Die Besten 09: Design
1. Preis: Volles Rohr – das Velo «Papalagi 953»
Das Wort «Papalagi» stammt aus einem zivilisationskritischen Roman aus den 20er Jahren. Es heisst: «Der Fremde, der es immer eilig hat, weil er dem Geld hinterher läuft». Genau das Gegenteil aber steht hinter der Idee von «Papalagi 953». Das Velo ist für Globetrotter gedacht, die die Welt ohne zu hetzen entdecken wollen – abseits der Pfade des Pauschaltourismus. Ein solches Velo muss vor allem eines sein: robust und zuverlässig. Das Rad, designt von Butch Gaudy, hat daher einen Rahmen aus Stahl. Die Rohre sind stark und belastbar und doch flexibler als Alu. Nur eines sind sie nicht: schwer. Die Zahlenkombination 953 steht für eine Legierung, die zugleich besonders leicht und widerstandsfähig ist. Für jahrelanges Fahren durch Regen und Schlamm. Rostfrei. Bruchfrei.
www.mtbcycletech.com
Beitrag: Sandra Steffan
2. Preis: Die «supernormale» Rado-Uhr «r 5.5»
Am Anfang war ein Drama: Mit 18 Jahren sollte Jasper Morrison, Stardesigner aus London, die Luxusuhr seines Vaters bekommen. Morrison freute sich jahrelang auf das Erbe. Doch dann das Unglück: Am Geburtstag fiel die Uhr auf dem Rückweg von der Revision dem Kurier auf die Strasse, wurde von einem Auto überrollt und ging in die Brüche. Das hat Morrison nie vergessen und hat, Jahrzehnte später, mit der «r 5.5» nun selbst ein Edelchronometer entworfen. Allerdings ohne Pomp, Protz oder Exzentrik – wie immer hielt sich Morrison an sein Motto, etwas «Supernormales» zu designen. Und, ob Zufall oder nicht: mit der «r 5.5» wäre das Unglück wohl nicht passiert. Denn die Keramik-Uhren von Rado sind deutlich robuster als ihre stählernen Kollegen. Morrison muss sich um sein Erbe keine Sorgen machen.
www.jaspermorrison.com
www.rado.com
Beitrag: Sandra Steffan
3. Preis: Oase der Ruhe – Innendesign der Wasserkirche Zürich
Es ist der Himmel auf Erden – es ist ein Teppichboden. Ausgelegt in der Wasserkirche in Zürich. Sein Muster ist eine Spiegelung des gotischen Gewölbenetzes darüber. Die Baumeister schufen mit den aufstrebenden Pfeilern und Netzwerken der Decke das Sinnbild einer göttlichen Welt. Der Designer Frédéric Dedelley holt die Symbolik nun zurück auf den Boden; die Himmelsmetapher, die Struktur des Gewölbes bleibt auf dem Teppich. Gedacht ist die Kirche denn auch nicht allein als Ort für Gottesdienste, sondern auch als Oase der Ruhe im Herzen der Stadt. Sie lädt ein zum Lesen, zur Kontemplation und soll als Veranstaltungsort dienen. «Grosszügig und leer» sollte sie wirken, meint Dedelley. Eine Einladung zur Besinnung. Das ist ihm bravourös gelungen.
www.fredericdedelley.ch
Beitrag: Sandra Steffan







