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(SF)

«Mein Gotthard»-Geschichte Nr. 6

Wir lüften das Geheimnis

Geschichte Nr. 6 ist so toll geschrieben, perfekt in der Dramaturgie und mit einer wunderbaren Pointe abgeschlossen, dass sie schnell zum heimlichen Favoriten des SF-Gotthard-Teams avancierte. Doch leider musste sie aus dem Rennen genommen werden... Denn die Geschichte, der wir die Startnummer 6 gaben, ist frei erfunden oder irgendwo aus dem Schatz «urbaner Legenden» entnommen: «Ich wusste nicht, dass man nur wahre Geschichten einsenden darf», begründete der Verfasser aus dem Kanton Bern bei unserer Kontaktaufnahme seine Einsendung. Jetzt publizieren wir hier aber dennoch die Geschichte vom Velofahrer, der seine grosse Chance am Gotthard vertan hat.

Geschichte Nr. 6 von Unbekannt
Es war vor über 50 Jahren als ich eine Velotour ins Tessin machte. In Göschenen suchte ich in einem einfachen Gasthof eine Übernachtungsmöglichkeit. Der Wirt erklärte mir, er hätte kein Zimmer mehr frei und im ganzen Ort sei es vermutlich wegen den Ferien schwierig, eine Unterkunft zu bekommen. Allerdings hätte er eben erst das letzte Doppelzimmer einer jungen Frau vergeben. Unter Umständen wäre sie bereit, das Zimmer mit mir zu teilen, das käme für beide günstiger. Nachdem der Wirt uns beide bekannt gemacht und die schwierige Lage für mich dargelegt hatte, erklärte sie sich einverstanden. Der Gastgeber erklärte uns, für solche Fälle würde er jeweils ein breites Brett zwischen die Betten stellen, damit die Intimsphäre gewahrt bliebe. Nach der glücklichen Lösung verabredete ich mich mit meiner Zimmergenossin, dass wir eigentlich den Gotthardpass gemeinsam befahren könnten. Am nächsten Morgen als ich aufwachte war die junge Frau schon nicht mehr im Zimmer und in der Gaststube war sie auch nirgends. Auf meine Nachfrage beim Wirt erklärte mir dieser, die Junge sei schon losgefahren. Sie habe gesagt, dass sie nicht auf mich warte, ich hätte sowieso nicht die Energie, den Gotthardpass zu bezwingen, wenn ich nicht einmal in der Lage gewesen sei, den blöden Laden zwischen unseren Betten zu überwinden.