Die Besten 08: Design
1. Preis: Rauminstallation «Structural Oscillations» - der beste Maurer der Welt
«R-O-B» platziert Steine auf den Millimeter genau und das noch schneller als alle anderen. Niemand baut so schön wie er. Doch «R-O-B» ist kein Mensch, sondern eine computergesteuerte Präzisionsmaschine, entworfen an der Professur Gramazio & Kohler an der ETH Zürich. Mit Hilfe von «R-O-B» lassen sich durch minimales Versetzen der Steine Mauern mit Mustern errichten. Mit ihrem Forschungsprojekt waren Gramazio & Kohler dieses Jahr Teil des Schweizer Auftritts an der Architekturbiennale in Venedig. Für die Rauminstallation «structural oscillations» bekommen sie nun den Goldhasen. Ein anderes Beispiel ist das Weingut Gantenbein bei Fläsch, dessen Wände ein weithin sichtbares Rebenmotiv ziert, ein Reliefmuster, das allein durch die Anordnung der Ziegel entsteht. Wiederum ein Meisterwerk von «R-O-B».
www.dfab.arch.ethz.ch
2. Preis: Vorhang «Magnetic Curtain» - immer gut in Form
Der Magnetvorhang von Florian Kräutli hängt niemals durch. Die in den Stoff eingenähten Magnete geben ihm festen Halt in allen Lagen. Wie auch immer arrangiert, abstrakt zusammengeknüllt oder elegant geschwungen: Der Vorhang bleibt in jeder beliebigen Form stabil. Die Idee kam Designstudent Florian Kräutli beim Experimentieren mit Magnetfeldern. Und zur experimentellen Verwendung ist auch sein Vorhang gedacht: als dekoratives Element der Raumgestaltung, als Garderobenhülle oder als skulpturaler Fensterschmuck.
www.kraeutli.com
3. Preis: Leuchte «First Light» - Licht ohne Strom aus der Steckdose
«Postfossil» – das ist der Name einer Gruppe von Designern, die Produkte für ein Zeitalter nach der Erschöpfung fossiler Ressourcen entwickelt. Ein Ergebnis ist die Stehleuchte «First Light», entworfen von Anna Blattert und Daniel Gafner. Sie funktioniert wie eine Stand- oder Kuckucksuhr, ohne Strom, durch das Aufziehen von Gewichten. Knapp zehn Minuten gibt die futuristische Lampe Licht. Dann müssen die sechs Kilos erneut aufgezogen werden – mühsam, so ein Buch zu lesen. Die Lampe ist denn auch nicht als Lösung, sondern als Statement gedacht. Sie macht deutlich, wie viel Energie allein für das Leuchten dreier LED-Lämpchen benötigt wird. «First Light» will vor allem das Bewusstsein für Energieverbrauch schärfen.
www.postfossil.ch










