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Thomas Jordan: «Der Mindestkurs ist nicht für die Ewigkeit»
Der Präsident der Schweizerischen Nationalbank (SNB) steht weiterhin zum Euro-Franken-Mindestkurs. Mögliche Verluste seien für ihn «geldpolitisch nicht relevant», sagt Thomas Jordan im Interview mit «ECO». Im Moment stelle sich die Frage einer Aufhebung nicht – auch wenn er einräumt, dass der Mindestkurs eine «Extremmassnahme» sei.
«Absolut notwendig» sei die Einführung der Kursuntergrenze zum Euro gewesen, begründet der Präsident der Schweizerischen Nationalbank (SNB) die Entscheidung vor rund einem Jahr. Laut Thomas Jordan habe der Mindestkurs eine positive Wirkung auf die Stabilisierung der Schweizer Wirtschaft gehabt.
Die 1,20 sei «mit allen Mitteln zu verteidigen», hatte Thomas Jordans Vorgänger Philipp Hildebrand vor der Öffentlichkeit gesagt. Thomas Jordan führt diese Politik mit Überzeugung fort. Für ihn stellt sich die Frage nach einer Beendigung der Kopplung des Schweizer Frankens an den Euro momentan nicht. Er sagt aber auch: «Der Mindestkurs ist nicht für die Ewigkeit.» Es handle sich um eine «Extremmassnahme für eine Extremsituation».
230 Milliarden Euro im SNB-Bestand
Ende Juni 2012 hat die Schweizerische Nationalbank einen Euro-Bestand von 182 Mrd. Euro ausgewiesen. Auch während des Sommers intervenierte die SNB massiv, um den Kurs Der Kurs eines Wertpapiers steht für dessen Kaufpreis beziehungsweise den Verkaufspreis. Dieser Preis bildet sich durch Angebot und Nachfrage an der Börse. Der Kurs ist der meist amtlich festgesetzte Marktpreis für die an einer Börse gehandelten Wertpapiere. Kurs zu halten. Nach Berechnungen von «ECO» hat sie im Juli 34 Mrd. und im August bis heute etwa 13 Mrd. Euro gekauft. Damit hat die Nationalbank inzwischen Euro im Wert von rund 230 Mrd. Franken aufgehäuft.
Angesichts der Masse werden besorgte Stimmen laut. Verliert der Euro weiter an Wert, wird die SNB hohe Verluste einfahren. Thomas Jordan nimmt hier eine eindeutige Position ein: «Die Frage der Verluste ist eine wichtige Frage, aber geldpolitisch nicht relevant».
Der Auftrag der SNB sei es, monetäre Bedingungen zu schaffen, die richtig seien für die Schweizer Volkswirtschaft, sowie die Preisstabilität aufrechtzuerhalten.
Das ausführliche Interview mit SNB-Präsident Thomas Jordan zeigte «ECO» am 27.08.2012 .
(siem / Interview: lipr)


