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Gustav

Team Gustav holt den Titel heim

Sonntag, 28. November 2010, 22:40 Uhr

Die Fribourger sind der «Beste Chor der Schweiz»

Wer wagt, gewinnt: Mit diesem Motto haben es die Fribourger bis an die Spitze geschafft. Jede Menge Kreativität, Charme und Mut zum anders sein haben die Schweiz überzeugt. Auf Platz zwei schafft es der «Bernheart»-Chor und Bronze holen die Klassik-Spezialisten von Opernsängerin Noëmi Nadelmann.

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Die sechste Sendung vom 28.11.10

Als Aussenseiter sind sie vor sechs Wochen in den «Kampf der Chöre» gestartet, als Sieger gehen sie Heim. Die Überraschung ist perfekt. Auch Chorleiter Gustav ist völlig geplättet. Niemals hätte er mit dem Sieg gerechnet.

Der Sieger ist sprachlos

Zwar traurig, aber dennoch glücklich gibt sich der Silber-Medaillen-Gewinner. Der «Bernheart»-Chor hätte den Pokal nur allzu gerne mitgenommen in die Innerschweiz. Gelangt hat es nicht ganz. Chorleiter Padi Bernhard ist trotzdem glücklich. Auch ein zweiter Platz sei «Hammer».

Padi Bernhard freut sich auch über Platz 2

Den dritten Platz belegen die Klassik-Spezialisten von Noëmi Nadelmann. Auch bei ihnen ist die Enttäuschung im ersten Moment gross. Letztendlich sind sie aber stolz, es bis ins Finale geschafft zu haben. Die Grafik über die Platzverteilung aller Chöre über alle sechs Sendungen hinweg bestätigt zudem, dass die Zürcher von Anfang an ganz vorne mit dabei waren.

Bild Grafik über den Verlauf der Stimmverteilung aller Chöre von Sendung 1 bis Sendung 6.
Die Grafik zeigt, Team Gustav hat von Mal zu Mal dazu gewonnen. Am Ende hatte kein anderer Chor eine Chance. sf

Ob dritter, zweiter oder erster Platz: Gewinner sind sie alle. Denn bereits zu Beginn der Sendung steht fest: «It's the Final Countdown». Entsprechend emotional und voller Vorfreude singen die drei Finalisten den Eröffnungssong der schwedischen Hardrocker Europe.

Dann betritt Moderator Sven Epiney die Show-Bühne und eröffnet den finalen Show-Down im «Kampf der Chöre». Ein letztes Mal begrüsst er Publikum, Zuschauer und Chöre. Ebenfalls anwesend sind die bereits ausgeschiedenen Chorleiter.

Kreativer Einstieg

Die Fribourger müssen ihr Können als erste beweisen. Vom Schlager «Ein Student aus Uppsala» ist auch diesmal nicht viel übrig geblieben. In einer Mischung aus 1960er Jahre- und Kraftwerk-Look bewegen sie sich roboterhaft über die Bühne und bringen den Saal zum Kochen. Die Stimmung ist bombig.

Chorleiter Gustav ist zufrieden. Seine beiden Quoten-Welschen haben das super gemacht, findet er. Auch die restlichen Chorleiter sind begeistert: «Daumen hoch!» lautet ihr Fazit.

Mit göttlichem Beistand

Auf den flippigen Auftritt des Gustav-Chors folgt eine stimmgewaltige und ernste Darbietung der Klassik-Spezialisten. Das Team Noëmi Nadelmann singt «O Fortuna» aus Carmina Burana und sorgt im Nu für andächtiges Schweigen im Saal.

Bild Der Chor von Noëmi Nadelmann sing «O Fortuna».
Stimmgewaltig wie immer. Für den Sieg hat es dennoch nicht gelangt. sf/ daniel ammann

Die schlichten Roben, die reduzierte Choregrafie und Chorleiterin Noëmi Nadelmann als Göttin Fortuna verfehlen ihre Wirkung nicht. Beeindruckt ist aber nicht nur das Publikum, auch die Chorleiter sitzen völlig gebannt auf dem weissen Sofa. Genau diese Wirkung sei Ziel des Auftritts gewesen, erklärt Chorleiterin Noëmi Nadelmann.

Portraitaufnahme von Noëmi Nadelmann
«Das ist ein Final-Song wie er im Buche steht.»
Noëmi Nadelmann

Stämpf findet seine Stimme schliesslich wieder und bestätigt: «Gesanglich war das wirklich eine ganz eindrückliche Leistung.» Einzig die Choreo hält er für verbesserungswürdig. Bei den Outfits wäre Sackhüpfen doch noch eine Option gewesen, witzelt er.

Farbenfroh und fetzig

Rasant geht es weiter. Mit «Lollipop» von Mika startet der «Bernheart»-Chor in den finalen Kampf. In Petticoat-Kleidern und lässigem Jeans-Outfit tanzen die Innerschweizer über die Bühne und reissen das Publikum mit. Begeisterungsrufe hallen durch den Saal.

«Das ist nicht eure stärkste Nummer gewesen.»
Stämpf

Maja Brunner ist vor allem von den Outfits angetan. «Die Petticoats erinnern mich an meine Mami», erklärt sie. Dieses habe solche Kleider früher auch getragen. Ihr hat der Auftritt gefallen. Der Bündner Stämpf ist weniger überzeugt: «Das ist nicht eure stärkste Nummer gewesen.»

Festlich in Runde zwei

Kaum ist die erste Runde beendet, geht es schon weiter mit Runde zwei. Wieder beginnt das Team Gustav. Passend zum 1. Advent geben die Fribourger «Last Christmas» von Wham! zum Besten. Der Gustav-Chor wäre aber nicht der Gustav-Chor wenn dabei tatsächlich Weihnachtsstimmung aufkommen würde. Eine Mischung aus Reggae- und Flamenco-Klängen macht die Weihnachtsschnulze zur rassigen Tanz-Nummer.

Die Performance kommt an. «Allez Gustav»-Rufe hallen durch die Arena. Spontan legt Gustav ein Gitarren-Solo hin. Der Saal bebt. Plüschtiere fliegen auf die Bühne. Auch Fabienne Louves gefällts: «Am liebsten wäre ich aufgestanden und hätte mitgetanzt.» Michael von der Heide fand «Uppsala zwar besser, aber schön wars trotzdem.»

«Ich frag mich immer: Wie kann man nur so schön singen.»
Maja Brunner über den Noëmi-Chor

Festlich geht es weiter. Das Team Noëmi Nadelmann singt zwar kein Weihnachtslied, lässt aber dennoch die Korken knallen. In Festtagsroben und edlem Zwirn singen und tanzen sie sich durch die Operette «Die Fledermaus».

Vor allem Maja Brunner ist begeistert. Sie erfreut sich an dem «so anderen Gesang.» Für sie fällt der Chor der Opernsängerin aus dem Rahmen und genau das findet sie gut.

Auch Stämpf gefällts

Der «Bernheart»-Chor trägt seinen Namen nicht umsonst. Dies beweist er in Runde zwei. Mit Céline Dions Eurovision-Siegertitel von 1988, «Ne partez pas sans moi», singt er sich in die Herzen des Publikums. Der Applaus ist riesig.

Bild Der Chor von Padi Bernhard singt sein Final-Lied von Céline Dion.
Der Chor fürs Herz hat manches Herz erwärmt. Am Ende hat es aber dennoch nur für Silber gereicht. sf/ daniel ammann

Auch Sandee ist begeistert und lobt vor allem die Solistinnen: «Ganz viel Respekt! Céline Dion zu singen ist nicht einfach. Das habt ihr toll gemacht.» Stämpf hat dieses Mal ebenfalls nichts zu kritisieren. Ganz im Gegenteil: «Dieses Lied passt viel besser zu euch. Ich fand‘s super.»

Rückblick auf die schönsten Songs

Bereits in den vorherigen Sendungen konnten die drei Final-Chöre überzeugen. Runde drei steht daher unter dem Motto: «Best-of». Für den Gustav-Chor war sofort klar, welchen Song sie erneut vortragen werden. Keine andere Neu-Interpretation sorgte für so viel Zuspruch wie die Balkan-Beat-Variante von DJ Bobos «Somebody Dance With Me».

Und auch das Publikum gibt den Fribourgern Recht. Der Saal tobt, die Gustav-Fans sind begeistert. «Der Gustav ist einfach unglaublich», findet ein Fan im Publikum. Toll findet er auch die Kreativität des Fribourgers. Die ganze Stadt sei stolz. Ein zweiter stimmt zu: «Gustav is simply the best!»

«Das ist einfach der maximalste Chor der ganzen Welt.»
Fan vom Chor Noëmi Nadelmann über den Chor

Weiter geht es mit den Klassik-Spezialisten. Auch sie mussten nicht lange überlegen. Mit «Les Voici» aus Carmen zieht der Chor von Noëmi Nadelmann alle Register seines klassischen Könnens. Die feurige Nummer reisst auch das Publikum mit.

«Fürs Herz, fürs Ohr, das ist der Bernheart-Chor.»
Fan vom Padi Bernhard-Chor

Das Team Padi Bernhard singt erneut den Queen-Hit «Somebody To Love». Die Mischung aus Pop-Song und Liebeslied vereint nicht nur die beiden Spezialgebiete der Innerschweizer, sondern sorgt auch im Saal für bombige Stimmung. Begeisterungsrufe hallen durch die Bodensee-Arena.

Noch ein letztes Mal

Der «Kampf der Chöre» begann mit acht Chören und endet auch mit acht Chören. Denn das letzte Lied des Abends singen nicht allein die Finalisten. Noch ein letztes Mal stehen 160 Choristen auf der Bühne der Bodensee-Arena.

Gruppensong «Hit-Medley» aller acht Chöre

Kraftvoll und emotional zugleich singen sie ein Medley der schönsten Hits ihrer Chorleiter und begeistern damit das Publikum. Fast schon ein wenig wehmütig klingt der durchdringende Applaus, der kein Ende zu nehmen scheint.

Dann ist es soweit. Die finale Entscheidung beginnt. Am Ende kämpfen das Team Gustav und das Team Padi Bernhard um den Sieg. Die Fribourger dürfen sich schliesslich «Bester Chor der Schweiz» nennen und gemeinsam nach Venedig reisen.

Die finale Entscheidung