Autorengespräch mit Anne Cuneo
Nicole Salathé im Gespräch mit Anne Cuneo
Anne Cuneo hat, so sie sagt, ein Faible für alte Menschen. Aus Dutzenden von Gesprächen mit Betagten, aber auch aufwändigen Recherchen und Studien ist ihr neuster Roman gewachsen: «Zaïda». Das Buch erscheint jetzt auf Deutsch.
Es ist die Geschichte einer 100-jährigen Frau, die ihre Memoiren für ihre Urenkelin niederschreibt. Zaïda, Tochter eines Lords und einer Lady, erzählt von ihrer Jugend in Cornwall in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, von Liebe, Tod, Verrat, Geschlechterkampf und Emigration. In Zürich studiert die rebellische junge Frau Medizin; in Italien schliesslich lässt man sie ihren Beruf ausüben. Nach etlichen Schicksalsschlägen flieht Zaïda kurz nach dem 1. Weltkrieg vor Mussolinis Schergen in die Schweiz. Das Leben im Zürcher Exil wird bei Anne Cuneo zum anschaulichen Zeugnis Schweizer Geschichte während des 2. Weltkriegs.
Anne Cuneo, als Kind italienischer Eltern in Paris geboren, verbrachte ihre Kindheit, nach dem Tod ihres Vaters, in italienischen Heimen, bevor sie im Alter von 14 nach Lausanne emigrierte. Die heute 72-jährige Schriftstellerin, Journalistin und Filmemacherin lebt seit Jahren in Zürich. Nicole Salathé hat sie besucht und mit ihr über Krieg, Emigration und die Entstehung dieses fesselnden Wälzers gesprochen; und darüber, welche autobiographischen Züge sich darin wiederfinden.
www.bilgerverlag.ch
Anne Cuneo liest aus «Zaïda»
Anne Cuneo: «Zaïda»
hrsg. vom Bilger Verlag
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