Archiv Sendung vom 20.05.2012
Unser Horizonte-Programm vom 20. Mai 2012
- Menschenfresser - Die Löwen von Tsavo
- Zwischen Drill und neuer Freiheit - Schulalltag in China
- Der pazifische Feuerring (4/4)
15.05 Uhr: Menschenfresser - Die Löwen von Tsavo
Im Jahre 1898 erlegte der britische Ingenieur John Patterson zwei Löwen, die den Bau einer Eisenbahnstrecke durch Angriffe auf Arbeiter lange hinausgezögert hatten. Seitdem haben die Löwen im kenianischen Tsavo Schutzgebiet einen schlechten Ruf. Nie mehr hat es seither ähnliche Vorfälle gegeben. Trotzdem lebt der Mythos der Menschen fressenden Löwen weiter. Durch den Hollywood-Spielfilm „Der Geist und die Dunkelheit“, so die Namen der beiden Löwenmännchen, ging die Geschichte um die Welt. Heute ist ein Namensvetter des Eisenbahn-Ingenieurs den Tsavo-Löwen auf der Spur: der Biologe Bruce Patterson vom Chicago Field Museum. Er untersucht unter anderem, wie Löwen und Menschen im heutigen Afrika nebeneinander existieren können. Zumindest bietet Tsavo den Löwen eine sichere Bastion. Mit einer Fläche von etwa 21‘000 Quadratkilometern ist es eines der grössten Schutzgebiete Kenias. Doch auch hier leben Hirten in direkter Nachbarschaft zu den Löwen. Die Grosskatzen holen sich regelmässig ihren Anteil an den Herden, denn Hausrinder sind wesentlich leichter zu erbeuten als wehrhafte Büffel. Die Hirten nehmen solche Verluste mit Gelassenheit als gottgegeben hin. (Autor: Eric Millot)
Zweitausstrahlung am Samstag, 26. Mai 2012 um 10.55 Uhr auf SF1.
15.50 Uhr: Zwischen Drill und neuer Freiheit - Schulalltag in China
Sherry bereitet sich gerade auf den wichtigsten Test ihres Lebens vor: die Zulassungsprüfung zur Universität, den sogenannten Gaukao. Die 18Jährige ist eine gute Schülerin, und die öffentlichen Schulen in Shanghai gelten als mit die besten in China. Das Geheimnis des Erfolges: Pauken und auswendig lernen. Nur die Allerbesten dürfen an die Uni. An den meisten Schulen in China bestimmt noch immer strenger Drill den Alltag. Wer es sich leisten kann, schickt seine Kinder auf internationale Privatschulen. Doch der lockere Unterrichtsstil an diesen Schulen verhindert, dass die Absolventen in China studieren können. Sie müssen an eine ausländische Uni. Ganz anders geht es in den Schulen auf dem Land zu. Nur die wenigsten Kinder hier haben eine Chance, jemals zum Gaukao zugelassen zu werden, geschweige denn an eine Universität zu kommen. Mehr als neun Millionen chinesische Schüler haben 2011 den Gaukao geschrieben, nur Zweidrittel von ihnen werden einen Studienplatz bekommen. (Autorin: Christine Adelhardt)
Zweitausstrahlung am Samstag, 26. Mai 2012 um 11.40 Uhr auf SF1.
16.15 Uhr: Der pazifische Feuerring (4/4)
Die Filmemacher Claus Hanischdörfer und Jochen Schmoll führen die Zuschauer im letzten Teil der Reihe in die südamerikanischen Anden, zu den höchsten Vulkanen der Erde. Der 5897 Meter hohe Cotopaxi gilt als der höchste aktive Vulkan der Welt. Wissen-schaftler wie der Vulkanologe Jorge Bustillos überwachen permanent den gigantischen Feuerberg, denn seine letzten Ausbrüche waren verheerend: Der Gipfelgletscher schmolz, Asche- und Schlammlawinen überfluteten 100 Kilometer weit das Land. Laut Statistik bricht der Cotopaxi alle 117 Jahre aus – er ist also längst fällig. In Chile geht der deutsche Geologe Jan Behrmann dem Megabeben vom Februar 2010 auf den Grund. Das Land liegt am Rand der südamerikanischen Kontinentalplatte. Darunter schiebt sich die ozeanische Platte mit einer Geschwindigkeit von jährlich etwa sieben Zentimeter. Beim Erdbeben verschoben sich die Platten binnen Sekunden um bis zu zehn Meter. Wann kommt die Erde nach dem weltweit fünft stärksten Beben wieder zur Ruhe? (Autoren: Claus Hanischdörfer/Jochen Schmoll)
Zweitausstrahlung am Samstag, 26. Mai 2012 um 12.05 Uhr auf SF1.




