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Vogelkiller Glas

Toter Vogel nach Kollision mit Glasscheibe

Jeden Tag fliegen unzählige Vögel frontal gegen Fenster und andere Glasflächen. Sie verletzen sich schwer, häufig sterben sie. Weil genauere Zahlen fehlen und die Umstände, die zu derartigen Kollisionen führen, oft unklar sind, hat das Wissensmagazin «Einstein» zusammen mit dem Schweizer Vogelschutz SVS/BirdLife Schweiz und der Schweizerischen Vogelwarte Sempach die Studie «Vogelkiller Glas» gestartet.

Während 16 Wochen wurden 15 verschiedene Gebäude durch freiwillige Mitarbeiter Tag für Tag kontrolliert. Dazu kamen die Meldungen der Fernsehzuschauer: Gut 100 Fragenbogen, oft ergänzt durch Fotos, dokumentieren die unterschiedlichsten Unfall-Situationen.

Die Resultate der Erhebung zeigen, dass die Problematik noch komplexer ist, als die Fachleute angenommen haben: Selbst Scheiben und Fenster waren betroffen, die nicht offensichtlich als Todesfallen erkennbar waren. Die Stichproben von «Vogelkiller Glas» ergaben zudem, dass sämtliche Vogelarten zu Opfern werden können: vom kleinen Zaunkönig bis zum Eichelhäher. Das wichtigste Ergebnis: Die Zahl der jährlichen Scheibenopfer für die Schweiz dürfte um ein Vielfaches höher liegen als bis anhin vermutet. Die Fachleute gingen aufgrund einer amerikanischen Studie von ein bis zwei toten Vögeln pro Jahr und Gebäude aus – in der Schweiz wären das mehrere Hunderttausend Scheibenopfer jedes Jahr. «Vogelkille Glas» zeigt nun, dass im Durchschnitt auch fünf bis sechs Vögel je Haus realistisch sind. Nach dieser Schätzung sterben in der Schweiz Millionen von Vögeln an Fenstern und Scheiben.