Inhalt

Archiv Sendung vom 15.03.2012

DOK am Donnerstag, 15.03.2012, 20:05 Uhr auf SF1

Kinder des Tsunami

Das Leben nach dem atomaren GAU

Seit dem 11. März 2011 ist in Japan nichts mehr wie zuvor - der nächsten Generation steht eine ungewisse Zukunft bevor. In diesem Film erzählen Kinder, welche die Katastrophe vom 11. März 2011 überlebt haben, wie sie ihre Zukunft sehen - in einer zerstörten Umgebung und im verstrahlten Gebiet um Fukushima.

Vom Kind, das seit der Katastrophe nicht mehr sprechen kann, bis zum achtjährigen Knaben, der Nuklearforscher werden will, um ein solches Szenario künftig zu verhindern. Die Städte innerhalb der Sperrzone um das Atomkraftwerk in Fuskushima sind regelrechte Geisterstädte. Nur die allerwenigsten Menschen sind nach der Katastrophe hierher zurückgekehrt - zu gross ist die Angst vor der Verstrahlung. Und diejenigen, die im Gebiet um die Sperrzone geblieben sind, kämpfen tagtäglich mit den Folgen der Katastrophe. «Ich würde gerne nach oben spielen gehen», sagt Shirose. «Aber ich darf nicht, weil die oberen Stockwerke stärker verstrahlt sind als die unteren». Die Kinder dürfen auch nicht draussen spielen, geschweige denn das Leitungswasser trinken.

Toyishuki erzählt, dass sein Bruder seit dem Tsunami nicht mehr spricht. Er wünscht sich, dass das Leben wieder wie vor dem Tsunami würde. Und die Lehrer, welche die Kinder nicht frühzeitig auf den höher gelegenen Hügel evakuiert haben, müssen nun mit der Schuld leben, dass viele Kinder umgekommen sind, die eigentlich hätten gerettet werden können. Ein Knabe sagt ganz klar, wie er seine Zukunft sieht: «Ich will Nuklearforscher werden. Wir mussten das alles erleben - aber es soll nie wieder passieren!»

Dan Reed erzählt diesen Film aus der Sicht der Kinder und zeigt mit beängstigender Klarheit, wie düster die Aussichten der Generation Tsunami sind.