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Die Besten 09: Landschaftsarchitektur

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1. Preis: Weniger ist mehr – «Liebefeld Park» Köniz

Es geht um den Mut zum Einfachen. Es geht darum, etwas zu gestalten, das möglichst unprätentiös ist. Ein Park für die Menschen, die ihn benutzen. Nicht für die Gestalter, die sich darin selbst verwirklichen. Das war der Ansatz von Rita Mettler bei der Planung des «Liebefeld Parks» in Köniz. Das markanteste Merkmal ist seine grosse freie Wiese. So einfach. Ein Platz zum Spielen, Grillieren, Sonnenbaden. Eben das, was man in einem Park gerne tun würde. Dann ein paar Bäume für den Schatten. Eine Allee. Ein Weiher. Braucht es mehr, um glücklich zu sein? Rita Mettler fand nicht und hat auf grossen Schnick-Schnack verzichtet. Am auffälligsten eine kleine, geschwungene Mauer als Grenze zwischen Wohnbebauung und Park, privatem und öffentlichem Raum. Dezent aber präzis. So ist kein Design-Park entstanden, bei dem der Besucher das Gefühl hat, er müsse Sonntagsschuhe anlegen und dürfe ja nichts durcheinander bringen, sondern etwas zum Anfassen und Gebrauchen. Ein Volkspark eben. Ganz einfach.

www.mettler-landschaftsarchitektur.com

Beitrag: Jürg Gautschi

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2. Preis: Seidenstrasse an der Töss – Sidi-Areal Winterthur

Früher wurde hier Seide gesponnen. Nun ist das Fabrikgebäude einer Neubebauung gewichen. Das industrielle Erbe stand gleichwohl Pate bei der Gestaltung des Wohn-Areals. Für den Innenhof eines der Neubauten, da, wo früher die Webstühle standen, haben die Landschaftsarchitekten von KuhnTruninger ein Bodenmuster entworfen, das wie ein Zitat der Reihung der Maschinen in den Werkhallen wirkt. Und die markante Fusswegmarkierung zwischen den einzelnen Häuserblocks erinnert an die Produktionswege in der ehemaligen Fabrik – Seidenstrassen durchs Neubauareal. Doch nicht nur das Spiel mit gestalterischen Metaphern überzeugt. Auch die Vielseitigkeit der Anlage ist bemerkenswert. Hohe Farne und Gräser hier, schwarz-weisser Teerboden dort. Hier grosse, alte Bäume, dort kleine, fast buschähnliche Bäumchen in strenger Anordnung. Variation und Assoziation – das sind die zwei Stärken des Sidi-Areals in Winterthur.

www.kuhntruninger.ch

Beitrag: Jürg Gautschi

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3. Preis: Gut zu Wege – Instandstellung und Erhaltung der alten Averserstrasse

1895 war ein einschneidendes Jahr. Vorher war das Avers-Tal nur auf Säumerwegen erreichbar, ein gottverlassener Winkel in den Bündner Bergen. Erst mit dem Bau einer Strasse rückte die Kantonshauptstadt näher, und es folgte ein wirtschaftlicher Aufschwung. Bis in die 60er Jahre diente die alte Averserstrasse als Lebensader des Tals. Dann wurde sie durch die neue Kantonsstrasse ersetzt – vergessen und dem Verfall überlassen. Nun wird sie vom Verein „Alte Averserstrasse“ als Wanderweg restauriert. Seit 10 Jahren werden alte Brücken in Stand gesetzt, Stützmauern erneuert, die Begehbarkeit wieder hergestellt. Ziel ist es, das gesamte Tal auf der alten Strasse durchwandern zu können, um so eine einmalige Landschaft auf einem einmaligen Weg erleben zu können.

www.aast.ch

Beitrag: Jürg Gautschi