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Millionengeschäft Asylwesen
Suchen Menschen in der Schweiz Asyl, hat das auch eine geschäftliche Seite. Denn die Betreuung der Asylbewerber und Flüchtlinge bedeutet für private, gewinnorientierte Firmen, Hilfswerke und halbstaatliche Organisationen Umsätze in Millionenhöhe: Insgesamt dürften es 120 Millionen Franken sein.
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Das Asylwesen ist Sache des Bundes. Der Vollzug liegt aber weitgehend in den Händen der Kantone und Gemeinden. Rund 670 Millionen Franken gab der Bund letztes Jahr dafür aus. Kantone und Gemeinden entscheiden, ob sie die Betreuung der Asylbewerber selber übernehmen oder Dritte damit beauftragen.
Nach Recherchen von «ECO» fliessen schätzungsweise 120 Millionen Franken allein in die Betreuung Asylsuchender und Flüchtlinge (Bund, Kantone, Gemeinden). Die Betreuung umfasst unter anderem die Unterbringung, Deutsch-Kurse oder Dolmetscher-Dienste.
Sieben grosse Anbieter operieren im Markt, darunter gemeinnützige Organisationen wie Caritas oder die Heilsarmee. Die Erträge aus dem Betreuungsbereich machen 13 bis 16 Prozent ihres Gesamtumsatzes aus. Von der Betreuung Asylsuchender hängen Hunderte Arbeitsplätze ab.
11 Millionen Franken neu ausgeschrieben
Ende 2011 waren rund 40‘000 Asylsuchende und Flüchtlinge in der Schweiz registriert. Jeder Kanton ist – abhängig von seiner Einwohnerzahl – dazu verpflichtet, eine bestimmte Anzahl Personen unterschiedlicher Herkunft aufzunehmen. Der Kanton Zürich etwa beherbergt 17 Prozent aller Asylsuchenden und Flüchtlinge, Genf knapp 6 Prozent und Uri 0,5 Prozent.
Bevor diese auf Kantone und Gemeinden verteilt werden, führt ihr Weg in der Regel aber zuerst über eines der 5 so genannten «Empfangs- und Verfahrenszentren» des Bundes in Basel, Altstätten (SG), Kreuzlingen, Vallorbe und Chiasso.
Diesen Herbst wird das Bundesamt für Migration – nicht zuletzt auf politischen Druck hin – die Betreuung seiner Zentren erstmals öffentlich ausschreiben. Es geht dabei um die Vergabe von rund 11 Millionen Franken, wie das Bundesamt gegenüber «ECO» bestätigt. Das Monopol Marktsituation, in der es nur einen Anbieter eines Gutes gibt. Wegen fehlender Konkurrenz kann der Monopolist den Preis weitgehend diktieren. Beispielsweise hatte die PTT heute Swisscom lange ein schweizweites Monopol. Monopol auf diesen Auftrag hatte bislang die private und gewinnorientierte Firma ORS Service AG, der Branchenführer.
Öffentliche Gelder Asyl- und Flüchtlingshilfe
| Marktteilnehmer |
Umsatzleistung (in CHF) |
| Private Non-Profit Unternehmen |
|
| Heilsarmee Schweiz |
21 Mio. |
| Caritas Schweiz |
12 Mio |
| Schweizerisches Rotes Kreuz |
6 Mio.* |
| Private Profit-Unternehmen (Gesamtumsatz) |
|
| ORS Service AG |
55 Mio. |
| ABS Betreuungsservice AG |
20 Mio. |
| Öffentlich-rechtliche Non-Profit-Unternehmen |
|
|
Asylorganisation Zürich (AOZ) |
63 Mio. |
|
Etablissement vaudois d'accueil des migrants (EVAM) |
93 Mio. |
*ohne Kanton Tessin (keine Auskunft auf Anfrage von «ECO»)
Das Wirtschaftsmagazin «ECO» berichtete am 03.09.2012 über das Geschäft Asylwesen:


