Buch
Buchpreisbindung
Die Erfahrungen der Westschweiz mit dem «freien» Buchmarkt
Der Streit für und wider die Buchpreisbindung ist lanciert, am 11. März wird darüber abgestimmt. Da lohnt ein Blick in die Romandie, wo man mit dem «freien» Wettbewerb 15 Jahre länger Erfahrung hat als in der Deutschschweiz. Die Bilanz ernüchtert: Ein gnadenloser Preiskampf hat viele Buchhandlungen ruiniert, jetzt diktieren Grossimporteure die Preise, nach unten bei Bestsellern, nach oben beim grossen Rest – bis zu 40% höher als im benachbarten Euroland Frankreich liegt das Niveau. «Kulturplatz» spricht mit Buchhändlern, Befürwortern und Gegnern einer Buchpreisbindung.
Autoren: Meili Dschen, Markus Wicker
Frischer Wind in der Wirtschaftsdebatte
Tomáš Sedláčeks «Ökonomie von Gut und Böse»
Der 35jährige Prager Tomáš Sedláček war schon Berater von Vaclav Havel, bevor er seinen wirtschaftsphilosophischen Bestseller «Die Ökonomie von Gut und Böse» verfasste. Nun gilt er als Popstar unter den spröden Ökonomen. Er betont die kulturellen, ethischen und historischen Dimensionen der Wirtschaft und erklärt sie als uralte Geschichte von Gut und Böse; die ersten Überlieferungen menschlicher Gier und Unersättlichkeit ortet er denn auch bereits bei Adam und Eva. Wir haben den unkonventionellen Denker in Davos getroffen.
Autor: Richard Herold
«Die Ökonomie von Gut und Böse», Tomáš Sedláček, Hanser Verlag
Am Sonntag, 5. Februar, 11.00 Uhr auf SF 1, in der «Sternstunde Philosophie», führt Katja Gentinetta ein Gespräch mit Tomáš Sedláček.
«Der Rütlischwur»
Im Krimi planen geheimnisvolle Mächte ein Finanzkomplott
Kommissar Eschenbach ermittelt in einer Schweizer Bank. Dort verschwand ein Mitarbeiter spurlos, dort versickern auf rätselhafte Weise grosse Geldsummen. Michael Theurillat, der vor seiner zweiten Karriere als Krimiautor hochbezahlter Manager in einer Grossbank war, entwirft in seinem Bestseller «Der Rütlischwur» ein verblüffendes Szenario. Es ist eine Wiederbelebung des Réduitkonzeptes, das für die Schweizer Wehrhaftigkeit im zweiten Weltkrieg stand.
Autorin: Julia Bendlin
Michael Theurillat: «Der Rütlischwur», Ullstein Verlag
Akzeptieren ist alles
Der Zen-Priester am Rande der Sperrzone
Er ist in Japan ein bekannter Schriftsteller und im Hauptberuf Zen-Priester: Sokyu Genyu lebt als Zen-Priester in einem Tempel knapp ausserhalb der Sperrzone, 45 Kilometer vom Kraftwerk Fukushima Daiichi entfernt. Trotz der Gefahr durch radioaktive Strahlung hat er sich bewusst entschieden, die Gegend nicht zu verlassen. Eva Wannenmacher spricht mit ihm über diese Entscheidung und die Werte, die Japans Zukunft prägen sollten.
Neinsagen ist cool
In Japan ensteht eine bunte Protestkultur
Sendung vom 04.01.2012
Mit der dreifachen Katastrophe von Erdbeben, Tsunami und Atomunfall ist Japan erwacht. Das Vertrauen in Politik und Autoritäten ist dahin. Das Land muss sich verändern, meinen viele Künstler und Kulturschaffende. Zum ersten Mal seit langer Zeit regt sich im disziplinierten und autoritätsgläubigen Japan breiter Protest. Literatur-Nobelpreisträger Kenzaburo Oe betreibt eine Kampagne für den Atomausstieg seines Landes. Musiker und Oscar-Gewinner Ryuichi Sakamoto wird zur Symbolfigur eines gesellschaftlichen Aufbruchs.
Die Hoffnung des Alex Capus
2011 veröffentlicht Alex Capus den erfolgreichsten Roman seiner Karriere, der auch zum meist verkauften Roman der Schweiz wird: «Léon und Louise». Seinem Buch über das Liebesleben seines Grossvaters steht Capus' politisches Engagement gegenüber. Der Partei-Präsident der SP Olten ist fasziniert von den Revolutionen im arabischen Raum. Ein Gespräch über die Möglichkeiten der Literatur als politisches Machtmittel und die wohltuende Langeweile der Schweiz.
Dornröschen und Co.
Woher die berühmten Grimm-Märchen wirklich stammen
«Die Kinder- und Hausmärchen» der Brüder Grimm sind das bekannteste Buch der deutschen Literatur. Kaum bekannt ist die Entstehungsgeschichte dieser Erzählungen. «Aus den Maingegenden» lautet die vage Quellenangabe der Brüder Grimm vielfach. Nun bringt ein Grimm-Forscher Licht ins Dunkel, und es zeigt sich: Nicht die Deutschen haben das «Dornröschen» erfunden.
Autor: Sebastian Günther
«Es war einmal … Die wahren Märchen der Brüder Grimm und wer die ihnen erzählte», von Heinz Rölleke und Albert Schindehütte, Eichborn-Verlag
«Die Märchen der Brüder Grimm», hrsg. von Noel Daniel, Taschen Verlag
Im Schatten Johnny Cashs
Wie der Sohn der Country-Legende seinen Vater erlebte
Sendung vom 07.12.2011
Johnny Cash, der «Man in Black», steht nicht nur für seelenvollen Country, sondern auch für die existenzielle Tragik von Drogenabhängigkeit, Seelenqual und Lebenskrise. Sein Sohn aus der zweiten Ehe mit Bühnenpartnerin June Carter legt nun eine umfassende Biografie über die Countrylegende vor. Mit vielen Fotografien, unveröffentlichten Texten und Anekdoten zeigt er unbekannte Seiten seines Vaters, der im kommenden Jahr 80 Jahre alt geworden wäre. «Kulturplatz» hat John Carter Cash in Nashville besucht und mit ihm über die schwierige Beziehung zum Übervater gesprochen.
Autor: Richard Herold
«Mein Vater Johnny Cash», von John Carter Cash, Knesebeck Verlag
Krimi im Bundeshaus
Die Wahl der Landesregierung befeuert die kriminalistische Fantasie
Bundesratswahlen sind ein gefundenes Fressen für Krimi-Liebhaber: Da wimmelt es von Komplotten, Dolchstoss-Legenden, geheimen Absprachen, Strohmännern und Bauernopfern – und alles angeblich im Dienste höherer Interessen. Welches Spannungspotenzial dieser Polit-Plot birgt, beweisen die Politiker selbst. «Kulturplatz» über die besten Krimi-Autoren in den Wandelhallen des Bundeshauses.
Autorin: Lisa Röösli
«Dubach im Machtpoker. Mord im Bellevue», von Norbert Hochreutener und Heinz Ramstein, Verlag Weltbild
«Die Abwahl. Fakten und Figuren», von Andrea Hämmerle, Rüegger Verlag
George Harrisons «Heiligsprechung»
Martin Scorsese setzt dem stillen Beatle ein Denkmal
Sendung vom 23.11.2011
Im sanft ironischen Blick des Beatles-Leadgitarristen erkannten viele Fans die Spuren der Unterdrückung durch die Leithammel John Lennon und Paul McCartney. Doch George Harrison, der jüngste der Fab Four, fand auf eigene Weise zum Seelenfrieden. In Starregisseur Scorseses Dokumentarfilm über den begnadeten Gitarristen wird deutlich, dass Harrison sein Heil schon früh abseits des gleissenden Rampenlichts in tieferer Innerlichkeit suchte.
Autor: Nino Gadient
«George Harrison – Living In The Material World», Film von Martin Scorsese, erscheint auf DVD am 8. Dezember 2011
«George Harrison – Living In The Material World», Biografie von Olivia Harrison, Knesebeck

















