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«Einstein»-Specials

Gipfel-Geschichten: Wie die Berge zu ihren Namen kamen

Freitag, 15. Juni 2012, 11:20 Uhr, Aktualisiert 22.06.2012, 13:38 Uhr

Die umtriebige Schwyzerin Nathalie Henseler erforscht seit 10 Jahren die Namen der Schweizer Berge. Sie weiss, warum der Name der Dufourspitze vom Bundesrat bestimmt wurde, dass für den Napf das Älplergeschirr Pate stand und dass es nicht «der», sondern «die» grosse Mythen heisst. Die spannendsten Namen erklärt sie in der Videogalerie.

  • Video: Churfirsten
  • Video: La Dole (1'677 m ü. M.)
  • Video: Dom (4'545 m ü. M.)
  • Video: Dufourspitze (4'634 m ü. M.)
  • Video: Eiger (3'970 m ü. M.)
  • Video: Jungfrau (4'158 m ü. M.)
  • Video: Matterhorn (4'478 m ü. M.)
  • Video: Mischabel
  • Video: Monte Rosa
  • Video: Mönch (4'107 m ü. M.)
  • Video: Mythen (1'898 m ü. M.)
  • Video: Napf (1'708 m ü. M.)
  • Video: Pilatus (2'128,5 m ü. M.)
  • Video: Piz Bernina (4'049 m ü. M.)
  • Video: Rigi (1'798 m ü. M.)
  • Video: Säntis (2'502 m ü. M.)
  • Video: Sidelhorn (2'764 m ü. M.)
  • Video: Titlis (3'239 m ü. M.)

Warum Berge Namen haben

Bergen einen Namen zu geben, kam den Schweizern lange gar nicht in den Sinn. «Berge sind im Vergleich zu anderen Fluren erst spät benannt worden», erzählt Nathalie Henseler. Meist seien sie viel zu abgelegen gewesen, als dass die Alpbewohner sie bestiegen hätten. Noch dazu waren sie gefährlich: Unwetter drohten, Steinschläge und Lawinen forderten immer wieder Menschenleben. Und vor allem waren die hochgelegenen Felsmassive für die Landwirtschaft absolut uninteressant. Erst als die Bevölkerung wuchs und das Essen knapp wurde, trieb es die Menschen hinauf in die Höhe – auf die Alp.

Die meisten Gipfel bekamen von diesen frühen Bergbewohnern ihre Namen. Besonders wichtig wurden die Namen, um Handelswege über die Berge zu beschreiben, oder wenn es darum ging, Grundstücke abzugrenzen. Ein Glücksfall für die Namensforscherin: «Mit der Besiedelung der Berge gab es natürlich auch Grenzstreitigkeiten und da mussten Namen her».

Viele Namen erfanden die Kartographen

Diese frühen Besitzurkunden und Grenzbeschreitungsprotokolle sind die wertvollsten Quellen für Nathalie Henseler. Auch alte Karten und Geländeskizzen sind kostbare Dokumente. Viele wurden von Kartographen oder den ersten Bergsteigern verfasst, die in der Schweiz Ende des 19. Jahrhunderts den Alpinismus entdeckten. «Sie zeichneten die Berge und gaben ihnen dann einen Namen – dass es häufig schon einen gab, galt damals nicht viel».

Unterwegs mit Sprachforscherin Nathalie Henseler: Wie die Mythen zu ihrem Namen kam

Tagelang hat die Forscherin schon in Archiven zwischen Büchern und alten Papieren verbracht, manchmal nur, um den Beleg für ein einziges Wort zu finden. Dazu braucht es Leidenschaft. Wenn es in den Archiven nichts gibt, sucht sie die Gespräche mit den Menschen, die seit der Geburt in einer Region leben, den Dialekt sprechen und die alten Geschichten kennen. Viele Bauern und Älpler kennen die junge Frau mit dem Faible für die Bergnamen schon. Doch ihnen etwas zu entlocken ist nicht immer einfach, erzählt Henseler. «Viele der Einheimischen interessieren sich für ganz andere Dinge bei den Bergen – das Wetter oder die Pflanzen. Meine wissenschaftliche Begeisterung für die Namensherkunft irritiert sie manchmal etwas.»

Die Leidenschaft lässt nicht nach

Ist denn die Neugier, wie die Berge heissen, irgendwann einmal gestillt? Nathalie Henseler muss nicht lange nachdenken: «Nein, es gibt ja noch so viele Berge in der Schweiz, die ich noch nicht abgehandelt habe. Der Gantrisch zum Beispiel, oder der Fronalpstock». Und Berge gibt es ja nicht nur in der Schweiz.

Die geografische Lage der Gipfel

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(cd)