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Archiv Sendung vom 17.01.2011

Die Spionin Laura D'Oriano im Verhör

DOK am Montag, 17.01.2011, 22:50 Uhr auf SF1

Laura D'Oriano

Die geheimnisvolle Schweizer Spionin

Ein Film von Armin Biehler

Am frühen Morgen des 16. Januar 1943 erschiesst ein Sonderkommando in Rom eine junge Frau: Laura D'Oriano, verurteilt wegen Spionage für den französischen Widerstand. Laura war Schweizerin und ist die einzige Frau, die das faschistische Italien während des Zweiten Weltkrieges hinrichtete. Trotzdem kennt ihre Geschichte niemand, denn die Schweiz hatte damals kein grosses Interesse, sich für Laura d'Oriano einzusetzen. Zurück blieben nach ihrer Ermordung in Bottighofen am Bodensee zwei Töchter und der Ehemann.

Wiederholungen

18. Januar 2011 um ca. 04:50 Uhr auf SF1
24. Januar 2011 um ca. 11:10 Uhr auf SF1

Anna Keller und ihre Söhne gehen auf Spruensuche.

Laura D'Orianos Geschichte ist bis heute völlig unbekannt. Auch in der Familie wird nie über das Schicksal der Ehefrau, Mutter und Grossmutter geredet. Bis nun Anna Keller, die heute 76-jährige Tochter von Laura D'Oriano, den Spuren ihrer Mutter nachgeht. Zusammen mit zwei Söhnen reist sie von Vitznau über Genf, Grenoble, Turin bis ans Grab ihrer Mutter in Rom. Diese Lebensreise hält Überraschungen bereit, manches ist schmerzlich, anderes beruhigt: «Ich denke, meine Mutter wollte etwas Grosses leisten».

Anna Keller auf den Spuren ihrer Mutter

Die Akten zum Fall Laura D'Oriano zeichnen ein sehr konkretes Bild der Schweizer Spionin. In Rom wird ihre Spionagetätigkeit gegen die italienische Kriegsmarine detailreich beschrieben. In Paris kann ihre Verbindung zur französischen Résistance rekonstruiert werden. Im Staatsarchiv in Bern zeigt sich, dass die damalige Schweizer Politik sich für »Laura D'Oriano als Frau, die dem Film und Theater verfallen» sei, nicht wirklich engagierte.

Hinrichtungsplatz Forte Bravetta: Die Familie trauert um Laura D'Oriano

Die Dokumentation ist eine historische Spurensuche und gibt einen Einblick, wie die 30-jährige Laura D'Oriano ins Räderwerk der grossen Geschichte gerät. Gleichzeitig zeigt der Film eindrücklich, wie tief der Schmerz über den Verlust der Mutter auch heute - 68 Jahre nach der Hinrichtung - in der Familie noch sitzt.

Info

Aus rechtlichen Gründen kann das Online-Video zu diesem Film nur für 7 Tage nach der Erstausstrahlung und nur in der Schweiz zur Verfügung gestellt werden.