Die Besten 09: Architektur
1. Preis: Die schönste Schule der Schweiz – das Schulhaus Leutschenbach
Vom Himmmel hoch – so scheint es – da kam es her und landete in Zürich Schwamendingen: das Schulhaus Leutschenbach. Der Architekt sprach: Es werde Licht. Und es ward Licht. Keine Mauern, nur Glas von oben bis unten. Mehr Licht geht nicht. Eine Sehnsucht nach Weite, Offenheit, Grosszügigkeit lebt sich hier aus. Etwas, das der Architekt in seiner Schulzeit selbst nicht erleben konnte. In Christian Kerez‘ radikaler Konstruktion findet Unterricht überall statt, auch im Treppenhaus und in den Fluren. Horizonterweiterung ist hier keine Metapher, sondern eine tägliche (bauliche) Erfahrung. Architektur als pädagogische Vision. Es heisst, den Schülern mache das Lernen hier tatsächlich Spass!
www.kerez.ch
Beitrag: Sandra Steffan
2. Preis: Müesli-Hüsli – Erneuerung Reihenhaus-Siedlung Stadtrain, Winterthur
Schöner wohnen mit weniger Grün? Klingt nach einem Widerspruch, ist es aber nicht. Das zeigt die Erneuerung der Siedlung Stadtrain in Winterthur. Statt die Genossenschaftsbauten zu erhöhen, um mehr Wohnfläche zu gewinnen, vergrösserte das Architektenduo Kaschka Knapkiewicz und Axel Fickert die Reihenhäuser durch Anbauten in die Vorgärten. Obwohl die Grünflächen so schrumpfen, wertet der Eingriff die Wohnungen massiv auf. Im Quartier sind die Strassen nach Obstsorten benannt. Die Anwohner reden daher liebevoll vom «Birchermüesli»-Quartier. Entsprechend sind die einzelnen Wohnhäuser in verschiedenen Früchte-Farben gestrichen. Wirkten die Müesli-Hüsli früher eng und muffig, strahlen sie jetzt Frische und Freundlichkeit aus.
www.axka.ch
Beitrag: Sandra Steffan
3. Preis: Der Traum vom Fliegen – Villa Chardonne, Vandœuvres/Vevey
Über Jahrzehnte haben sie die Welt von oben gesehen – er als Pilot, sie als Stewardess. Und so wollte das Ehepaar Heiz auch nach der Pensionierung aufs tägliche Fliegen nicht verzichten. Die Architekten Patrick Heiz, ihr Sohn, und François Charbonnet haben ihnen den Wunsch erfüllt und entwarfen ein Haus in Hanglage oberhalb von Vevey, das wie ein Steg in die Luft ragt und über dem Genfer See geradezu zu schweben scheint. Getragen wird das langgezogene Gebäude von wenigen Stützen. Erreichbar ist es nur durch eine Treppe, die wie eine Gangway zu Boden herabgelassen wird. Panorama-Fenster ermöglichen grandiose Blicke auf See und Alpen. Ein Wohntraum, nicht nur für Liebhaber der Vielfliegerei.
www.made-in-network.com
Beitrag: Sandra Steffan







