Interview mit Jeffrey Katzenberg über die Produktion von «Shrek»
«Unsere Animationsfilme sind kantiger.» - DreamWorks-Boss Jeffrey Katzenberg im Interview mit Michel Bodmer, Redaktionsleiter Film und Serien, über Computeranimation, Fehlschläge und Seitenhiebe gegen Disney.
Michel Bodmer: Erklären Sie bitte den Unterschied zwischen Ihrem heutigen Job bei DreamWorks und dem, was Sie bei Disney gemacht haben.
Jeffrey Katzenberg: Bei Disney hatte ich 11'000 Angestellte und ein 5-Milliarden-Dollar-Geschäft (lacht); heute habe ich einen viel kleineren Job, der aber viel mehr Spass macht, weil ich wieder das mache, was mir am liebsten ist: Ich mache Filme und im besonderen Animationsfilme. Damit verbringe ich gut 90 Prozent meiner Zeit. Es ist also ganz anders.
MB: Inwiefern ist «Shrek» ein Film, der nicht bei Disney hätte gemacht werden können?
JK: In so ziemlich jeder Hinsicht (lacht). Und das war unsere Absicht. Das gilt auch für alle anderen Animationsfilme, die wir bisher gemacht haben: Wir machten sie etwas kantiger, etwas erwachsener. Wir versuchen nichts zu machen, das die Kinder wirklich ausschliesst, aber wir machen die Filme doch auch für uns selbst und bemühen uns darum, dass sie gleichzeitig auf verschiedenen Ebenen funktionieren. Sie sind etwas komplexer und sehen auch so aus, sie sind detaillierter und vielschichtiger.
MB: In diesem Film gibt es eine ganze Menge Seitenhiebe gegen Disney, etwa die Idee mit dem Vergnügungspark.
JK: Der Film selbst ist ja ein «gebrochenes Märchen». Alles daran sollte die Gattung des Märchens auf den Kopf stellen und umkrempeln. Das tun wir mit Hilfe einer Fülle von kulturellen Ikonen, von denen manche gewiss auch zu Disney gehören. Ihr Journalisten habt ja die Aufgabe, das, was wir gemacht haben, zu beobachten und zu beurteilen. Ich meine aber, dass es da und dort zu Fehlinterpretationen gekommen ist. Ja, wir erlauben uns Spässe mit diesen Figuren und Ikonen; es ist aber nicht böse gemeint oder erniedrigend, sondern spielerisch. Unsere Absicht scheint sich somit von Eurer Wahrnehmung ein wenig zu unterscheiden, aber: that's showbiz.






