidden Voices» zeigt den Kampf der Bloggerinnen in Kuba, Iran und China

Sendung vom 25.04.2012

Die Bloggerinnen Farnaz Seifi (Iran), Yoani Sanchez (Kuba) und Zeng Jinyan (China) wurden verhaftet, verhört und bedroht, weil sie der Welt von den Zuständen in ihrem Land berichten wollten.  Der Film «Forbidden Voices» der Schweizer Regisseurin Barbara Miller dokumentiert die Arbeit dieser mutigen Frauen im Kampf um Meinungsfreiheit und Demokratie und zeigt, wie hoch der Preis ist, den sie dafür bezahlen.
Autorin: Lisa Röösli

Jeremy Irons

Melancholie mit Staraufgebot

Jeremy Irons nimmt den «Nachtzug nach Lissabon»

Pascal Merciers Roman «Nachtzug nach Lissabon» hat sich über 2.5 Millionen mal verkauft und wurde in 32 Sprachen übersetzt. Nun arbeitet Regisseur Bille August an der Verfilmung des philosophischen Romans. Jeremy Irons spielt die Hauptrolle in der Geschichte vom Berner Professor, der aus seinem Alltag in der Schweiz ausbricht und sich auf grosse Sinnsuche begibt. «Kulturplatz» durfte bei den Dreharbeiten in der Sehnsuchts-Stadt Lissabon dabei sein.
Autorinnen: Wasiliki Goutziomitros, Uta Kenter

Aus dem Film «Titanic»

Der Untergang der Titanic

Ein physikalischer Blick auf den Mythos

Sendung vom 04.04.2012

100 Jahre nach dem Untergang der Titanic ist die Faszination dieses Ereginisses ungebrochen. Im Kino schauen nun wieder Millionen Kate Winslet und Leonardo di Caprio beim Untergehen zu – neu in 3D. Unterdessen wirft der populäre Autor Metin Tolan einen nüchtern physikalischen Blick auf Ereignis und Film: Warum musste die Titanic sinken? Hätte dies verhindert werden können? Warum genau ertrank Jack? Und wie nah bewegt sich die Verfilmung an den physikalischen Fakten? «Kulturplatz» hat den Physiker an seiner Wirkungsstätte besucht.
Autor: Roger Brunner

Metin Tolan: «Mit Physik in den Untergang», erschienen im Piper-Verlag

Aus dem Film «The Hunger Games»

Faszinierend starke Filmheldin

Das Phänomen «The Hunger Games»

Sendung vom 04.04.2012

Starke junge Frauen nehmen auf der Leinwand immer mehr Raum ein und lassen sich gut vermarkten. Das zeigt aktuell der Fantasy-Film «The Hunger Games», der in den USA alle Rekorde bricht und auch hierzulande das Publikum scharenweise in die Kinosäle lockt. Seine attraktive Actionheldin ist kämpferisch und empathisch – verbindet klassisch weibliche und männliche Eigenschaften höchst erfolgreich miteinander. «Kulturplatz» zeigt, worin die Faszination solch neuer junger Frauenfiguren besteht.
Autorinnen: Sandra Steffan, Simone Güntensperger

«The Hunger Games», Regie: Gary Ross , aktuell in den deutschschweizer Kinos

aus dem Film «Vol spécial» (Look Now!)

«Vol spécial»

Fernand Melgars preisgekrönter Dokumentarfilm über die Ausschaffung unwillkommener Ausländer wühlt auf

Sendung vom 28.03.2012

Illegale, Sans-Papiers, Flüchtlinge und Asylanten – Reizwörter, mit denen Politik gemacht wird. Doch hinter diesen Etiketten verbergen sich Menschen, Individuen, deren Schicksal den Dokumentarfilmer Fernand Melgar seit langem interessiert. Sein jüngster Dok-Film «Vol spécial» berichtet aus dem Inneren eines Ausschaffungsgefängnisses, zeigt das Drama derjenigen, die aus der Schweiz abgeschoben werden, auch solcher, die sich hier über Jahre gut eingelebt haben. Kürzlich wurde die aufwühlende Dokumentation mit dem Schweizer Filmpreis ausgezeichnet, jetzt zeigt sie das Schweizer Fernsehen in allen drei Landesteilen.
Autorinnen: Wasiliki Goutziomitros, Lisa Röösli

«Vol spécial», Dokumentarfilm von Fernand Melgar (CH 2011), CH:Filmszene am Mittwoch, 28.03.2012 um 22:55 Uhr auf SF 1

Saladin Dellers als «Sascha» (Dschoint Ventschr)

Lockruf der Gewalt

Im Spielfilm «Silberwald» geraten orientierungslose Jugendliche auf die schiefe Bahn

Sendung vom 14.03.2012

Lethargie und Frustration, Wut und vor allem Isolation – diese explosive Mischung treibt den 15-jährigen Sascha in eine Neonazi-Gruppe im Emmental. Im Spielfilm «Silberwald» zeichnet Christine Repond das eindringliche Psychogramm eines orientierungslosen Jugendlichen, der in eine Welt abdriftet, die Zusammenhalt simuliert, indem sie Gewalt und Fremdenhass zelebriert. «Kulturplatz» hat die engagierte Jung-Regisseurin getroffen.
Autorinnen: Wasiliki Goutziomitros, Lisa Röösli

«Silberwald», Regie: Christine Repond, jetzt im Kino