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Zum Beitrag «Die Milliarden-Röhre» (10.10.2011)
Nord Stream: Das Unternehmen, die Pipelines, die Kritik
Die
Aktiengesellschaft
Eine Aktiengesellschaft (AG) ist eine im Handelsregister eingetragene Firma, deren Zweck meist wirtschaftlicher Natur ist. Ihr Kapital (Aktienkapital) bezieht eine AG durch die Ausgabe von Aktien.
Die AG ist eine Gesellschaft mit einer eigenen Rechtspersönlichkeit (juristische Person). Damit haftet die AG für eventuelle Verbindlichkeiten mit ihrem Gesellschaftsvermögen und nicht der Eigentümer (Aktionär) mit seinem Privatvermögen.
Aktiengesellschaft
mit Sitz in Zug ist ein Konsortium von fünf Energie-Unternehmen. Welche Unternehmen das sind, mehr über den Bau der zwei Gas-Pipelines und welche Aspekte des Projekts auf Kritik stossen, erfahren Sie hier.
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Die Nord Stream AG hat ihren Firmensitz in Zug und ist eine zweckgebundene Vereinigung von fünf Energie-Unternehmen mit folgenden Anteilen:
| Gazprom |
51 Prozent |
| BASF / Wintershall Holding Eine Holding-Gesellschaft besteht üblicherweise aus mehreren Unternehmen auf verschiedenen Ebenen. Die Dachgesellschaft (Mutter) hält dabei einen Mehrheitsanteil an den Tochtergesellschaften, die im Gegenzug Teile der Muttergesellschaft besitzen. Die Holding-Gesellschaft ist in der Regel eine reine Finanzierungs- und Verwaltungsgesellschaft. Die Tochtergesellschaften sind rechtlich selbständig, werden aber wirtschaftlich von der Mutter kontrolliert. Holding |
15,5 Prozent |
| E.on |
15,5 Prozent |
| Nederlandse Gasunie |
9 Prozent |
| GDF Suez |
9 Prozent |
Nord Stream wurde 2005 für den Bau und Betrieb der Ostsee-Pipeline gegründet.
Die Pipelines
Die zwei Pipeline-Stränge sind jeweils 1224 Kilometer lang. Sie verlaufen durch die Ostsee von Wyborg, Russland, nach Lubmin in der Nähe von Greifswald, Deutschland.
Laut Nord Stream können die beiden Pipelines über einen Zeitraum von mindestens 50 Jahren Unternehmen und Privathaushalte in Europa mit jährlich 55 Milliarden Kubikmetern Gas versorgen.
Der Bau
Die erste Pipeline wurde von April 2010 bis Juni 2011 gebaut. Die Bauarbeiten für den zweiten Leitungsstrang haben im Mai 2011 begonnen. Dieser soll Ende nächsten Jahres in Betrieb gehen.
Russland und Deutschland haben jeweils eine weitere Pipeline von 917 bzw. 850 Kilometern Länge auf dem Festland gebaut, um die Röhren mit dem bestehenden Gasnetz zu verbinden.
Die Stahlrohre für die erste Pipeline stammen zu 75 Prozent vom deutschen Unternehmen Europipe, zu 25 Prozent von OMK aus Russland – wobei der Stahl, aus dem OMK die Rohre baut, ebenfalls aus Deutschland geliefert wurde. Für den zweiten Strang werden zudem 10 Prozent der Rohre von Sumitomo aus Japan geliefert.
Die Kosten
Die Investitionskosten für das Pipeline-Projekt belaufen sich auf 7,4 Milliarden Euro. Etwa 30 Prozent der Projektkosten werden durch Eigenkapital Vermögen eines Unternehmens abzüglich der Schulden (Fremdkapital). In der Bilanz erscheinen unter Eigenkapital sämtliche Mittel, welche die Inhaber der Unternehmung zur Verfügung stellen. Es wird dabei zwischen Beteiligungsfinanzierung (von aussen) und Selbstfinanzierung (von der Unternehmung erwirtschaftet) unterschieden. Eigenkapital -Beteiligungen der Anteilseigener, proportional zu deren Anteilen im Konsortium, finanziert. Die verbleibenden 70 Prozent werden durch Kredite von Banken und Export-Kreditagenturen gedeckt.
Die Diskussion
Die Ostsee-Pipeline steht seit ihrer Idee in der Kritik – aus zahlreichen Gründen:
- Viele Osteuropäer werten die neue «deutsch-russische Achse» als bedrohliches Symbol. Die Transitländer Weissrussland, Ukraine, Polen und die baltischen Staaten werden übergangen.
- Die Rolle Gerhard Schröders, der als deutscher Kanzler die Pipeline förderte und nun als Chefaufseher von Nord Stream arbeitet, ist umstritten.
- Mehrere Staaten, vor allem Schweden und Finnland, durch deren Gewässer ein Grossteil der Röhre führt, melden Bedenken wegen des Umweltschutzes an. Am 10. Oktober 2010 hat Nord Stream einen Bericht vorgelegt, nach dem die Auswirkungen des Pipeline-Baus auf die Umwelt nicht signifikant sein sollen.
- Auch die Tatsache, dass das Konglomerat seinen Sitz im steuergünstigen Schweizer Zug hat, sorgt für kritische Stimmen.
Vor allem die Umweltschutz-Bedenken sorgten dafür, dass der Baubeginn immer wieder verschoben werden musste.
Stern, Zeit, Süddeutsche Zeitung
(Nord Stream / siem)










