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Schweizer Schrauben für das iPhone
Der Ostschweizer Konzern Zusammenschluss von zuvor rechtlich selbständigen Unternehmen, die sich zu einem Konzern zusammenschliessen. Damit geben sie ihre wirtschaftliche Selbständigkeit auf und unterstehen sie einer einheitlichen (Konzern-)Leitung. Beispielsweise gehören dem Mutterunternehmen Nestlé die ehemals eigenständigen Unternehmen Cailler, Perrier oder San Pellegrino. Konzern SFS Intec liefert die Schrauben, die das iPhone zusammenhalten – dank der Übernahme des asiatischen Schraubenherstellers Unisteel Anfang Monat. Aber auch andere Schweizer Firmen profitieren direkt oder indirekt als Zulieferer vom boomenden Smartphone-Markt.
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Praktisch unbemerkt von der Öffentlichkeit hat SFS Intec einen riesigen Übernahme-Deal realisiert: Für geschätzte 500 bis 750 Millionen Franken hat der Konzern Zusammenschluss von zuvor rechtlich selbständigen Unternehmen, die sich zu einem Konzern zusammenschliessen. Damit geben sie ihre wirtschaftliche Selbständigkeit auf und unterstehen sie einer einheitlichen (Konzern-)Leitung. Beispielsweise gehören dem Mutterunternehmen Nestlé die ehemals eigenständigen Unternehmen Cailler, Perrier oder San Pellegrino. Konzern aus dem St. Gallischen Heerbrugg die asiatische Unisteel mit Hauptsitz in Singapur und Produktionsstätten in Malaysia und China gekauft.
Es ist die grösste Akquisition in der Geschichte des Unternehmens, sie erhöht die Mitarbeiterzahl auf 7000. Bisher beschäftigte die SFS-Gruppe rund 4300 Personen, davon 1500 in der Ostschweiz.
Mit der Übernahme, die per 1. September erfolgte, wird SFS gleichzeitig zum Zulieferer von Apple. Denn Unisteel produziert Miniaturschrauben aus Metall und Kunststoff, die in unterschiedlichsten Smartphones eingesetzt werden, sagt: «Für das neue iPhone liefern wir 45 Schrauben sowie 26 Gewinde und Mütterchen, mit denen das Gerät montiert wird», sagt Jens Breu, Geschäftsleitungsmitglied von SFS Intec.
Verlagerung nach Asien verschlafen
SFS Intec selber produziert auch Miniatur-Schrauben. Die kleinsten haben einen Durchmesser von 0,5 Millimeter und gehören zu den dünnsten der Welt. Das Unternehmen belieferte bis vor wenigen Jahren ebenfalls mehrere Mobilfunk-Hersteller, vor allem Nokia: Die Finnen bezogen für ihre Handys bis zu 80 % der Schrauben und Gewinde aus der Ostschweiz. «Doch in den letzten Jahren wanderte praktisch die gesamte Mobilfunk-Industrie von Europa und Nordamerika nach Asien ab. Diese Verlagerung haben wir verschlafen», gibt Jens Breu zu. Grosse Umsatzeinbussen waren die Folge.
Mit dem Kauf des asiatischen Konkurrenten Unisteel holt SFS Intec dieses Versäumnis nach – und wird auf einen Schlag zum Milliardenkonzern mit einer starken Stellung in der Elektronik-Industrie. Und diese soll weiter ausgebaut werden.
In Shanghai wird derzeit neben dem bisherigen Produktionsbetrieb eine zweiter, doppelt so grosser erstellt. «Ab nächstem Frühling beschäftigen wir dort 600 bis 700 Mitarbeiter. Anfänglich liegt die Kapazität bei 10 Milliarden schrauben pro Jahr, diese kann aber noch um 40 bis 50 Prozent erhöht werden», so Jens Breu.
Weitere Schweizer Smartphone-Zulieferer
Lautsprecher-Gewebe aus Zürich
Vom boomenden Smartphone-Markt profitieren aber auch andere Schweizer Unternehmen, zum Beispiel das Zürcher Familien-Unternehmen Bopp. Es liefert für Apple feine Metall-Gewebe, die nun erstmals beim iPhone 5 zum Einsatz kommen, und zwar als Abdeckung der Lautsprecher am unteren Rand. Das Unternehmen will diese Recherche gegenüber «ECO» nicht bestätigen – aber auch nicht dementieren. Auf der von Apple veröffentlichten Zulieferer-Liste ist Bopp noch nicht aufgeführt, da Apple erst seit Kurzem beliefert wird.
Spezialpapier aus dem Baselbiet
Ziegler Papier aus Grellingen im Baselbiet ist eine der letzten Papierfabriken in der Schweiz. Diese überlebt vor allem dank Spezialpapieren. Eines davon dient als Trägerpapier für Carbon-Fasern und so als Werkstoff, um Verschalungen herzustellen – etwa für Smartphones.
Ziegler Papier ist damit ein Zulieferer eines Apple-Zulieferers. «Das macht uns extrem stolz. Als wir das im Frühling, als das iPad 3 lanciert wurde, unseren Mitarbeitern gesagt haben, ging ein Ruck durch die Mannschaft», sagt Philipp Kuttler-Frey, Inhaber und Geschäftsführer von Ziegler Papier. «Das waren grosse Tonnagen – 6 bis 8 Container, die in einem Monat produziert werden mussten und nach China transportiert worden sind.»
Hightech-Chips aus Thalwil
Auch U-Blox aus dem zürcherischen Thalwil macht Geschäfte im wachsenden Smartphone-Markt. Das Unternehmen entwickelt GPS-Chips (Satelliten-Ortung), die für alle möglichen Anwendungen eingesetzt werden, allen voran für die Navigation. U-Blox beliefert allerdings nicht Apple, sondern einen kleineren, chinesischen Smartphone-Produzenten.
Der iPhone-Hersteller wäre für U-Blox zwar ein Traumkunde, aber derzeit noch eine zu grosse Nummer, sagt CEO Thomas Seiler: «Die ganz grossen Hersteller von Mobiltelefonen verlangen viel von ihren Zulieferern, wollen etwa technische Unterstützung in sehr grossem Umfang. Wir sind noch zu klein, um das erfüllen zu können.»
Mehr zu diesem Thema zeigte das Wirtschaftsmagazin «ECO» am 24.09.2012 (zum Beitrag).


