Archiv Sendung vom 02.12.2011
Panamericana: Von Klimaschützern, Künstlern, Kontrolleuren und bekehrten Kriminellen (4/7)
Von Alaska nach Feuerland mit Reto Brennwald
Reto Brennwald nimmt das Fernsehpublikum mit auf die legendäre Traumstrasse des amerikanischen Kontinents. Die vierte Etappe führ von Taos, New Mexico über Mexiko nach El Salvador.
Bärbeissig und beharrlich verfolgt der rebellische Architekt und Abfallprophet Mike Reynolds seine Vision vom einfachen Leben in Erdschiffen. Moderne, konventionelle Architektur hält Mike für wertlos, weil sie nicht auf die Bedürfnisse der Menschen und des Planeten eingehe. Die experimentellen Oeko-Behausungen sind aus Abfall gebaute und mit Erdwärme und Solarenergie versorgte bewohnbare Treibhäuser, die auch einen Teil der Ernährung der Bewohner liefern. Reto Brennwald erkundet die Earthships auf einem Testgelände für nachhaltiges Bauen am Rand von Taos und findet Recycling-Chic mit Wänden aus Autoreifen, Glasflaschen und Aludosen.
Die nordmexikanische Stadt Monterrey ist bekanntgeworden durch erschreckende Gewaltakte der Drogenkartelle. Dabei ist Monterrey auch eine Hochburg der Kultur. Reto Brennwald begleitet den systematischen und sympathischen Künstler Jorge Elizondo bei seinem kreativen Schaffen. Dieser Meister des Marmors hat sich dank seiner sinnlichen Skulpturen zu einem der bedeutendsten Bildhauer Mexikos entwickelt und das Stadtbild von Monterrey mitgeprägt. Die Werke des bescheidenen ehemaligen Chemie-Ingenieurs sind eine Symbiose aus ästhetischer Ingenieurskunst und poetischem Potenzial.
Auf der Fahrt durch geheimnisvolle unterirdische Strassen gelangt das TV-Team nach Guanajuato, der schönsten Kolonialstadt im Land. Einladende Plazas und prunkvolle Paläste prägen das Bild farbenprächtigen Stadt, die auf fast 2100 Meter Höhe liegt. Die barocken und neoklassischen Gebäude und Kirchen aus der Blütezeit der Silberminen im 18. Jahrhundert sind wahre Meisterwerke und gehören zum Weltkulturerbe der UNESCO.
Zehntausende illegaler Migranten aus ganz Zentralamerika reisen unter Lebensgefahr auf den Dächern von Güterzügen nach Norden Richtung USA. Mexico hat erkannt, dass die Migration nicht verhindert werden kann und dass auch illegale Migranten ein Recht auf Schutz und humanitäre Betreuung haben. Die Mitglieder der Grupo Beta, einer offiziellen Abteilung des Innenministeriums, sind eine Mischung zwischen Kontrolleuren, Sozialarbeitern und Rettungssanitätern. Ihr eigentlicher Auftrag besteht nicht darin, Migranten aufzugreifen, sondern erste Hilfe zu leisten und sie zu beraten. Das Panamericana-Team geht auf Patrouille mit Grupo Beta in Acayucan.
In San Salvador zeigt das vom Bürgerkrieg geprägte El Salvador sein furchterregendes Gesicht: die berüchtigten Mara Salvatrucha-Banden erpressen, vergewaltigen und morden. Wer einmal Mitglied ist, kann nicht mehr austreten. Aber er kann der Gewalt abschwören. Edgard Ramirez, auf den 9 mal geschossen wurde, arbeitet jetzt für die Organisation Homies Unidos, die Aussteigern hilft. Edgard erzählt Reto Brennwald, warum er schon früh auf die schiefe Bahn geriet, wie er den Ausstieg schaffte, und wo sich Homies Unidos engagiert.








