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Die Mineure treffen aufeinander (SF)
Der Weltrekord-Tunnel ist durchbrochen
Nach 57,1 km, 18 Jahren Bauzeit, und 9,7 Milliarden Franken Kosten konnte der längste Tunnel der Welt am 15. Oktober 2010 mit grosser Genauigkeit durchbrochen werden. Laut der AlpTransit Gotthard AG beträgt die Abweichung im Tunnel gerade einmal 8 Zentimeter horizontal und 1 Zentimeter vertikal. Auf dieses Ergebnis sind alle am Jahrhundertprojekt Beteiligten stolz. Bundesrat Moritz Leuenberger zeigte sich nach dem Durchschlag sichtlich gerührt und sagte in seiner Ansprache: «Dieser Durchschlag ist ein Symbol dafür, was die Politik kann, wenn wir sie alle gemeinsam gestalten.» Der neue Basistunnel werde die Schweizerische, aber auch die europäische Verkehrspolitik nachhaltiger machen. Auch Alt-Bundesrat Adolf Ogi liess seinen Emotionen freien lauf: «Ich war selten so nervös, wie jetzt. Es herrscht wirklich Freude!». Renzo Simoni, Vorsitzender der Geschäftsleitung der AlpTransit Gotthard AG richtete seinen Dank an die Mineure: «Durch ihren jahrelangen unermüdlichen Einsatz haben sie diesen Weltrekord erst ermöglicht. Die Mineure sind die Helden des heutigen Tages.»
Feuerwerk der Emotionen
Diese Helden, die Gotthard Mineure, sollten gebührend gefeiert werden. So flog die Patrouille Suisse zu ihren Ehren und der Aktionskünstler Roman Signer sprengte symbolisch 1000 Helme in die Luft. Und auch sonst gab es ein Feuerwerk der Emotionen, als Ehrengäste und Mineure über den Gotthard Durchschlag sinnierten. Alle wollten beim historischen Ereignis Gotthard-Durchschlag dabei sein: Rund 200 glückliche Personen durften den Durchschlag der Tunnelbohrmaschine am Durchschlagspunkt tief im Berg miterleben. Etwa 3500 Mineure und Projektbeteiligte verfolgten den Durchschlag an verschiedenen Festorten wie in der Werkhalle Sedrun, der Multifunktionsstelle Faido, beim Nordportal in Erstfeld und im KKL Luzern auf Grossleinwand. Auch sonst fanden sich tausende Menschen in Nord und Süd auf den Dorfplätzen ein und feierten ein rauschendes Fest bis tief in die Nacht.
Gotthard-Basistunnel — Ein Meilenstein
Der Gotthard-Basistunnel ist aus verkehrspolitischer Sicht ein Meilenstein: Er unterquert die Alpen auf einer Länge von 57 km und verbindet das Nordportal in Erstfeld und das Südportal in Bodio. Mit einer Felsüberlagerung von bis zu 2500 Metern ist der Gotthard-Basistunnel auch der tiefste bisher gebaute Eisenbahntunnel der Welt. Zusammen mit dem 15,4 km langen Ceneri-Basistunnel bildet der Gotthard-Basistunnel eine Flachbahn durch die Alpen. Der Basistunnel am Gotthard ist das Herzstück der neuen Bahnverbindung, die voraussichtlich Ende 2017 in Betrieb genommen wird. Sie wird zu einer markanten Verbesserung der Reise- und Transportmöglichkeiten im Herzen Europas führen: Die Verlagerung der Gütertransporte Nord-Süd auf die Schiene wird begünstigt und die Reisezeit von Zürich nach Mailand von heute 3 Stunden und 40 Minuten auf 2 Stunden und 50 Minuten verkürzt.
Der Bau des Gotthard-Basistunnels
Der Gotthard-Basistunnel besteht aus zwei parallelen Einspurröhren, die laut der AlpTransit Gotthard AG alle 325 Meter mit einem ca. 40 Meter langen Querschlag verbunden sind. Insgesamt misst das Tunnelsystem des Gotthard-Basistunnels mit allen Tunnels, Schächten und Stollen 151,8 km. Gebaut wurde der Gotthard-Basistunnel parallel an den fünf Abschnitten Erstfeld, Amsteg, Sedrun, Faido und Bodio. Erste Vorarbeiten erfolgten bereits 1993 mit dem Sondiersystem Piora und von 1996 bis 1998 mit der Sprengung der Zugangsstollen in Sedrun, Faido und Amsteg. Seit 2001 wird an den Hauptlosen gebaut. Der zweite Hauptdurchschlag in der Weströhre erfolgt voraussichtlich im April 2011.











