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«Kulturplatz extra» - Medienwelten

«Kulturplatz extra» - Medienwelten

Unter dem Titel Medienwelten zeigt «Kulturplatz extra» diesen Sommer sieben aufsehenerregende und preisgekrönte Dokumentarfilme, darunter mehrere deutschsprachige Erstausstrahlungen. Dokumentationen, die aufzeigen, wie Zeitungen, Radio, Fernsehen und das Internet unser Bild der Welt prägen und verändern.

Trailer zur Sendereihe mehr

Mittwoch 7. Juli 2010, 22.50 Uhr auf SF 1

«Das Kind, der Tod und die Wahrheit»

Das Rätsel um den Palästinenserjungen Mohammed Al-Durah

Ein Film von Esther Schapira & Georg M. Hafner (Deutschland 2009)

Das Bild ging um die Welt: Ein palästinensischer Junge stirbt am 30. September 2000 vor laufender Kamera bei einem Schusswechsel zwischen Palästinensern und israelischen Soldaten. Nach der Ausstrahlung kommen Zweifel auf. War das Kind, dessen Beerdigung Millionen im Fernsehen gesehen haben, wirklich Mohammed Al-Durah? Der kontroverse Dokumentarfilm «Das Kind, der Tod und die Wahrheit» von Esther Schapira und Georg M. Hafner geht diesen und anderen Fragen rund um die Ereignisse vom September 2000 nach. mehr

Mittwoch, 14. Juli 2010, 22.50 Uhr auf SF 1

«Disco & Atomic War»

Wie Sue Ellen und JR zu CIA-Agenten wurden

Ein Film von Jaak Kilmi und Kiur Aarma (Estland 2009)

Dallas und das Discofieber erreichten den Ostblock im Kalten Krieg über die Sendemasten des finnischen Fernsehens. Auf der anderen Seite des baltischen Meeres wurden die Verheissungen des westlichen Lebensstils von estnischen Familien in der Küstenregion tausendfach illegal empfangen und begierig konsumiert.
Die Neuigkeiten über einen Tanz namens Disco und Familiendramen in Dallas verbreiteten sich zunächst über Mund-zu-Mund-Propaganda und später per Videokassette in der ganzen Sowjetunion. Kein eiserner Vorhang konnte sie aufhalten. Für die CIA war die sogenannte „Soft-Power“ der finnischen Fernsehsignale der direkteste Weg in das Bewusstsein der Sowjetbürger.

Wir zeigen diesen Film als deutschsprachige Premiere.

Mittwoch, 21. Juli 2010, 22.50 Uhr auf SF 1

«Girls on the Air»

Radiojournalistinnen in Afghanistan

Ein Film von Valentina Monti (Italien 2009)

«Radio Sahar» ist ein von Frauen betriebener Radiosender in Afghanistan. Mit entschiedener Unerbittlichkeit versucht Chefredaktorin Humaira seit 2003 mit einer Gruppe junger Journalistinnen einen Radiosender zu etablieren. In einem Land, das Taliban-Täler, Kampfzonen und Wiederaufbaugebiete in sich vereint, stösst sie dabei auf schier unüberwindbare Schwierigkeiten. Der Dokumentarfilm gibt einen einzigartigen Einblick in afghanische Lebenswelten aus der Sicht einer bewundernswert mutigen Journalistin.

Wir zeigen diesen Film als deutschsprachige Premiere.

Mittwoch, 28. Juli 2010, 22.50 Uhr auf SF 1

«Reporter»

Mitgefühl mit allen Mitteln

Ein Film von Eric Daniel Metzgar (USA 2009)

Nicholas D. Kristof ist Reporter bei der New York Times. Es waren seine aufrüttelnden Artikel, die die humanitäre Krise in Darfur auf die politische Agenda der USA setzten und diplomatische Anstrengungen nach sich zogen. Diesmal ist Kristof im Kongo auf Recherche. Er will auf den Konflikt in Kongo aufmerksam machen, dem in den letzten zehn Jahren 5.4 Millionen Menschen zum Opfer gefallen sind. Der Film liefert einen einzigartigen Einblick in fragwürdig erscheinende Vorgehensweisen des Starjournalisten und stellt unbequeme Fragen über Öffentlichkeit und Mitgefühl.

Wir zeigen diesen Film als deutschsprachige Premiere.

Mittwoch, 4. August 2010, 22.50 Uhr auf SF 1

«Winnebago Man»

Kultfigur wider Willen

Ein Film von Ben Steinbauer (USA 2009)

Jack Rebney ist eine YouTube-Berühmtheit. Rebney ist 1988 Protagonist in Werbespots für den US-Wohnwagenhersteller Winnebago. Die Aufnahmen für die Spots finden in brütender Hitze statt. Ein immer ärgerlicher werdender Rebney leidet in Anzug und Krawatte unter Hitze, Fliegenschwärmen und seiner eigenen Konzentrationsschwäche und verschafft sich mit Kraftausdrücken Luft. Aufgrund eines Zusammenschnitts seiner verbalen Ausfälle wird Rebney über YouTube zu einer internationalen Kultfigur als «The Angriest Man in the World».
Der Film macht sich auf die Suche nach dem untergetauchten Jack Rebney und nach den Mechanismen viraler Videokultur.

Wir zeigen diesen Film als deutschsprachige Premiere.

Mittwoch, 11. August 2010, 22.50 Uhr auf SF 1

«Burma VJ»

Helden mit Kamera

Ein Film von Anders Østergaard (Dänemark 2008)

Was unter den Pagoden geschah, wissen wir nur dank mutigen burmesischen Videojournalisten, die unter Lebensgefahr Bilder der Niederschlagung des Volksaufstandes 2007 drehten. Über die Grenze geschmuggelt erreichten ihre Bilder die Weltöffentlichkeit und machten den Aufstand und dessen brutale Niederschlagung durch die burmesische Junta publik. Der Dokumentarfilm zeichnet nach, welche Risiken die jungen Burmesen auf sich nahmen, um Bilder ihres Widerstands in die Welt zu tragen.

Mittwoch, 18. August 2010, 22.50 Uhr auf SF 1

«Der Vietnamkrieg»

Medien als Meinungsmacher an der Heimatfront

Ein Film von Patrick Barbéris (Frankreich 2008)

1969 war die militärische Situation in Vietnam offen. Der Vietcong empfindlich geschwächt, die Amerikaner besser aufgestellt denn je. Doch die sogenannte Tet-Offensive des Vietcong und die damit bewusst herbeigeführte Verlagerung von Kampfhandlungen in die südvietnamesischen Städte brachten eine Wende in der öffentlichen Wahrnehmung des Vietnamkriegs in den USA mit sich. Entscheidenden Einfluss hatten dabei die in den Städten stationierten, amerikanischen Medienvertreter.