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Migros expandiert nach Indien
Um in Indien die Waren direkt beschaffen zu können, eröffnet die Migros ein Büro in Neu Delhi. Mit der Beschaffung im Ausland bewegt sich der Konzern Zusammenschluss von zuvor rechtlich selbständigen Unternehmen, die sich zu einem Konzern zusammenschliessen. Damit geben sie ihre wirtschaftliche Selbständigkeit auf und unterstehen sie einer einheitlichen (Konzern-)Leitung. Beispielsweise gehören dem Mutterunternehmen Nestlé die ehemals eigenständigen Unternehmen Cailler, Perrier oder San Pellegrino. Konzern auf heiklem Terrain: Derzeit erfüllt die Mehrheit ihrer Lieferanten den Verhaltenskodex nicht.
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Gewisse Artikel aus Indien hat die Migros bisher über Zwischenhändler oder Agenten beschafft. Das will der grösste Detailhändler der Schweiz ändern und baut darum ein eigenes Beschaffungsbüro in Indien auf. Dieses soll künftig Waren direkt bei den Produzenten vor Ort einkaufen. So will die Migros den Zwischenhandel ausschalten und die Marge Unterschied zwischen Kaufs- und Verkaufskurs im Wertpapierhandel. Marge n verbessern.
Anfänglich 6 bis 8 Angestellte sollen beim Start – voraussichtlich im März 2013 – in Neu Delhi für die Migros arbeiten, wie das Unternehmen gegenüber «ECO» erklärt. Danach werde das Büro kontinuierlich ausgebaut, denn neben dem Einkauf müsse dieses auch die Qualität der Waren und die Arbeitsbedingungen bei Produzenten kontrollieren.
50 Angestellte in Hong Kong
Ausserhalb der Schweiz führt die Migros seit 1995 in Hong Kong ein eigenes Beschaffungsbüro. Dort arbeiten 50 Personen. Dazu kommen noch je 10 Mitarbeiter in den Ablegern in Shanghai und Shenzhen, die von Hong Kong aus geführt werden.
Auch die Angestellten in China haben den Auftrag, möglichst viele Produkte direkt bei den Fabriken einzukaufen. Das lohne sich, auch wenn die Migros im internationalen Vergleich zu den kleineren Detailhändlern gehöre und darum auch eher kleinere Mengen benötige, erklärt Marc Elwert, Chef von Migros Hong Kong.
2011 hat das Büro in Hong Kong für den Migros- Konzern Zusammenschluss von zuvor rechtlich selbständigen Unternehmen, die sich zu einem Konzern zusammenschliessen. Damit geben sie ihre wirtschaftliche Selbständigkeit auf und unterstehen sie einer einheitlichen (Konzern-)Leitung. Beispielsweise gehören dem Mutterunternehmen Nestlé die ehemals eigenständigen Unternehmen Cailler, Perrier oder San Pellegrino. Konzern Waren im Wert von 170 Millionen Franken beschafft, darunter so unterschiedliche Produkte wie Elektronik-Artikel, Haushaltswaren, Spielsachen, Sportgeräte, Möbel oder Lebensmittel in Dosen.
China teilweise zu teuer
Das neue Büro in Indien steht auch in Konkurrenz zu Hong Kong. Das mache durchaus Sinn, sagt Marc Elwert: «Zum einen sind auf dem chinesischen Markt gewisse Produkte zu teuer geworden und deren Produktion wandert teilweise nach Indien ab, beispielsweise Heimtextilien. Zum anderen gibt es viele Produkte, welche die Migros schon heute in Indien bezieht und welche künftig direkt vor Ort beschafft werden sollen.»
Mehrheit der Migros-Lieferanten verstösst gegen Verhaltenskodex
Ein wichtiger Punkt bei der Beschaffung im Ausland – abgesehen von der Qualität der Waren – sind die Produktionsbedingungen. «Keine Kinderarbeit, keine Zwangsarbeit, fairer Lohn, menschenwürdige Arbeitszeiten, gesunde und sichere Arbeitsplätze» – dies und vieles mehr verlangt die Migros von ihren Lieferanten in einem Verhaltenskodex (BSCI - Business Social
Compliance
Als Compliance wird die Selbstverpflichtung eines Unternehmens bzw. dessen Führungskräfte bezeichnet, sich an die vom Gesetzgeber, den Anteilseignern oder dem Aufsichtsgremium aufgestellten Regeln zu halten, die vielfach ethische Aspekte der Unternehmensphilosophie enthalten. Ziel ist die Vermeidung sowohl eines negativen Images als auch der Ausschluss von Haftungsfällen bzw. Schadensersatzklagen.
Compliance
Initiative).
Allerdings: Von 514 Migros-Lieferanten, die dem Verhaltenskodex unterstehen, erfüllten Ende 2011 ganze 48 Prozent diese Anforderungen «grösstenteils nicht», heisst es im Migros-Geschäftsbericht 2011. Weitere 24 Prozent müssen «kleinere Mängel» verbessern. Nur 28 % haben den Status «gut» erreicht.
«Diese Zahlen liegen im Branchenschnitt. Häufigste Ursache für die Nicht-Erfüllung sind Arbeitszeit-Überschreitungen und fehlende Management-Systeme», relativiert die Migros im Geschäftsbericht. Zudem würden unabhängige Firmen Inspektionen durchführen. «Lieferanten, die einen solchen Test nicht bestehen, werden nicht sofort ausgeschlossen, sondern können innerhalb einer Frist die festgestellten Mängel beheben», heisst es weiter.
Angaben darüber, wie lange diese Frist genau dauert, macht die Migros aber keine. Ebenso wenig darüber, wie viele Firmen nach Ablauf dieser Frist den Verhaltenskodex immer noch nicht erfüllen und darum keine Waren mehr liefern dürfen.
Den BSCI-Verhaltenskodex hat die Migros 2003 mitbegründet, er ist heute laut Geschäftsbericht der verbreitetste Sozialstandard der Welt.
Migros «Made in China» – Die Reportage aus China bei «ECO».
2,5 Millionen Pfannen pro Jahr
In der Schweiz werden pro Jahr rund 2,5 Millionen neue Pfannen verkauft. Dabei unterteilt sich der Markt in gut 500'000 Stielkasserollen und Kochtöpfe, die zur Kategorie des Edelstahl-Kochgeschirrs gehören, sowie in gut 2 Millionen Bratpfannen und Bräter, die zum Antihaft-Kochgeschirr zählen.
Die Migros ist bei den Pfannen gemäss eigenen Angaben Marktführerin mit einem
Marktanteil
Der prozentuale Anteil eines Unternehmens an einem Markt.
Beispielsweise hat Unternehmen X 25% Marktanteil im Handymarkt, da jedes vierte Handy ein Produkt von Unternehmen X ist.
Marktanteil
von gegen 50 Prozent.
Das Edelstahl-Kochgeschirr bezieht die Migros mehrheitlich aus Fernost. Allein in einer Fabrik in der Nähe von Shanghai (s. Bericht) kauft die Migros pro Jahr rund 120'000 Stielkasserollen und Kochtöpfe ein. Das Antihaft-Kochgeschirr hingegen bezieht die Migros mehrheitlich von Produzenten in Europa, vorwiegend aus Italien.


