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Archiv Sendung vom 13.09.2010

Immer mehr junge Jenische sind in der Schweiz wieder als Fahrende mit ihren Wohnwagen unterwegs.

DOK am Montag, 13.09.2010, 22:50 Uhr auf SF 1

jung und jenisch

Ein Jahr mit Schweizer Zigeunern auf Achse

Die Jenischen haben einen Schweizerpass und leisten Militärdienst . Im 19. und 20. Jahrhundert wurden die Fahrenden in der Schweiz gezwungen, sesshaft zu werden. Lange war deshalb nur noch ein kleiner Teil von ihnen mit dem Wohnwagen auf Achse. Doch heute wollen immer mehr junge Jenische die alten Traditionen wieder aufleben lassen. Sie leben ohne festen Wohnsitz und sind überall in der Schweiz unterwegs. Karoline Arn und Martina Rieder haben einige von ihnen begleitet.

Die jenische Schweizerin Miranda Gottier (21) beim Kochen vor ihrem Wohnwagen.

Traditionelle Rollenverteilung

Wiederholungen:
14. September 2010 um ca. 04.40 Uhr auf SF1
20. September 2010 um ca. 11.00 Uhr auf SF1

Dieser Film geht der Frage nach, wie junge Jenische ihre Kultur in der heutigen Zeit leben und wie sie sich ihre Zukunft vorstellen. Begleitet werden zwei Pärchen: Miranda (21) und Pascal Gottier (25), die bereits verheiratet sind und Jeremy Huber (19) und Franzsika Kunfermann (17). Beide Paare reisen bereits in ihren eigenen Wohnwagen durch die Schweiz und machen immer gerade dort Halt, wo sie der Weg hinführt. Ihr Geld verdienen die Männer mit Maler- und Schreiner-Arbeiten, und sie sind stolz, dass ihre Frauen nicht arbeiten gehen müssen – sie kümmern sich um den Haushalt und den Wohnwagen.

Franziska Kunfermann (17) und Jeremy Huber (19) geniessen das gemeinsame Leben als Fahrende.

Gegen Vorurteile und Sesshaftigkeit

Unter sich sprechen die Jenischen ihre eigene Sprache und haben ihre eigene Religion. Sie spielen aber auch Schweizerörgeli, jodeln und braten abends gerne Cervelats. Heute noch werden die Jenischen auf den Durchgangsplätzen angefeindet – sie müssen sich gegen die Vorurteile der Schweizer genauso wehren wie gegen ausländische Fahrende, meist Roma, die ihnen die Plätze auf den Durchgangsplätzen streitig machen.
Und doch würde keiner der jungen portraitierten Jenischen mit den Sesshaften tauschen wollen. Sie geniessen das Leben im Wohnwagen, wollen immer unterwegs sein – und sie sind stolz, Jenische zu sein.

Info

Aus rechtlichen Gründen kann das Online-Video zu diesem Film, nur für 7 Tage nach der Erstausstrahlung zur Verfügung gestellt werden.