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Backstage

Chor-Coach Ben Vatter zieht Bilanz vor dem grossen Finale

Donnerstag, 25. November 2010, 12:22 Uhr, Aktualisiert 17:58 Uhr

«Freude am gemeinsamen Singen stand weit über Konkurrenzsituation»

Damit die Chöre ihre Aufgabe in der Sendung «Kampf der Chöre» mit Bravour meistern konnten, erhielten sie Unterstützung von Ben Vatter. Der erfahrene Chorleiter, der schon 2007 in der Sendung «Chor auf Bewährung» jugendliche Straftäter zum Singen brachte, weiss, worauf es ankommt. In seiner Verantwortung lag es unter anderem, die Songs der Chöre «chortauglich» zu arrangieren und dabei die Wünsche der Chorleiter zu berücksichtigen. Im Interview verrät er, wie er die Zeit bei «Kampf der Chöre» erlebte.

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Was ist dein Gesamteindruck dieser Staffel «Kampf der Chöre»?
Ben Vatter: Ich bin überrascht darüber, welch hohes Niveau die Chöre erreicht haben. Das hätte ich im Vorfeld niemals erwartet. Dies bezieht sich einerseits auf den schwierigen mehrstimmigen Chorgesang, andererseits aber auch auf die souveränen Performances, die Choreografien und den Ausdruck auf der Bühne.

Zudem war die Staffel geprägt von einem unglaublichen Enthusiasmus und einem wunderschönen Zusammengehörigkeitsgefühl - auch über die Chorgrenzen hinweg. Gesamthaft stand meinem Gefühl nach die Freude am gemeinsamen Singen weit über der Konkurrenzsituation des Wettbewerbs.

Wie war deine Arbeit mit den Chören? Gab es Überraschungen?
Ich wurde jede Woche von Neuem überrascht. Und zwar fast ausschliesslich positiv. Oft blieb mir der Mund offen stehen, wenn ich am Wochenende die neuen Songs der verschiedenen Chöre zum ersten Mal hörte.

Die Arbeit war insgesamt zwar streng, aber auch sehr beglückend. Die Leute waren durchwegs voll konzentriert und topmotiviert – und das trotz ihres immensen Arbeitspensums!

Eine der wenigen Schwierigkeiten war, dass einige Chöre bisweilen die Vorbereitung der Gruppensongs nicht allzu genau genommen hatten, was natürlich mit dem riesigen Zeitdruck und der Prioritätensetzung zugunsten der eigenen Songs zusammenhängt. So musste manchmal viel Zeit für das Üben der Gruppensongs aufgewendet werden, was zu einem Zeitdruck bei den «eigenen» Stücken führte.

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Die acht Chorleiter und ihre Teams bei der Probe des ersten Gruppensongs sf/daniel ammann

Wie haben sich die Chöre entwickelt – wo liegen ihre Stärken, wo die Schwächen ?
Je länger ich die Chöre kennenlernen durfte, desto besser konnte ich ihre Stärken und Schwächen einschätzen. Diese waren in den Bereichen wie mehrstimmiges Singen, Rhythmik, Klangkultur, Reinheit des Chorgesangs, Aussprache, Energie etc. unterschiedlich verteilt. Glücklicherweise hatte jeder Chor aber viele starke Seiten und gesamthaft kaum Unzulänglichkeiten. Ich versuchte dann bald einmal, in den Arrangements ihre jeweiligen Stärken und Besonderheiten in den Vordergrund zu stellen.

«Ihre Souveränität und ihr eisernes Nervenkostüm verdienen höchsten Respekt»

Bei allen Chören war von Woche zu Woche im Gesamteindruck ihrer Auftritte eine Steigerung zu erkennen. Nach wenigen Wochen wirkten die Laiensänger auf der Bühne bereits wie «alte Hasen». Diese Souveränität und ihr eisernes Nervenkostüm verdienen höchsten Respekt, gerade wenn man bedenkt, dass jeweils über tausend Leute in der Bodensee-Arena sowie Hunderttausende zuhause am Fernseher zugeschaut haben.

Was war dein persönliches Highlight der Staffel?
Die Staffel war ein einziges Highlight. Neben der chorischen Qualität, über die ich schon gesprochen habe, durfte ich viele spannende Gespräche führen und habe eine Menge interessante und liebenswürdige Leute kennen gelernt.

Auch die Zusammenarbeit mit den acht Chorleitern erlebte ich ausschliesslich positiv. Alle waren mir gegenüber von Beginn weg sehr aufgeschlossen und akzeptierten mich als Partner – ohne jeglichen «Standesdünkel». Es war für mich insgesamt eine ungemein intensive, emotionale und bereichernde Zeit.

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Stand schon bei den Castings beratend zur Seite: Ben Vatter und Padi Bernhard in Goldau SZ sf/oscar alessio

Worin liegen die Stärken der drei Final-Teams?
Einerseits ist es erfreulich, dass drei sehr unterschiedliche Chöre im Final stehen. So bekommt der Zuschauer auch in der letzten Sendung eine äusserst breite stilistische Palette vorgesetzt. Andererseits besteht die Gefahr, dass schliesslich nach Geschmack und nicht nach chorischem Können abgestimmt wird. Dies ist allerdings kaum zu vermeiden, zumal ein ungeübter Zuhörer gar nicht alle musikalischen Finessen wahrnehmen kann.

Die Stärken von Padi Bernhards Chor liegen meiner Meinung nach im mehrstimmigen Singen und in der rhythmischen Präzision, die gerade bei Balladen nicht einfach zu erreichen ist.

Noëmi Nadelmanns Chor besticht für mich vor allem durch ihre Klangkultur, ihre saubere Intonation und ihr facettenreiches dynamisches Spektrum von Piano bis Fortissimo.

An Gustavs Chor schätze ich die unkonventionelle Frische und den Wandlungsreichtum, mit dem er Gustavs äusserst originelle Arrangements in den verschiedensten Stilen gekonnt umsetzt.

Und natürlich habe ich auch meinen persönlichen Favoriten fürs Finale, der an dieser Stelle allerdings nicht verraten werden soll...

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