Mehrwert zur Sendung
Zur Sondersendung «Arbeit» vom 02.01.2012
Zwei Firmen, zwei Büro-Konzepte
Die Informatiker der Credit Suisse sitzen in Grossraumbüros, jene der IT-Firma Open Systems in kleinen Boxen. Beide Firmen sind überzeugt: Ihr Konzept steigert die Produktivität.
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Credit Suisse: Die Chefs hatten am meisten Mühe
Die Credit Suisse hat in Zürich Oerlikon für ihre Informatiker eine völlig neue Bürowelt geschaffen. Einen persönlichen Arbeitsplatz hat niemand mehr. Das hat anfangs nicht allen gepasst.
Man wähnt sich so gar nicht in einer Bank im modernen Hochhaus in Zürich Oerlikon. Arbeitstische stehen mitten in Grünpflanzen, moderne Lounges trennen die Grossraumbüros, in der Ruhezone ermöglichen Stühle mit Scheuklappen grösstmögliche Konzentration. Gemäss der Credit Suisse sorgt die neue Arbeitswelt für mehr Produktivität. «Das sagen uns die Mitarbeiter, das zeigen aber auch unsere Messungen», sagt Rolf Krummenacher, Head Real Estate, im Interview mit «ECO».
«Smart Working» nennt sich das neue Konzept. 160 moderne Arbeitsplätze stehen in den neuen Büros zur Verfügung, 225 Mitarbeiter nutzen sie. Niemand hat mehr einen eigenen Tisch, jeder sitzt dort, wo es gerade Platz hat oder wo die Atmosphäre am ehesten der Arbeit entspricht, die gerade ansteht. Der einzelne Arbeitsplatz ist zwar teurer als in herkömmlichen Büros. Weil aber die Auslastung gestiegen ist, geht die Rechnung unter dem Strich laut Krummenacher auf.
Weitere moderne Arbeitsplätze in Zürich, London und Singapur geplant
Die Chefs hatten am meisten Mühe mit der Umstellung. «Sie mussten ihr Einzelbüro aufgeben, und ihre Mitarbeiter sind nicht mehr alle am selben Ort, sondern verteilt», sagt Krummenacher. Das erfordere, dass man «mit mehr Vertrauen führt».
Die Büros in Zürich Oerlikon sind erst der Anfang. Im Üetlihof in Zürich werden bald 2500 Credit-Suisse-Mitarbeiter in den Genuss des neuen Konzepts kommen, ähnliche Büros plant die Bank zudem in London und Singapur.
Open Systems: Strikte Trennung zwischen Arbeit und zufälligen Gesprächen
Die IT-Firma Open Systems lässt ihre Mitarbeiter in Boxen arbeiten. Die Devise: Wer arbeitet, soll hoch konzentriert sein – wer eine Pause braucht, soll sie bewusst machen.
Man wähnt sich einen Moment lang in der Zukunft: In einer riesigen Lagerhalle in der Zürcher Binz stehen kleine Glasboxen fein säuberlich nebeneinander aufgestellt. Im grossen Mission-Control-Raum überwachen die Mitarbeiter auf riesigen Screens die Datennetze von Kunden auf der ganzen Welt.
Die Büros von Open System sind quasi der Gegenentwurf zu den Grossraumbüros der Credit Suisse in Oerlikon. «Wir haben fast nur hochqualifizierte Mitarbeiter, und die Problemstellungen sind sehr komplex», sagt CEO Martin Bosshardt. Da brauche es die Möglichkeit, in Ruhe und ganz fokussiert an einem Problem zu arbeiten.
20‘000 Franken kostet eine einzelne Box
Eine Kaffee-Maschine findet der Besucher in unmittelbarer Nähe zu den Boxen nirgends. Sie steht in einem gesonderten Pausenbereich. Die Idee: Zufälligen Austausch verhindern. «Wenn jemand Pause machen will, soll er sie bewusst machen und richtig weggehen vom Arbeitsplatz», sagt Bosshardt. Arbeiten am Kaffeetisch möge sich für gewisse Aufgaben eignen, «bei uns aber nicht».
20‘000 Franken kostet eine einzelne Box und somit ein einzelner Arbeitsplatz. Laut Bosshardt geht die Rechnung auf: «Wir investieren fokussiert um den Mitarbeiter herum und verlieren kein Geld in die Gestaltung des Gebäudes», sagt er. Das Feedback der Mitarbeiter sei sehr positiv. «Die Mitarbeiter können ihre Büros selbst gestalten und einrichten, das schätzen sie sehr».
Ein Blick in die Büros von Credit Suisse und Open Systems erhalten die Zuschauer in der «ECO Spezial»-Sendung vom 02.01.2012.
(koha/siem)
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A. Dogru
Verfasst am: 6.1.2012 7:58
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Wieso nicht 8 stunden pro tag, dass kann CS viel... mehr
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