Gotthardgeschichten
Göschenen
An der Schlagader des Gotthardverkehrs
Wo der Schmied von Göschenen der Legende nach die Schöllenen per Holzsteg überwunden haben soll, wo im 13. Jahrhundert die Teufelsbrücke samt Teufelssage entstand, von dort aus nahm auch das erste grosse Verkehrsprojekt des Industriezeitalters seinen Anfang. Als 1872 der Bau des Eisenbahntunnels begann, wandelte sich das Dorf rasant.
Der Bau des Eisenbahntunnels
Göschenen wurde zur Heimat der Gastarbeiter, die sich zehn Jahre lang durch den Fels kämpften und das Tor zum Süden für den Bahnverkehr öffneten. Seither liegt der Bahnhof Göschenen am Norden des Tunnels auf 1100 Metern über Meer und wurde zu einem Dreh- und Angelpunkt im Gotthardverkehr. Berühmt für seine Mehlsuppe, die die Reisenden verzehrten, während im Bahnhof die Dampfloks gewechselt wurden.
Der Bau des Strassentunnels
Hundert Jahre später war Göschenen wieder Schauplatz eines historischen Bauprojekts: Zwischen 1970 und 1980 entstand der Gotthard-Strassentunnel. Damals der längste Strassentunnel der Welt, heute immer noch der drittlängste. Für Göschenen wurde er eher zum Fluch als zum Segen. Der Transitverkehr nahm immer stärker zu.
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Die Geschichte der Teufelsbrücke
Vor 800 Jahren war die Schöllenenschlucht das nur schwer zu überwindende Hindernis auf der Route über den Gotthardpass. Bis im Jahr 1230 eine erste hölzerne Brücke errichtet wurde.
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Jubiläum des Gotthard-Durchstichs
Die Schweizer Film-Wochenschau erinnerte 1955 an das Ereignis und würdigte Louis Favre. Er war als Ingenieur für den Bau des Gotthard-Tunnels verantwortlich. Planung und Durchführung galten für die damalige Zeit als Meisterwerk.
Am 19. Juli 1879 starb der Ingenieur bei einem Kontrollgang im Tunnel – den Durchstich 1880 und die feierliche Eröffnung zwei Jahre später erlebte er nicht mehr mit.
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Kontroverse um den Teufelsstein
1972 war klar: Der Teufelsstein unterhalb von Göschenen muss der Autobahn A2 weichen. Den 1400 Tonnen schweren Granitblock zu verschieben kostet über eine Viertelmillion Franken. Ist der Stein – der Sage nach vom Teufel die Schöllenenschlucht hinuntergeworfen – diesen Aufwand wirklich wert?
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Der Bau des Strassentunnels
Im Dezember 1976 kam es zum Tunnel-Durchstich im Gotthard-Strassentunnel. Mit Tränen in den Augen fielen sich die aus beiden Richtungen kommenden Mineure in die Arme.
Unter ihnen viele ausländische Arbeiter, von denen ganze 700 in der Urner Gemeinde Göschenen wohnten. Heute sind die ausländischen Arbeiter wieder aus Göschenen verschwunden. Geblieben sind Erinnerungen und Anekdoten.


