Inhalt

Geld und Geist

Samstag, 14.05.2011 um 20:10 Uhr auf SF 1

Auf dem Emmentaler Liebiwyl-Hof gerät das Leben aus den Fugen, nachdem der besonnene Bauer sich zur Spekulation mit Mündelgeldern hat überreden lassen. Geld, Geiz und Raffgier stehen im Zentrum dieser Geschichte, die der grosse Berner Epiker Jeremias Gotthelf 1843 zu schreiben begann. Franz Schnyder hat sie 1964 als letzte seiner Romanverfilmungen ins Kino gebracht, inszeniert mit vergleichsweise grossem Budget und als Einzige seiner Gotthelf-Adaptionen in Farbe. Das Schweizer Fernsehen hat den Kinoklassiker aufwendig restauriert und zeigt «Geld und Geist» erstmals in der originalen Breitbildfassung. Ausserdem wurde der Film mit einer eigens produzierten Hörspur für Sehbehinderte ergänzt.

Video          «Geld und Geist» im Videoportal ansehen

«Geld und Geist» im Videoportal ansehen

Nach der Ausstrahlung steht der Film 7 Tage lang im Videoportal zur Verfügung.

Video          Filmausschnitt «Geld und Geist»

Filmausschnitt «Geld und Geist»

Sehen Sie sich die ersten 15 Minuten des Films online an.

Video          Original Kinotrailer «Geld und Geist»

Original Kinotrailer «Geld und Geist»

An Originalschauplätzen und in Farbe verfilmte Franz Schnyder Jeremias Gotthelfs zeitlosen Roman über den unheilvollen Einfluss des Mammons auf die Menschen.

Video          Der letzte Drehtag von «Geld und Geist»

Der letzte Drehtag von «Geld und Geist»

Antenne vom 08.07.1964

«Geld und Geist» von Franz Schnyder ist im Kasten. Nun zieht das Produktionsteam in die Cutterräume um, damit der erste Gotthelf-Film in Farbe bald im Kino bestaunt werden kann.

Video          Brandszene im Film «Geld und Geist»

Brandszene im Film «Geld und Geist»

Schweizer Filmwochenschau

Für die Gotthelf-Verfilmung «Geld und Geist» scheut Regisseur Franz Schnyder keinen Aufwand. Um der Romanvorlage gerecht zu werden, musste sogar ein für den Film gekauftes Bauernhaus bis auf seine Grundmauern abgebrannt werden.

Inhalt

Auf dem Liebiwyl-Hof leben der Bauer Christen (Erwin Kohlund), seine Frau Änneli (Margrit Winter), die Söhne Resli (Peter Arens) und Christeli (Fritz Nydegger) sowie die Tochter Annelisi (Verena Hallau) einträchtig zusammen. Die Harmonie wird gestört, als sich Christen vom hinterlistigen Dorfschreiber (Bernhard Enz) zur Spekulation mit Mündelgeldern überreden lässt. In der Folge geht das ganze Geld verloren, und der geprellte Bauer muss der Gemeinde den Schaden aus der eigenen Tasche begleichen. Das erregt Ännelis Zorn, deren grosse Hilfsbereitschaft vom immer knauseriger werdenden Christen gebremst wird. Ein böses Wort gibt das andere, und bald stehen die Eheleute vor einem Scherbenhaufen. Auch die Kinder leiden unter der unfreundlichen Stimmung auf dem heimischen Hof. Erst ein Kirchgang zu Pfingsten und die entsprechende Predigt lassen eine Versöhnung möglich werden.

In der Pfingstnacht geht in der Nähe ein Hof in Flammen auf. Resli hilft beim Löschen und trifft dabei auf Anne-Mareili (Elisabeth Berger), die Tochter des Dorngrüt-Bauern (Max Haufler). Sie ist ihm schon am Nachmittag beim Tanz aufgefallen, und die beiden verlieben sich ineinander. Doch der Dorngrüt-Bauer hat nur Geld im Sinn und will seine Tochter an den reichen Kellerjoggi (Ruedi Walter) verschachern. Die Werbung von Resli duldet er nur, um den Preis für Anne-Mareili in die Höhe zu treiben. Das will die junge Frau nicht länger ertragen; sie fleht ihre resignierte Mutter (Margrit Rainer) um Hilfe an. Gleichzeitig kann sie aber nicht begreifen, dass Resli die skandalösen Forderungen ihres Vaters nicht erfüllen will und damit ihr gemeinsames Glück gefährdet.

Hintergrundinformationen

Jeremias Gotthelf (1797 bis 1854) hatte «Geld und Geist oder Die Versöhnung» in Fortsetzungen geschrieben. Der erste Teil reichte nur gerade bis zur Versöhnung der Eheleute auf Liebiwyl und endet mit dem Brand des Bauernhofes. Der restliche Teil des Romans erschien erst ein Jahr später und endete mit dem lakonischen Satz «Somit ist die Erzählung 'Geld und Geist' vollendet». 165 Jahre nach der ersten Veröffentlichung ist das Thema dieser Erzählung wieder brandaktuell. Gewinnsucht und Raffgier haben die moderne Welt in eine tiefe Krise gestürzt. Der gläubige Pfarrer und Dichter aus dem Emmental hätte sich wohl nicht allzu sehr darüber gewundert, denn die Schwächen seiner Mitmenschen und speziell ihre Anfälligkeit auf die Verführungen durch den schnöden Mammon waren ihm schmerzlich bewusst.

Regisseur Franz Schnyder hat sich an diesen ebenso eindrücklichen wie poetischen Roman erst sehr spät gewagt. Er kam als seine sechste und letzte Gotthelf-Verfilmung 1964 in die Kinos - in Farbe und Breitwand. Mit dem beachtlichen Budget von einer Million Schweizer Franken konnte Schnyder sein Werk aufwendig ausstatten und hochkarätig besetzen. Die Hauptrollen verkörpern Margrit Winter, Erwin Kohlund, Peter Arens, Ruedi Walter, Margrit Rainer, Max Haufler und Elisabeth Berger.

Zahlen und Fakten

Produktion: Neue Film AG, Zürich-Burgdorf
Produzent: Franz Schnyder
Erstaufführung: 8.10.1964 in den Bern (Kinos «Rex» und «Gotthard»
Drehzeit: Juli bis August 1964
Innenaufnahmen: «Chicorée-Halle» Alchenflüh bei Kirchberg (BE)
Aussenaufnahmen: Emmental: Wikartswil, Sumiswald, Würzbrunnen, Umgebung von Burgdorf

Quelle: «Geschichte des Schweizerfilms» (Hervé Dumont, Lausanne 1987)

Cast
Margrit Winter als Änneli
Erwin Kohlund als Christen
Peter Arens als Resli
Fritz Nydegger als Christeli
Verena Hallau als Annelisi
Elisabeth Berger als Anne-Mareili
Max Haufler als Dorngrütbauer
Margrit Rainer als Dorngrütbäuerin
Ruedi Walter als Kellerjoggi
Werner Balmer als Hans-Ueli
Fred Tanner als Gemeindepräsident
Bernhard Enz als Dorfschreiber
Mathias Wieman als Pfarrer
Willy Frey als Doktor
u.v.a.

Crew
Regie: Franz Schnyder
Drehbuch: Richard Schweizer und Franz Schnyder, nach dem gleichnamigen Roman von Jeremias Gotthelf
Kamera: Konstantin Tschet
Musik: Robert Blum
Schnitt: Anne-Marie Demmer

Zurück zur Filmografie