Archiv Sendung vom 30.09.2010
DOK am Donnerstag, 30.09.2010, 20:00 Uhr auf SF1
Jenseits retour
Nahtoderlebnisse und ihre Konsequenzen
Ein Film von Nicole Vögele
Menschen, die fast gestorben sind, berichten von Schwerelosigkeit, Licht und absoluter Glückseligkeit. Für das, was sie erlebt haben, fehlen hier im Diesseits die Worte. Tiefbewegt kehren sie zurück. So unfassbar ein Nahtoderlebnis ist, so unfassbar können auch die Konsequenzen im Leben sein.
Wiederholungen:
01. Oktober 2010 um ca. 01:50 Uhr auf SF1
01. Oktober 2010 um ca. 11:00 Uhr auf SF1
05. Oktober 2010 um ca. 05:35 Uhr auf SF1
26. Oktober 2010 um ca. 05:35 Uhr auf SF1
09. Februar 2011 um ca. 20:15 Uhr auf 3sat
16. Januar 2012 um 23.10 Uhr auf 3sat
"Lass mich bitte sterben!", flüsterte Hans Fickler seiner Frau zu, als sie ihn mit kaltem Wasser aus der Bewusstlosigkeit weckt. Der Familienvater war damals 31 Jahre alt, seine Kinder klein, das Familienheim frisch bezogen. Trotzdem wäre er lieber gestorben. Die Grenzerfahrung zwischen Leben und Tod überwältigte den bodenständigen Mann.
Er beschreibt eine vollkommene Glückseligkeit, ein Schweben in hellen Strahlen und Musik. Als würde ihm jemand Licht auf die Seele tätowieren, mit Gewalt unerträglich Schönes aufzwingen. Wie Hans Fickler ergeht es vielen. Gemäss Schätzungen machen rund fünf Prozent der Bevölkerung irgendwann eine Nahtoderfahrung.
Der Film von Nicole Vögele befasst sich mit den Folgen, mit den Nachbeben, die solche tiefen Erschütterungen auslösen können. „Es gibt nichts im Leben eines Menschen, das man ernster nehmen soll, als ein Nahtoderlebnis“ sagt Walter von Lucadou, Physiker und Psychologe. Viele Betroffene krempeln ihr ganzes Leben um, andere sehen sich plötzlich mit unerklärlichen Folgen und paranormalen Phänomenen konfrontiert. Aus dem Randgebiet des Fassbaren, erzählt der Film drei Lebensgeschichten, die alle mit der Rückkehr aus dem Licht beginnen.
Hans Fickler fängt nach seinem Nahtoderlebnis an zu träumen. Er träumt detailreich aus einer anderen Zeit. Heute glaubt er, dass seine Nahtoderfahrung Erinnerungen an ein früheres Leben vor 150 Jahren ausgelöst hat. Seine verbissene Beweissuche führt ihn zum Eisenbahnknotenpunkt Nebraskas und ins ländliche Pennsylvania. Wir begleiten den 78-Jährigen bei seiner ersten Reise nach Amerika, treffen die Ur-Enkelin seines früheren Ichs und besuchen - wenn man so will - sein eigenes Grab.
Nach der Geburt ihrer Tochter verliert Emma Otero viel Blut und stirbt fast. Während ihrer wunderschönen Nahtoderfahrung begegnen ihr Bilder, die sie noch nicht kennt, von denen sie aber ganz klar weiss, dass diese zu ihrem Leben gehören werden. Darunter auch ein Bild mit einer schrecklichen Vorahnung. Die junge Mutter lebt daraufhin in ständiger Angst vor diesem Bild. Zwanzig Jahre später bewahrheitet sich die schreckliche Vision und wird zur Tragödie für die ganze Familie.
Claire Stiefel war erst sechs Jahre alt, als sie fast ertrank. Sie schwebte schon im Licht, als ein Mann sie rettete. Ihre Nahtoderfahrung veränderte alles. Zurück im Leben sieht das Mädchen plötzlich Dinge, die andere nicht wahrnehmen. Im Film erzählt Claire Stiefel, heute eine erfolgreiche Geschäftsfrau, wie es war, als Kind mit diesen übersinnlichen Wahrnehmungen klar zu kommen.
Das Filmteam
Kamera: David Merkofer
Schnitt: Birgit Munsch-Klein
Sprecherin: Sylvia Silva
Tonmischung: Hugh Gordon
Produktionsassistenz: Yvonne Sjöberg
Autorin Nicole Vögele
Nicole Vögele, geboren 1983, lebt in Zürich und arbeitet seit acht Jahren im Fernsehjournalismus unter anderem für das Wirtschaftsmagazin CASH-TV. Seit 2007 ist sie Redaktorin bei 10vor10 und realisierte diesen Februar einen Reporter „Von Julia zum Popstar“. Nicole Vögele wurde 2010 für einen 10vor10-Bericht mit dem Medienpreis Aargau-Solothurn ausgezeichnet.













